Schlagwort-Archive: Liebe

Musik

Ein Konzert. Musik aus dem arabischen Raum. Aus Syrien, der Türkei oder dem Irak. Aber auch aus Griechenland. Wie die charmante Sängerin erklärt: Das  vorherrschende Thema in den Liedern ist die Liebe. Eine Zuhörerin, die vermutlich die Texte versteht, einen starken Bezug zu dieser Musik hat, kann zwischen zwei Stücken nicht mehr schweigen. All diese wunderbare Musik, sagt sie, und die Menschen, aus deren Ländern sie kommt, bekriegen sich. Wie kann das sein? Weil es Menschen sind, sage ich. Aber so leise, dass nur ich es hören kann.

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Besinnliche Tage

Bei manchen Menschen kann man es sich kaum vorstellen, dass sie noch rechtzeitig am Abend so sehr entschleunigt haben, um dann völlig relaxed und gechillt unter der Nordmann-Tanne sitzen und das besondere Flair des Weihnachtsfestes in vollen Zügen genießen zu können. Eher noch, dass sie zu voll sind, um überhaupt noch genießen zu können. Und dabei denke ich nicht nur an die Flaschen-Bataillone, die heute morgen noch aus den Supermärkten herausgeschleppt wurden. Ein bisschen was zum essen lag ja auch noch in den Einkaufswägen. Aber wer möchte sie tadeln. Einmal im Jahr kann man sich ja schließlich was gönnen.

Und außerdem hat man ja mindestens für den Jemen, wenn nicht sogar noch für Afrika gespendet. Und es gibt nicht wenige Menschen, die dafür sorgen, dass andere Menschen, die trotz Fest der Liebe und des Geburtstages irgendeines Migrantenkindes arbeiten müssen. Denn insbesondere jene, die an den Notfall-Telefonen der psychiatrischen Dienste sitzen, werden auch in diesem Jahr nicht über Vereinsamung klagen müssen. Nie sind sie so gefragt wie in diesen Stunden und Tagen der Besinnlichkeit und des himmlischen Friedens. Wofür ich allerdings auch Verständnis habe. Nichts ist verstörender, als wenn sich der Mensch auf sich besinnt.

Großartig

„Unter dem Strich müssen die Amerikaner sich einigen, wir müssen der Welt zeigen, dass wir geeint sind in Frieden, Liebe und Harmonie, als amerikanische Bürger. Es gibt kein Land wie unseres, und jeden Tag zeigen wir der Welt, wie wahrhaftig großartig wir sind!“

Donald Trump, US-Präsident, 26.10.2018

„Und es gibt kaum ein Land auf der Welt, in dem prozentual so viele Menschen in Gefängnissen eingesperrt sind!“

Pet, Blogger, 26.10.2018

Unrecht

Was wünschen wir uns am meisten? Dass wir geliebt werden? Genug Geld haben? Vielleicht in anderer Reihenfolge. Aber auf jeden Fall steht auch ganz weit oben auf der Wunschliste, dass wir gerecht behandelt werden. Am besten nicht weniger sondern vielleicht eher etwas mehr geachtet werden als andere. Nicht benachteiligt werden. Was menschlich ist.

Aber leider zumeist der subjektiven Betrachtungsweise unterliegt. Weshalb es vor allem in diesem Punkt weniger darauf ankommt, wie geachtet oder benachteiligt jemand wirklich ist. Sondern vor allem darauf, wie sich die oder der Betreffende selber sieht. Wer also gerne dazu neigt, die Schuld für eventuelle Schicksalsschläge bei anderen zu suchen, der ist auch schnell davon überzeugt, dass ihm Unrecht geschieht.

Was dann die denkbar optimale Konstellation ist, um selber Unrecht zu tun. Ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Klingt vielleicht etwas kompliziert, wird aber derzeit vielfach auf den Straßen einer deutschen Stadt praktiziert. Gerne auch von Parteien ausgenützt. Und ist ein in Partnerschaften durchaus nicht unübliches Verhalten. Dass es keine hundertprozentige Gerechtigkeit gibt, ist dabei nur ein schwacher Trost. Aber zumindest realistisch.

Freundschaft

Wenn Freundschaft bei genauerer Betrachtung eigentlich wie Liebe ohne Sex ist, würde das allerdings ein gewisses Dilemma mit sich bringen. Denn längerfristig gesehen, kommt eine Liebesbeziehung ohne Freundschaft nicht aus. Es wäre folglich und höchstwahrscheinlich ein Balance-Akt. Der wohl nur funktioniert, wenn alles seine Zeit und zu seiner Zeit seine Daseinsberechtigung hat.

