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Intelligenzquotient

Es ist nun wirklich kein Grund sich aufzuregen. Spätestens als Alexander Dobrindt sein Geburtstagsgeschenk bekam und die Pkw-Maut also nicht gerade in Stein gemeißelt wurde, aber immerhin als Gesetz in die deutsche Nachkriegsgeschichte einging, war doch klar, was Bundeskanzlerin Angela Merkel meint, wenn sie sagt, dass etwas mir ihr nicht zu machen sei.

Und wer von uns hat noch nicht „mit mir nicht“ gesagt. Wenn der Chef zum Beispiel angekündigt hatte, dass Freitagabend Überstunden gemacht werden müssten oder ein Urlaub absolut unmöglich wäre. Und wer hat dann Überstunden gemacht und ist nicht in Urlaub gefahren? Richtig! Wirklich beunruhigend wäre hingegen gewesen, wenn Frau Merkel darauf beharrt hätte, dass es mit ihr keine Obergrenze gibt. Das hätte nämlich nur bedeuten können, dass sie den Job hinschmeißt. Das wäre zwar zu schön gewesen, um wahr zu sein, aber nicht sehr realistisch.

Denn es gibt ja auch noch den Spruch, dass nichts Besseres nachkommen würde. Und noch viel zu viele Menschen, die daran ebenso glauben wie an den Satz: Mit mir nicht! Und immerhin besteht jetzt die berechtigte Hoffnung, dass einem nicht mehr das Wort „Obergrenze“ den ganzen Tag auf allen Nachrichtenkanälen über den Weg läuft und somit selbigen versaut. Es sei denn Seehofer denkt sich jetzt auch noch eine Obergrenze für den Intelligenzquotienten von CSU-Politikern aus.  

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Tiefschlaf

Es ist wirklich alles in Butter. Sie haben alles im Griff. Höchstens mal nicht sich selber. Weshalb sie dann schon mal jemandem auf die Fresse hauen wollen. Oder versuchen, Politik vom Lehnstuhl aus zu machen. Großartig auch der Schachzug von Merkel. Europa neu einordnen und für die Zukunft ausrichten, Flüchtlingsfrage klären und die Finanzen, die Verteidigung, wie es Frankreichs Präsident Macron verlangt, das kann warten. Jetzt geht es nach Tallinn erst einmal um das Internet und die digitale Zukunft. Da hat man dann auch viel mehr Zeit, über Jamaika nachzudenken.

Pressiert ja alles nicht. Ging doch die letzten gefühlten 100 Jahre auch mit dem Tempo einer guten alten Dampflok. Ist außerdem viel pittoresker als ein TGV. Und vielleicht lässt sich so ja auch die Sozialdemokratie weichkochen. Es kann nur noch Tage dauern, bis zum ersten Mal von der Verantwortung gesprochen werden wird. Und außerdem hätte eine Neuauflage der GroKo den großen Vorteil, dass die SPD in vier Jahren wirklich nur noch eine Splitterpartei wäre. Wahrscheinlich als Schwesterpartei von Die Linke.

Denn inzwischen haben doch schon alle Beteiligten gemerkt, dass Jamaika wirklich ein Schwachsinn ist. Eine Totgeburt. Viel zu heiß dort. Außerdem ein schwieriges Gelände für Homosexuelle. Und dann die Kriminalität. Bandenbildungen. Rauschgift. Ganz zu schweigen von der Musik. Und schließlich gibt es ja auch noch anderswo chillige Strände. Copacabana zum Beispiel. Käme doch auch von den Farben her einigermaßen hin. Besser als Hasch und Reggae wäre auf jeden Fall Volksmusik. Wie singt Heino so schön: Schwarz-braun ist die Haselnuss.

Höflichkeit

Wenn zu mir ein auf Krawall gebürsteter Kerl sagen würde, dass ich „böse, sehr böse“ sei, dann würde ich dem Bub über den Kopf streichen und sagen: „Ist ja schon gut, mein Kleiner. Und jetzt geh‘ raus spielen!“ Zugegeben, bei manchen Frisuren fällt es schwer, darüber zu streichen. Aber man ist ja kein Unmensch. Die viel größere Herausforderung scheint es mir aber trotzdem zu sein, diesen zwar lautstarken aber ansonsten allem Anschein nach nur gerade mal durchschnittlich begabten und wenig gebildeten Jungen zumindest nach außen für voll zu nehmen. Was ja auch ein wichtiger Ansatz in der Pädagogik ist. Zumal, wenn schon ganz unübersehbar Minderwertigkeitskomplexe kompensiert werden. Das Ich also unbedingt gestärkt werden sollte, um Schlimmeres zu verhüten.

Solche Typen begegnen einem im täglichen Leben auf Schritt und Tritt. Also im Straßenverkehr, beim Metzger, im Büro. Und wenn es ganz schlecht läuft, sogar in der Familie. Und da lässt sich das ja noch einigermaßen handhaben. Was aber, wenn sich so jemand auf der politischen Bühne rumtreibt? Und dann auch noch glaubt, dass er alle Macht der Welt hätte. Ich habe deshalb aller größten Respekt vor Menschen, die der Konfrontation nicht aus dem Wege gehen können. Und das in erster Linie, weil sie Haltung bewahren. Sich nicht selber wie Halbstarke aufführen, sondern mit einer bewundernswerten Höflichkeit so tun, als hätten sie einen ernst zu nehmenden Gesprächspartner vor sich. Trotzdem bin ich gespannt, ob er nicht doch demnächst von jemand zum Spielen mit den Russen raus geschickt wird.

