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Sommer auf dem Balkon

Merkel? Hat nur den Aufenthaltsort gewechselt. Bleibt sich sogar außerhalb Berlins treu. Der Heimatminister? Plantscht vermutlich im Mittelmeer, um die Außengrenze zu überwachen. Das Schöne an Donald McRonald Trump? Bei ihm ist es egal, wo er wann ist. Er bleibt immer der Gleiche. Doch ihnen allen ist eines gemeinsam: Gegen das Sommerloch haben sie keine Chance. Das ist den Hinterbänklern vorbehalten.

Man kann also ganz beruhigt den ganzen Tag in der Sonne liegen, in der Gewissheit, dass genug Joghurt im Kühlschrank ist, um am Abend die durch den Sonnenbrand ausgelösten Schmerzen etwas zu lindern. Sommer lässt einen erahnen, wie die Welt sein könnte, wenn es keine Politiker gäbe. Auch wenn man nicht weiß, wer sich dann wohl dafür aufopfern würde, uns ins Verderben zu stürzen. Wenn die Sonne vom Himmel brüllt, ohne dass gleich die Häuser und die Menschen verbrennen, will ich das auch gar nicht wissen.

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Cheeseburger

Sagen wir einmal so: Für das Geld hätten Angela Merkel und Gatte gut und gerne im Sterne-Restaurant Richard in Berlin Kreuzberg essen können, sogar mit Freunden, falls es solche gibt. Und da wäre sogar noch einiges übrig geblieben. Vielleicht für einen neuen Hubschrauber der Bundeswehr oder ähnliches. So aber flog sie mit ihrem Tross auf ein Schwätzchen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington und ging am Vorabend des Treffens in ein Diner namens „J.Paul“ und aß laut Augenzeugen einen Cheeseburger mit Bacon und Cheddar und Pommes Frites und trank Pinot Grigio. Vielleicht ging sie davon aus, dass es am nächsten Tag bei Donald und Melania sowieso nichts zu essen geben würde.

Schließlich hatte der US-Präsident für das Gespräch gerade mal zwei Stunden Zeit, vermutlich musste er gleich anschließend noch seinen Flieger bekommen, der ihn wie jeden Freitag nach Florida und zum Golfplatz bringen musste. Immerhin gab es bei diesem Besuch ein Küsschen von Trump bei Merkels Begrüßung und einen Händedruck für die Pressefotografen. Und außerdem flog Merkel noch am selben Tag mit der Gewissheit nach Deutschland zurück, dass es ungewiss ist, wie sich der US-Präsident in den Fragen, die sie mit ihm besprechen wollte, entscheiden wird. Was mich dann an die Gespräche mit den Kindern erinnerte, die ihr Zimmer aufräumen sollten.

Jahresrückblick

Manches ist aus der Erinnerung gefallen, lässt sich aber rekonstruieren. So kann man zum Beispiel aus der Tatsache, dass man hierzulande immer noch damit beschäftigt ist, irgendwie und mit irgendwem eine Regierung zu bilden, ableiten, dass wohl Wahlen waren. Allerdings habe ich bis heute keine Ahnung, wer aus diesen als Sieger hervorgegangen sein könnte. Nur das Gefühl, dass kein Unterschied auszumachen war. An der Politik hat sich jedenfalls nichts geändert. Also nur kein Risiko, nur nichts Neues, immer so tun, als ob alles in biologischer Butter wäre. Die wirklichen Probleme soll doch bitte die Zeit oder irgendjemand anderes lösen. Das war und ist die Devise.

Was sich von allen anderen Ländern des sogenannten Westens übrigens auch sagen lässt. Außer dem Florieren der Wirtschaft stand nichts Dringliches auf der Agenda. Garniert natürlich mit ein bisschen Sozial-Schi-Schi. Und das natürlich über die Landesgrenzen hinaus. Kleines Beispiel gefällig? Für Guatemala geht man davon aus, dass etwa zwei Prozent der Landeigentümer fast 70 Prozent des fruchtbaren Bodens besitzen. Als eine Landreform von den UN gefordert wird, scheitert sie am Veto der USA. So sterben zwar weiterhin jedes Jahr zehntausende Kinder unter zehn Jahren. Aber US-Konzerne behalten ihre Plantagen.

