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Mann auf Couch

 

Das hat mir richtig imponiert. Der Mann war in Quarantäne gewesen. Positiv getestet. Also fern von Frau und Kind. Und jetzt saß er da auf der Couch und erzählte der Journalistin, was das mit ihm so gemacht hatte. Um es vorweg zu nehmen: Es hatte ihn verändert. Denn jetzt wollte er sich mehr den anderen Dingen widmen. Nicht nur immer Job und den Terminen hinterher hetzen. Sich auch mal Zeit nehmen für Andere. Auch für die Familie. Kurzum das Fazit: Geld allein macht nicht glücklich. Entschleunigung tut Not. Es muss nicht immer Abu Dhabi sein.

Also die Pandemie als Weckruf? Der Wandel als Folge der Gefahr? Was für ein Szenario! Die Menschen verkaufen ihre Autos, fahren nur noch mit dem Fahrrad, mit Bus oder Bahn. Unsere Innenstädte verwaisen zu Spielplätzen. Nicht Malle ist der Sehnsuchtsort, sondern das städtische Freibad oder der Weiher im Grünen. Nachhaltigkeit ist die neue Währung. Nachbarschaft das neue Freizeitvergnügen. Global soll nur noch die Empathie sein.
Ich weiß natürlich nicht, was der Mann gemacht hat, nachdem er die Couch und das Zimmer verlassen hatte. Aber denkbar ist es natürlich schon, dass durch diese Quarantäne bei ihm die Handlungskette gerissen ist. Weshalb sich die wohl nicht unberechtigte Frage stellt, ob die gerade praktizierten Lockerungen der richtige Weg sind. Dass jetzt sogar wieder Kinder spielen sollen, auf Spielplätzen. Denn da wird einmal mehr ein großes Manko sichtbar. Wir haben zwar offensichtlich genug Notfallbetten. Aber auf jeden Fall zu wenig Wohnraum, um alle in Quarantäne zu schicken.

Offenes Ende

Also die hatte ich ja überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Irgendwie hatte man ja eher den Eindruck, dass sich die FDP und ihre Politikerinnen und Politiker nach ihrem Abschied von den Jamaika-Verhandlungen kollektiv zum chillen nach Malle abgesetzt hätten. Das war wohl so nicht so ganz richtig. Die FDP ist jedenfalls zumindest in Bayern wieder voll da. Was dann allerdings ein Indiz dafür sein könnte, dass doch alle auf Malle waren. Jedenfalls sind sie gerade dabei, die Politik so richtig aufzumischen mit dem Thema Ladenschluss. Mit dem soll endlich Schluss sein.

 

„Der Staat hat mündigen Verbrauchern nicht vorzuschreiben, wann sie werktags einkaufen gehen. Während die Grünen den Bürgern am liebsten den veganen Einkaufszettel diktieren würden, will die CSU den Bürgern ihre Einkaufszeiten vorschreiben. Ein Staatsdirigismus, den wir Liberale nicht länger akzeptieren“, sagte jetzt die bayerische Generalsekretärin der FDP, Miriam Gruß, und verteilte demonstrativ kurz vor Ladenschluss kleine Lebensmitteltüten.

Und bezogen auf mich ist diese Aktion auf jeden Fall ein Erfolg. Ich weiß jetzt, dass eine Miriam Gruß Generalsekretärin der bayerischen FDP ist. Bin auch dankbar für den diskreten Hinweis, dass in diesem Jahr ja Wahlen in Bayern sind. War außerdem schon immer der Meinung, dass man aus den Beschäftigten im Einzel- und Großhandlung wirklich noch einiges mehr rausholen kann. Was die Belastung betrifft, haben sie noch lange nicht das Niveau von Pflegepersonal. Noch offen ist allerdings für mich die Frage, ob sich die FDP den Inhalt für die verteilten kleinen Lebensmitteltüten bei einer der Tafeln in München geholt hat.

