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Flüchtlings-Monopoli

An den Temperaturen kann es nicht liegen. Erstens steigen sie derzeit sogar in Rom nicht über die 30-Grad-Marke. Außerdem ist man dort Hitze gewöhnt und hat sich deshalb schon lange mit den Arbeitszeiten darauf eingestellt. Es muss also einen anderen Grund geben, dass Italiens 5-Sterne-Regierung der EU droht, die Beitragszahlungen einzustellen, wenn nicht bis zum gesetzten Termin eine Lösung für die 150 Flüchtlinge gefunden wird, die auf dem italienischen Schiff „Diciotti“ im Hafen von Catania festgesetzt wurden. Und auf jeden Fall darin bestehen soll, dass andere EU-Länder die Flüchtlinge übernehmen. Also so eine Art Flüchtlings-Monopoli gespielt wird.

Vielleicht hat ja der Vorsitzende der 5-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, von dem diese klare Ansage stammt, mit dem US-Präsidenten telefoniert. Der weiß nämlich, wie Erpressung geht. Siehe Iran. Was er sich seinerseits möglicherweise von der New Yorker Mafia abgeschaut hat. Auf jeden Fall findet dessen Einsicht, dass Verbündete oft die wahren Feinde sind, immer mehr Anhänger in der EU. Was die Europäische Union immer mehr zu einem Geschäftsmodell macht, das dem von Investoren gleicht: Sparten, die nicht kostendeckend arbeiten, werden abgestoßen.

Man sollte sich also so langsam von der Idee befreien, dass dieses angeblich vereinte Europa etwas anderes zusammenhält als wirtschaftliche und politische Interessen. Die ihrerseits mehr und mehr von nationalistischen Tendenzen geprägt sind. Doch heißt es nicht, dass ein Ende mit Schrecken besser sei als ein Schrecken ohne Ende sei? Warum also nicht noch einmal mit einer Europäischen Union von vorne anfangen. Jetzt weiß man ja einigermaßen, wie es nicht so gut oder gar nicht funktioniert. Und Italien könnte mit seinen eingesparten EU-Beitragszahlungen die Häfen zu Bollwerken gegen Flüchtlingsschiffe ausbauen.

Die Angst hat ein Ende

Was ist nicht schon alles als Horrorszenario entworfen worden. Dass Trump Millionen illegale Einwanderer aus den USA abschiebt, wenn er Präsident ist. Weil sie für einen Hungerlohn für weiße Amerikaner arbeiten. Und damit anderen weißen Amerikanern und vor allem Trump-Anhängern die Arbeitsplätze wegnehmen. Dass er ein Einreiseverbot für Muslime verhängt. Oder sexuelle Belästigung aus dem Gesetzbuch streichen lässt. Damit jetzt alle Männer Frauen in den Schritt greifen können. Eine Mauer an der Grenze zu Mexiko baut. Mit Beton von seinen New Yorker Mafia-Freunden. Dass er das Klimaabkommen von Paris aufkündigt. Weil es keinen Klimawandel gibt. Schließlich war es in Florida ja schon immer warm.

Und ich muss zugeben, dass auch ich so meine Befürchtungen hatte. Dass ich mich von den Kommentaren und Statements anstecken ließ. Aber nur bis ich in der Wahlnacht im Fernsehen den Trump-Anhänger sah, der euphorisch ein Schild schwenkte. Weil klar war, dass Donald Trump, der Merkels Flüchtlingspolitik „irrsinnig“ und Putin einen großen Staatsmann nannte, der neue Präsident der USA ist. Die Kamera zeigte ihn in Großaufnahme. Sodass man sehr gut lesen konnte, was auf dem Sticker stand, den er sich an die Brust geheftet hatte. „Guns Save Lifes“ stand dort zu lesen. Und als ich dann auch noch erfuhr, dass es in den USA circa 270 Millionen lebensrettende Waffen gibt, war ich vollends beruhigt.