Schlagwort-Archive: Massentierhaltung

Jahresende

Manchmal frage ich mich, was wir hier eigentlich machen. Denn wenn man sich die Sache einmal aufmerksam anschaut, dann ist der Großteil der Bevölkerung gar nicht so blöd. Setzen wir mal voraus, dass Menschen bei Umfragen hin und wieder wirklich sagen, was sie denken. Jedenfalls hat diese überwiegende Mehrheit hierzulande nicht die schlechtesten Ideen.

Die erstaunlicherweise oft wenig kongruent sind mit denen der Politikerinnen und Politiker. Glyphosat zum Beispiel. Weg damit, sagt die Mehrheit. Massentierhaltung. Muss nicht sein. Dieselskandal. Warum zahlen nicht die Hersteller? Pflegepersonal. Gebt ihnen doch das, was sie verdienen. Nämlich mehr. Und erstaunlicherweise gäbe es sogar eine Mehrheit für gesetzliche Maßnahmen gegen das anfixen von Kindern und Erwachsenen mit Zucker. Obwohl die Grünen nun wirklich noch keine Volkspartei sind.

Trotzdem sprachen sich Anfang des Jahres sogar mehr als 50 Prozent für eine Festlegung von Höchstmengen für Zucker, Fett und Salz in Lebensmitteln aus. Und fast 70 Prozent dafür, dass Werbung nicht mehr auf Kinder ausgerichtet ist. Und was ist passiert? Nichts! Alle beteiligten Hersteller machen immer noch, was sie wollen. Auch auf Kosten unserer aller Gesundheit. Weil eben Politikerinnen und Politiker auch nichts machen.

Müssen sie andererseits ja auch nicht. Weil wir, das Volk, auch nichts machen. Außer uns über zu viel Zucker, zu viel Feinstaub, zu viel Scheiße auf den Feldern oder über beschissene Verhältnisse in der Pflege und auf dem kranken Gesundheitssektor aufzuregen. Fazit: Wahrscheinlich will diese Mehrheit gar nicht, dass sich etwas ändert. Weil sie sich dann ja nicht mehr aufregen könnte.

Werbeanzeigen

Schweinemäster

So sieht Fürsorge aus. Geht es dem Deutschen Bauernverband doch gar nicht ums Geld. Sondern nur um das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes. Denn Fakt ist laut Bauernverband, dass die Schweinemäster, die sich schon jetzt kein Schweineschnitzel leisten können, alle pleite gehen. Wenn nämlich die Tierschutzvorgaben umgesetzt werden, die da so im Gespräch sind.

Die einzige Alternative wäre, dass Schweinefleisch, des Deutschen Lieblingsgemüse, gut und gerne doppelt so teuer wird. Also geht es absolut nicht darum, dass die am Hungertuch nagenden Schweinemäster mehr Geld wollen. Sie wollen einfach nur weiterhin mästen können. Damit den Schweinefleischliebhabern nicht der Schlaf und ihr Grundnahrungsmittel geraubt werden. Und das sind wirklich nicht wenige. Die dann auch erheblich mehr als 40 Kilo davon pro Jahr verzehren.

Weil das der statistische Durchschnittsverbrauch pro Kopf und Kind, Veganer und zahnlosem Greis ist. Und weil das wirklich keiner will, kann es nur darauf hinauslaufen, dass man am Tierschutz ein bisschen herumschnippelt, wie man das ja auch an den männlichen Ferkeln tut. Und so seinen Beitrag leistet, dass auch in Zukunft mindestens 60 Prozent der Männer und etwa 37 Prozent der Frauen übergewichtig sind. Schließlich sind Dicke doch so gemütlich. Wie die Politik hierzulande. Die ja nicht wissen kann, welche Folgen Massentierzucht und massenhafter Verzehr von Fleisch haben.

Gerechtigkeit

Es gibt sie. Also manchmal. Und natürlich nicht für alle. Aber zumindest teilweise. Als ausgleichende Gerechtigkeit. So gab es dieser Tage die Meldung, dass Wasser in manchen Bundesländern geradezu extrem teurer geworden sei. Also nicht das Wasser von Nestlé oder anderen Vermarktern von Allgemeingut. Sondern das Wasser, das aus unserem Boden kommt – und dann aus den Wasserleitungen.

