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Tränen

So anspruchslos bin ich mittlerweile, dass es mir die Freudentränen in die Augen treibt, weil Twitter einem US-Präsidenten, von Autor Paul Auster nur das Monster oder „45“ genannt, endlich mal auf die Finger geklopft hat. Genauer gesagt, Twitter hat zum ersten Mal einen Tweet von therealDonaldTrump mit einem Link versehen, unter dem nachzulesen war, wie die Realität aussieht. Und es kam noch besser. Nach dem Aufruf der Nummer 45 an die Adresse der Nationalgarde, bei Gewalt von Demonstranten in Minneapolis zu schießen, gab es von Twitter den Hinweis, dass dieser Tweet Gewalt verherrliche.

Auslöser für die Ausschreitungen ist bekanntermaßen die Tötung eines afro-amerikanischen Mannes durch einen weißen Polizisten. Weshalb wieder einmal Schwarze und auch ein paar Weiße auf die Straße gehen. Und wahrscheinlich waren es ja gar keine Freudentränen, sondern nur ohnmächtige Wut. Darüber, dass in jenem Land, das dem ganzen Planeten seine „Werte“ oktroyieren wollte und will und sich als Wiege der Demokratie geriert, Rassismus immer noch alltägliche und für Menschen anderer Hautfarbe oder Herkunft tödliche Normalität ist.