  

 

Es ist Reisezeit

Natürlich wäre es das Einfachste, den Standardsatz raus zu kramen, also von wegen „schönste Zeit des Jahres“. Dann empfehlen, doch mal wieder die Seele baumeln zu lassen und an die Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 300 zu erinnern. Und schon wäre das Thema „Reisezeit“ eigentlich abgehakt. Aber so einfach ist es nicht mehr, seit sich zum letzten Mal junge Menschen mit einem kleinen Rucksack und zwei Gramm einer verbotenen Substanz an irgendeine Autobahnauffahrt gestellt haben.

Denn erstens wird es heutzutage umgehend geahndet, wenn man sich an einer Autobahnauffahrt hinstellt. Und außerdem haben sich die Bedürfnisse elementar verändert. Das fängt damit an, dass die Reiseziele andere geworden sind. Für eine Woche „Malle“, immer noch deutsche Exklave auf spanischem Boden, braucht man halt was anderes als für drei Wochen Sri Lanka oder Toskana. Oder haben Sie schon einmal davon gehört, dass ein Malle-Urlauber eine Staffelei, Acrylfarben und Leinwände dabei hatte? Na also.

Und außerdem sind die Zeiten längst vorbei, wo man einfach wo hinfuhr, um sich Land und Leute anzuschauen und zu erholen. Jetzt muss Urlaub ein Event sein. Oder mindestens geil. Man muss sich sehen lassen können, auch wenn man selber nicht alles sehen will. Weshalb die wichtigste Frage lautet: Welche Sonnenbrillen nehme ich mit?

Und damit sind wir schon beim Kern der Sache. Nämlich der Checkliste. Es geht nicht mehr ohne. Haben Sie sich schon einmal angeschaut, was Ihnen der Apotheker empfiehlt, in den Urlaub mitzunehmen? Das können Sie wirklich nicht alles im Kopf behalten. Und dann die Kleiderfrage. Mal abgesehen davon, dass Mann dann meistens doch drei Wochen lang in derselben Bermudashort rumläuft, irgendetwas mit Krokodil drauf oder drei Streifen muss trotzdem in seinem Koffer sein.

Wohingegen Frauen berechtigterweise wirklich keine Lust haben, in einer Jogginghose über die mondbeschienene Strandpromenade zu schlendern. Dafür lieber streng auf das Gewicht des Koffers achten und lieber das winzige Top mitnehmen. Womit wir trotzdem schon vier weitere Seiten zusammen hätten. Wenn’s gut geht.

Aber dann: Die Technik! Alleine schon die ganzen Ladegeräte. Schließlich nimmt man ja das i-Phone nicht an den Strand mit, dafür hat man ein älteres Handy. Außerdem muss selbstverständlich das Netbook dabei sein, ein Tablet, eine Digicam und für die Kinder natürlich die Spielebox. Macht noch mal vier Seiten. Wem übrigens diese Begriffe nichts sagen, kann sich freuen. Er gehört zweifelsohne zu jener Spezies, die sich noch mit anderen Menschen unterhält.

Und jetzt natürlich noch die Checkliste für all die Dinge, die zu Hause zu regeln sind. Lagerauftrag für Post, Kühlschrank abtauen, Stecker rausziehen (Gewitter!!!), Blumen-Betreuung organisieren …und so weiter und so weiter. Womit unsere Urlaubs-Checkliste auf mindestens zwölf Seiten oder mehr angewachsen wäre.

Auf denen hoffentlich als Erstes der wichtigste Punkt steht: Wer die Flugtickets hat. Und vor allem: Wo! Damit es am Flughafen nicht zu dem Klassiker kommt, und er zu ihr oder sie zu ihm sagt: Ich habe gedacht, du hast sie eingesteckt!?! Deshalb meine Empfehlung: Eine Checkliste, auf der alle Punkte erfasst sind, die auf der Urlaubs-Checkliste stehen sollten.