Aber sprechen wir doch lieber mal von den positiven Entwicklungen in unserem Land. Auch wenn mir gerade nichts einfällt, es hat sie sicher gegeben. Wenn es wirklich jemand ganz genau wissen will, am besten Frau Merkel direkt fragen. Die weiß das. Halt, jetzt weiß ich es wieder: Der Dieselskandal hatte keine negativen Auswirkungen auf die Bilanzen der Autohersteller! VW hat sogar zugelegt. Also können wir getrost weiterhin Braunkohle fördern. Mehr gute Nachrichten müssen ja wirklich nicht sein. Vielleicht darf ich immerhin noch anmerken, dass bei mir eine Erkältung überraschend schnell abgeklungen ist. Ohne dass die Pharma-Konzerne die Gewinnerwartungen senken mussten. Weshalb man in der Summe der Dinge einfach nur sagen kann, dass es ein gutes Jahr war.

Intelligenzquotient

Es ist nun wirklich kein Grund sich aufzuregen. Spätestens als Alexander Dobrindt sein Geburtstagsgeschenk bekam und die Pkw-Maut also nicht gerade in Stein gemeißelt wurde, aber immerhin als Gesetz in die deutsche Nachkriegsgeschichte einging, war doch klar, was Bundeskanzlerin Angela Merkel meint, wenn sie sagt, dass etwas mir ihr nicht zu machen sei.

Und wer von uns hat noch nicht „mit mir nicht“ gesagt. Wenn der Chef zum Beispiel angekündigt hatte, dass Freitagabend Überstunden gemacht werden müssten oder ein Urlaub absolut unmöglich wäre. Und wer hat dann Überstunden gemacht und ist nicht in Urlaub gefahren? Richtig! Wirklich beunruhigend wäre hingegen gewesen, wenn Frau Merkel darauf beharrt hätte, dass es mit ihr keine Obergrenze gibt. Das hätte nämlich nur bedeuten können, dass sie den Job hinschmeißt. Das wäre zwar zu schön gewesen, um wahr zu sein, aber nicht sehr realistisch.

Denn es gibt ja auch noch den Spruch, dass nichts Besseres nachkommen würde. Und noch viel zu viele Menschen, die daran ebenso glauben wie an den Satz: Mit mir nicht! Und immerhin besteht jetzt die berechtigte Hoffnung, dass einem nicht mehr das Wort „Obergrenze“ den ganzen Tag auf allen Nachrichtenkanälen über den Weg läuft und somit selbigen versaut. Es sei denn Seehofer denkt sich jetzt auch noch eine Obergrenze für den Intelligenzquotienten von CSU-Politikern aus.  

Tiefschlaf

Es ist wirklich alles in Butter. Sie haben alles im Griff. Höchstens mal nicht sich selber. Weshalb sie dann schon mal jemandem auf die Fresse hauen wollen. Oder versuchen, Politik vom Lehnstuhl aus zu machen. Großartig auch der Schachzug von Merkel. Europa neu einordnen und für die Zukunft ausrichten, Flüchtlingsfrage klären und die Finanzen, die Verteidigung, wie es Frankreichs Präsident Macron verlangt, das kann warten. Jetzt geht es nach Tallinn erst einmal um das Internet und die digitale Zukunft. Da hat man dann auch viel mehr Zeit, über Jamaika nachzudenken.

