Schlagwort-Archive: Lufthansa

Alles beim Alten

Was wurde und wird nicht geunkt. Dass nichts mehr wie zuvor und vieles ganz anders sein wird. Als vor Corona. Aber es kann Entwarnung gegeben werden. Zwar werden wirklich ein paar Menschen wie KinobesitzerInnen, Gastwirte und -wirtinnen oder die ganz mutigen, die einen künstlerischen Beruf haben, lernen müssen, wie man Hartz-IV beantragt. Aber sonst? Wer in soliden Geschäftsfeldern tätig ist, also zum Beispiel Airlines, Autohersteller oder Deutsche Bundesbahnen, der hat nichts zu befürchten, dass sich groß etwas geändert hätte.

Während ein kleiner Junge durch eine Schule irrt und sein Klassenzimmer sucht, weil in Deutschlands Schulen etwas chaotische Zustände herrschen, wird der Lufthansa und der Bundesbahn großzügig mit vermutlich 16 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. Natürlich ohne eine Garantie, die Arbeitsplätze zu erhalten. Maßnahmen zum Klimaschutz müssen sie selbstverständlich auch nicht befürchten. Aber sie dürfen etwas unternehmen, wenn sie unbedingt wollen. Wir leben ja schließlich in Scheuers-Glöckner-Deutschland.

Und weil ein Krisengipfel mit der Industrie den anderen jagt, bleibt natürlich keine Zeit sich mit Kindern und Jugendlichen zu beschäftigen, denen gerade eine Zukunft zusammengezimmert wird, in der sie beweisen können, was sie auf dem Kasten haben. Wie sie mit Schulden zurechtkommen, die sie nicht gemacht haben. Wie sie mit den Katastrophen zurechtkommen, die vielleicht hätten vermieden werden können. Wenn man zu Corona-Zeiten die einzigartige Chance ergriffen hätte, an eine Zukunft zu denken, die hinter der nächsten Wahl liegt.

Verantwortungsvolle Piloten

Also da besteht nun wirklich kein Zweifel. Das ist doch wieder einmal eine reine Neid-Debatte. Was wird momentan wieder auf den armen Lufthansa-Piloten rumgehackt. Ich möchte den sehen, der freiwillig für lausige 200.000 € im Jahr angetrunkene Passagiere nach Mallorca fliegen will. Und was hat einen Piloten erwartet, wenn er endlich mit 55 Jahren ausgebrannt und ausgelaugt in Rente gehen konnte?

Erst einmal musste er mit etwas mehr als 100.000 € dahinvegetieren, um dann nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters im Randbereich der Altersarmut zu landen! Muss man sich doch nur einmal die Mieten und Quadratmeterpreise in München-Bogenhausen oder Hamburg-Eimsbüttel anschauen, dann ist doch klar, dass da mit 70.000 € Rente nun wirklich kein Auskommen ist.

Es ist also kein Wunder, dass die Cockpit-Malocher nicht auf ihre Übergangsversorgung verzichten und ein bisschen Lohnerhöhung bekommen wollen. Und außerdem ist das sowieso nur die halbe Wahrheit. Ums Geld geht es eigentlich nur am Rande. Der wahre Grund, warum die Piloten mit ihrem Streik schon kurzfristig an die 3.000 Flüge gecancelt haben, ist ein anderer. Stichwort „Marrakesch“!

Durch einen einzigen Passagier auf der Strecke München-New York fallen 2.5 Tonnen CO² an. Auf der Strecke Berlin-München sind es immerhin schon 0,3 Tonnen. Pro Passagier. Deshalb würde ich jetzt mal vorschlagen, die Taschenrechner rauszuholen und auszurechnen, was da der Erdatmosphäre durch diesen Streik erspart bleibt. Anstatt auf die Piloten zu schimpfen, sollte man ihnen für ihr Umweltbewusstsein danken.