 

Evet?

Wieder einmal die Frage: Pest oder Cholera? Und vielleicht der Einwand: Was geht uns dieses Referendum in Anatolien an! Jetzt, wo keiner mehr zu uns kommt, um Türken und Türkischstämmige bei uns gegen uns aufzuwiegeln. Und die Antwort lautet: Weil das Ergebnis Pest und Cholera sein werden, geht es uns mehr denn je an. Gewinnt Erdogan, ist der Zug vollends abgefahren Richtung „Ein-Mann-Diktatur“ respektive „Osmanisches-Reich-Phantasien“.

Verliert er, wird er noch mehr Menschen ins Gefängnis stecken lassen. Denn wer gegen ihn gestimmt hat, ist ein Terrorist. Und Feind ist, wer Terroristen unterstützt. Also Deutschland zum Beispiel. Und Merkel wird ihre Raute machen und auf Verständigung setzen. Und trotzdem gibt es nur eine Antwort auf dieses Referendum.

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Wahl-Placebos

Wir haben Menschen, die Angst haben, ohne zu wissen, ob es wirklich einen Grund für diese Angst gibt. Es gibt Menschen in diesem Land, denen es gut geht. Die aber finden, es müsste ihnen noch besser gehen. Dann sollte man jene nicht vergessen, denen es wirklich dreckig geht, die aber keine Lobby haben. Auch die nicht, die sich berechtigte Sorgen um Deutschland, Europa und unsere Erde machen. Und selbst die Tatsache, dass wir sogenannte Abgehängte haben, darf man nicht leugnen. Auch wenn es unter diesen welche gibt, die gerne jemanden aufhängen würden.

Es ist also ein breites Spektrum, das sich den Parteien bietet. Und wohl wirklich keine Übertreibung zu sagen, dass es auch um Machterhaltung und den Drang nach Macht geht. Schließlich sind Politiker auch nur Menschen. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass wenigstens in diesem Wahlkampf, der nach Meinung der Medien ja jetzt schon richtig Fahrt aufgenommen hat, einmal nur versprochen wird, was auch einigermaßen sinnvoll und machbar ist. Und nicht, was nur dem Einfangen von Wählerstimmen dient. Wahl-Placebos lösen keine Probleme.

Worüber niemand spricht

Ich hatte es schon lange vermutet. Bisher aber noch keine Beweise. Doch jetzt habe ich ein Interview  gesehen. Und was da zur Sprache kam, hat meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt, was den Zustand unserer Republik betrifft. Vor allem, weil es aus berufenem Mund kam. Nämlich dem eines Anhängers des aktuellen US-amerikanischen Präsidenten. Er sagte, annähernd wortgetreu übersetzt: „Ihr Deutschen werdet vergewaltigt von den Flüchtlingen. Und Merkel guckt einfach zu. Die Flüchtlinge haben aus Deutschland ein Dritte-Welt-Land gemacht. Afrikaner waschen sich in euren Springbrunnen. Euren heiligen Springbrunnen in Bayern, Schwaben, in Österreich… Ich sag’s knallhart: Ihr bettelt andauernd bei den USA. Ihr winselt um unser Essen, unsere Unterstützung, unsere Hilfe. Ich habe keinen Bock mehr, für euch zu zahlen.“

Einmal davon abgesehen, dass der Mann die belgischen Springbrunnen nicht erwähnt hat, kann man davon ausgehen, dass seine Informationen absolut korrekt sind. Weil sie höchstwahrscheinlich auf den Mitteilungen des Präsidenten auf Twitter basieren. Die genauso höchstwahrscheinlich hierzulande nur in einer zensierten Version zu lesen sind. Eine Frage bleibt allerdings offen. Nämlich, wo sich die Afrikaner jetzt in den Wintermonaten gewaschen haben. Da waren unsere heiligen Brunnen doch abgeschaltet. Auf jeden Fall ziehe ich jetzt los, um mir bei McDonalds einen Big-Mac zu erbetteln. Oder ich gehe zu Starbucks. Vielleicht schenken sie mir wenigstens einen Kaffee.

Telefongespräche

Wie kann etwas „fundamentale Bedeutung“ haben, wenn es gleichzeitig „obsolet“ ist? Wie soll man „die ohnehin schon ausgezeichneten bilateralen Beziehungen“  in den nächsten Jahren noch „vertiefen“, wenn der Vorwurf im Raum steht, dass die andere Seite „katastrophale Fehler“ gemacht habe?  Und ist eine „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ möglich, wenn von einer Seite „Sanktionen“ nicht aufgehoben werden? Die Antwort auf die Frage, ob dies alles miteinander vereinbar ist, lautet schlicht: Ja!

 

Laut einem klinischen Wörterbuch ist dies durchaus möglich, wenn eine seelische Spaltung im Sinne des Neben- und Miteinander von gesunden und krankhaften Empfindungen und Verhaltensweisen vorliegt. Wobei keine Gesetzmäßigkeiten zu Grunde gelegt werden könnten. Der Verlauf könne schubweise rezidivierend sein, ebenso gäbe es auch die Möglichkeit eines Stillstandes. Wie sich aktuell gezeigt hat, kann letzterer offensichtlich jeweils für die Dauer eines Telefonates eintreten.