Männer und Gefühle

Männer sind pragmatisch. Warum sich mit Gefühlen beschäftigen, wenn es doch so einfach ist, auf die Frage nach der PS-Zahl des derzeit gefahrenen und aller früheren Autos zu antworten. Aber nein, sie sollen sagen, was sie fühlen. In einem bestimmten Moment. Für einen bestimmten Menschen. Als ob es nicht schon genug Philosophen, Psychologen und Astrologen gibt, die sich mit dergleichen beschäftigen. Und vor allem haben Männer einen sechsten Sinn für Gefahr. Und eine Gefühls-Frage ist immer gefährlich.

Denn selbst wenn die spontane  Antwort lautet: natürlich liebe ich dich, Liebling!, ist noch nicht gewährleistet, dass das auch einfach so hingenommen wird. Der Tonfall kann falsch sein. Oder der Mann hat vergessen, bei diesen Worten von der Zeitung aufzuschauen. Daraus aber zu schließen, dass Männer keine oder nur sehr selten Gefühle hätten, ist grundsätzlich falsch. Braucht man sich nur einmal die Gesichter von Männern anzuschauen, deren Fußballmannschaft in der letzten Minuten und nach einem nicht gegebenen Abseits verloren hat.

Aber Gefühle, wie sie Frauen Männern oft abverlangen – gerne auch in Tateinheit mit Sternen oder Kerzenlicht –, sind nun einmal für diese Spezies, die gerne in großen Räumen denkt, zu eindimensional. Weshalb es ihre Gefühlswelt und ihr Vermögen, über Gefühle zu sprechen, ausgesprochen belebt, wenn noch eine zweite Dimension hinzu kommt. Zum Beispiel eine spürbare Ausbuchtung in der Hose.

Urlaubslektüre

Nach dem Weihnachtsgeschäft ist die sommerliche Ferienzeit besonders wichtig für den Buchhandel. Offensichtlich führt die Aussicht auf das permanente Zusammensein mit der ganzen lieben Familie oder auch nur mit dem ebenso geliebten Lebenspartner zu präventiven Panikattacken, zur prophylaktischen Suche nach Fluchtmöglichkeiten. Da liest man zur Not auch gerne mal ein Buch, das während des restlichen Jahres im Regal verstauben würde, weil es immer eine TV-Serie gibt, die man unbedingt sehen möchte. Nicht so an fernen Gestaden oder im einheimischem Gebirge. Da weiß man es dann zu schätzen, dass sich mit einem guten, weil besonders dicken Buch eine gewisse Entfernung zum Umfeld herstellen lässt. Ohne dass man sich unbedingt auch räumlich von diesem Umfeld entfernen muss. Was dieses vielleicht krumm nehmen würde. Kurzum, durch ein Buch kann man sich einfach Freiräume verschaffen, ohne dass der Rest der Familie deswegen gleich beleidigt sein darf.

Weshalb also der Buchhandel natürlich auch immer dafür Sorge trägt, dass wir für die Ferienzeit rechtzeitig mit Vorschlägen für diese Spielart aus dem zwischenmenschlichen Bereich ausgestattet sind. Wo dann Krimis vorgeschlagen werden, damit es uns in glühender Sonne auch mal etwas fröstelt. Und natürlich viel Stoff fürs Herz. Sind es doch insbesondere Frauen, die gerne den Weg des Buches wählen, um ans Ziel zu kommen. Nämlich etwas Freizeit von der Familie zu haben. Was sich allerdings vor diesem Hintergrund die Redakteurin gedacht hat, die auf dem „thementisch“ und für den Urlaub Lektüre zu „Lust und Leidenschaft“ vorschlägt, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Denn wer um alles in der Welt möchte sich bei 32 Grad im Schatten mit dem von ihr vorgeschlagenen Kamasutra herumplagen? Was bringt sie zu der Annahme, dass gerade im Urlaub und nach 28 Jahren Ehe „666 Sex Tipps“ und mehr „Liebeslust“ die richtige Lektüre wären, um die „erotische Inspiration“ zu bekommen, die nach ihrer Meinung oft im Alltag fehlen würde. Einmal davon abgesehen, dass sie in Bezug auf die Inspiration und deren Abwesenheit sicher nicht so falsch liegt, unterliegen die Aspekte „Lust und Leidenschaft“ gerade im Urlaub anderen Kriterien. Und bedürfen sicher keiner einschlägigen Lektüre. Der Tag am Strand mit all den Bikini-Schönheiten und ein oder zwei abendliche Cocktails regeln das auch ohne Ratgeber. Und nachts ist es dann wie zu Hause. Ist doch irgendwie auch schön.