Die gute Nachricht: Diese Nachricht war nicht ganz richtig, obwohl sie auf Daten des Bundesamtes für Statistik basierte. Man hatte nämlich die allgemeine Inflationsrate nicht berücksichtigt. Weshalb es dann doch nicht so viel teurer geworden ist, wie angenommen. Nichts falsch gemacht hat man hingegen bei der Prognose, dass Wasser extrem viel teurer werden wird. Nämlich wahrscheinlich um bis zu 60 Prozent.

Denn das  hat seinen Grund in der Tatsache, dass Grundwasser immer mehr mit Stoffen belastet ist, die immer aufwändiger herausgefiltert werden müssen. Weil sie sonst Wasser zu einem, für den Menschen durchaus ungesunden Elixier machen. Und den größten Anteil daran hat die Massentierhaltung mit ihrer massenhaft anfallenden Gülle, respektive dem darin enthaltenen Nitrat.

Und da kommt die Gerechtigkeit ins Spiel. Denn dank der Massentierhaltung können sich bekanntlich jede Deutsche und jeder Deutsche und natürlich auch alle Transsexuellen jedes Jahr 60 Kilo Fleisch-Produkte auf die Teller laden, ohne dafür allzu tief in die Tasche greifen zu müssen. Und was sie dabei in der Vergangenheit eingespart haben, das werden sie in Zukunft für das teurer gewordene Wasser ausgeben müssen. Wenn sie weiterhin täglich sich und ihre Autos waschen wollen. Trinken tun sie ja lieber und wenn überhaupt das Wasser von Nestlé und anderen Vermarktern von diesem Allgemeingut.

Kinderhasser

Das verstehe doch wer will. Oder wer kann. Jedenfalls tun das doch die allermeisten Eltern. Sie umsorgen und umhegen ihren Nachwuchs. Passen auf, dass er groß und stark wird. Krankheiten gut übersteht. Glücklich ist. Wir rennen hinter unseren Kindern her, wenn sie Fahrrad fahren lernen. Damit wir zur Stelle sind, wenn sie drohen hin zu fallen. Irgendwann stehen wir nachts vor einer Disco. Damit das Kind heil nach Hause kommt. Denn wir wollen unsere Kinder doch am liebsten vor allen Gefahren bewahren, sie beschützen. Obwohl wir wissen, dass es nicht immer möglich ist.

Und trotzdem tun wir alles, um ihnen zu schaden. Man könnte vielleicht sogar sagen, dass wir, wenn es ganz schlecht läuft, verantwortlich sein werden für ihren viel zu frühen Tod. Weil wir nämlich ohne mit der Wimper zu zucken in unseren viel zu schweren und zu großen Autos viel zu viel durch die Gegend fahren. Mit einem Schulterzucken darüber hinweggehen, dass Strom aus dreckiger Kohle dafür sorgt, dass wir uns mit lustigen Filmen oder der Sportschau die Zeit vertreiben können. Wenn wir nicht gerade zum Schnäppchen-Preis irgendwo hin fliegen.

Wir haben auch kein Problem mit all dem Fleisch und den leckeren Wurstwaren auf unseren Tellern. Schließlich haben wir ja die Kampagnen gegen Glyphosat und für artgerechte Tierhaltung im Internet geliked. Und außerdem wählen wir ja sowieso Politiker, die unheimlich viel vom Klimaschutz reden. Auch wenn sie dann alles dafür tun, dass es weder dem Automobil noch der Braunkohle geschweige denn der Massentierhaltung an den Kragen geht. Notfalls werden lieber Bestimmungen der EU durch „Geschenke“ und Erpressung verhindert.