Pressiert ja alles nicht. Ging doch die letzten gefühlten 100 Jahre auch mit dem Tempo einer guten alten Dampflok. Ist außerdem viel pittoresker als ein TGV. Und vielleicht lässt sich so ja auch die Sozialdemokratie weichkochen. Es kann nur noch Tage dauern, bis zum ersten Mal von der Verantwortung gesprochen werden wird. Und außerdem hätte eine Neuauflage der GroKo den großen Vorteil, dass die SPD in vier Jahren wirklich nur noch eine Splitterpartei wäre. Wahrscheinlich als Schwesterpartei von Die Linke.

Denn inzwischen haben doch schon alle Beteiligten gemerkt, dass Jamaika wirklich ein Schwachsinn ist. Eine Totgeburt. Viel zu heiß dort. Außerdem ein schwieriges Gelände für Homosexuelle. Und dann die Kriminalität. Bandenbildungen. Rauschgift. Ganz zu schweigen von der Musik. Und schließlich gibt es ja auch noch anderswo chillige Strände. Copacabana zum Beispiel. Käme doch auch von den Farben her einigermaßen hin. Besser als Hasch und Reggae wäre auf jeden Fall Volksmusik. Wie singt Heino so schön: Schwarz-braun ist die Haselnuss.

Höflichkeit

Wenn zu mir ein auf Krawall gebürsteter Kerl sagen würde, dass ich „böse, sehr böse“ sei, dann würde ich dem Bub über den Kopf streichen und sagen: „Ist ja schon gut, mein Kleiner. Und jetzt geh‘ raus spielen!“ Zugegeben, bei manchen Frisuren fällt es schwer, darüber zu streichen. Aber man ist ja kein Unmensch. Die viel größere Herausforderung scheint es mir aber trotzdem zu sein, diesen zwar lautstarken aber ansonsten allem Anschein nach nur gerade mal durchschnittlich begabten und wenig gebildeten Jungen zumindest nach außen für voll zu nehmen. Was ja auch ein wichtiger Ansatz in der Pädagogik ist. Zumal, wenn schon ganz unübersehbar Minderwertigkeitskomplexe kompensiert werden. Das Ich also unbedingt gestärkt werden sollte, um Schlimmeres zu verhüten.

Solche Typen begegnen einem im täglichen Leben auf Schritt und Tritt. Also im Straßenverkehr, beim Metzger, im Büro. Und wenn es ganz schlecht läuft, sogar in der Familie. Und da lässt sich das ja noch einigermaßen handhaben. Was aber, wenn sich so jemand auf der politischen Bühne rumtreibt? Und dann auch noch glaubt, dass er alle Macht der Welt hätte. Ich habe deshalb aller größten Respekt vor Menschen, die der Konfrontation nicht aus dem Wege gehen können. Und das in erster Linie, weil sie Haltung bewahren. Sich nicht selber wie Halbstarke aufführen, sondern mit einer bewundernswerten Höflichkeit so tun, als hätten sie einen ernst zu nehmenden Gesprächspartner vor sich. Trotzdem bin ich gespannt, ob er nicht doch demnächst von jemand zum Spielen mit den Russen raus geschickt wird.

 

Evet?

Wieder einmal die Frage: Pest oder Cholera? Und vielleicht der Einwand: Was geht uns dieses Referendum in Anatolien an! Jetzt, wo keiner mehr zu uns kommt, um Türken und Türkischstämmige bei uns gegen uns aufzuwiegeln. Und die Antwort lautet: Weil das Ergebnis Pest und Cholera sein werden, geht es uns mehr denn je an. Gewinnt Erdogan, ist der Zug vollends abgefahren Richtung „Ein-Mann-Diktatur“ respektive „Osmanisches-Reich-Phantasien“.

Verliert er, wird er noch mehr Menschen ins Gefängnis stecken lassen. Denn wer gegen ihn gestimmt hat, ist ein Terrorist. Und Feind ist, wer Terroristen unterstützt. Also Deutschland zum Beispiel. Und Merkel wird ihre Raute machen und auf Verständigung setzen. Und trotzdem gibt es nur eine Antwort auf dieses Referendum.

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