Nachdem wir alles getan haben, dass unsere Kinder groß geworden sind, tun wir nichts um zu verhindern, dass sie eine ungewisse Zukunft haben. Sehen wir seelenruhig zu, wie ihr Leben mit immer mehr Risiken und Nebenwirkungen erschwert wird. Bei denen es auch nichts hilft, wenn sie einen Arzt oder Apotheker befragen. Weshalb man sich durchaus fragen kann, woher denn auf einmal diese Gleichgültigkeit kommt. Lieben wir unsere Kinder in Wirklichkeit gar nicht? Umsorgen wir sie nur so lange, bis wir keine Probleme mehr mit dem Gesetz bekommen? Sind wir in Wahrheit Kinderhasser?

Hunger in Deutschland

Ich rate zu Hamsterkäufen. Und weil momentan eine Null-Zins-Kampagne bei einem Elektro-Großhändler läuft, macht es sicher auch Sinn, sich auf Ratenzahlung eine oder zwei große Gefriertruhen zu kaufen. Denn wenn jetzt die Regierung einknickt, dann ist auf deutschen Tellern nichts mehr, wie es war. Die Ausgangslage: Die EU hat die Bundesrepublik Deutschland verklagt, weil sie sich nicht an Vereinbarungen bezüglich Nitrat-Werten im Trinkwasser hält. Anders ausgedrückt: Es wird in nicht wenigen Regionen immer noch viel zu viel Gülle auf die Äcker gekippt. Von wo zu viel Nitrat ins Grundwasser gelangt. Vor allem in Gegenden, wo Massentierhaltung stark vertreten ist. Weshalb jetzt wieder die Massentierhaltung in der Diskussion steht. Die Forderung erhoben wird, sie zurückzufahren.

Für den Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, den CSU-Politiker Christian Schmidt, ist dies allerdings nicht der richtige Weg. Zitat: „Der würde allenfalls dazu führen, dass Nahrungsmittel so teuer werden, dass sie nur für obere Schichten wirklich erschwinglich sind.“ Zitat Ende. Will nichts anderes sagen, als dass nicht nur das Schnitzel auf dem Teller des hart arbeitenden Deutschen in Gefahr wäre. Es würden Hungersnöte bei den unteren Schichten drohen. In der Folge Aufruhr, Chaos und Anarchie. Was der optimale Nährboden für einen neuen Hitler wäre. Der die Massen einzig mit dem Versprechen mobilisiert, ihre Teller wieder zu füllen. Also dann doch lieber zu viel Gülle auf den Feldern.

Paris im August

Vielleicht ist es nicht besonders nett, so zu denken. Aber es ist Ferienzeit. Ich finde jetzt sogar bei meinem Lieblings-Metzger immer einen Parkplatz vor der Tür. Während an manch fernen Gestaden die Menschen um die besten Plätze am Strand rangeln. Auch in meinem Lieblings-Café sind die Tische angenehm leer, weil sich die nachrückenden Touristen lieber in original bayerischen Gaststätten tummeln.

Kurzum, es ist leerer geworden. Und weil ich vielleicht nicht besonders nett bin, finde ich das herrlich. Ich glaube sogar, dass wir Menschen sogar etwas friedlicher miteinander leben könnten, wenn wir nicht so viele wären. Die sich dann auch noch so oft auf engstem Raum drängen. Was ja irgendwie an Käfig-Haltung erinnert. Und wie sich das auswirkt, das sehen wir ja bei Hühnern.

Natürlich kann das auf gar keinen Fall bedeuten, dass man jetzt darüber nachdenken sollte, wie man zu weniger Menschen kommen könnte. Aber vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie man die Menschen besser auf dem Erdball verteilen könnte. Schließlich gibt es ja zum Beispiel nicht wenige Menschen, die keine Hitze mögen. Und auf Grönland wäre noch ziemlich viel Platz.

Auf jeden Fall habe ich für das kommende Jahr im August schon einmal ein Hotel in Paris gebucht. Dort verlassen in den Ferien so viele Menschen die Stadt, um in den Süden und ans Meer zu fahren, dass es noch nicht einmal die Touristen aus aller Welt schaffen, die entstandenen Lücken auch nur annähernd aufzufüllen. Cafés und Metzger gibt es dort schließlich auch.