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Putsch in Deutschland

Bei Anschlägen von Islamisten, so monierte gerade eine regierungsnahe Tageszeitung, habe man wenig von den vorwiegend islamistischen Türken in Deutschland gehört. Geschweige denn gesehen. Doch jetzt wäre zu erwarten, dass zehntausende Türken bei der für Sonntag angekündigten Demonstration erwartet werden. Die sich allerdings nicht gegen Terroristen wendet sondern einem Mann den Rücken stärken soll, der gerade im Begriff ist in der Türkei eine Säuberungsaktion durchzuführen, wie sie die gleiche Tageszeitung früher am liebsten bei kommunistischen Regimen moniert hat.

Ich bin kein Abonnent von regierungsnahen Tageszeitungen. Was aber nicht bedeuten muss, dass ich nicht manchmal nachvollziehen kann, was dort an Meinungen vertreten wird. Denn die derzeitigen Ereignisse in Deutschland lassen darauf schließen, dass offensichtlich erstaunlich viele Türken in Deutschland glauben, ihr Deutschland würde zur Türkei gehören. Und der Präsident würde nicht Gauck sondern Erdogan heißen. Weshalb Anhänger der Gülen-Bewegung, die Erdogan als Drahtzieher des Putsches betrachtet, bedroht, ihre Einrichtungen mit Hass-Parolen beschmiert werden. Im Internet wird zu Mord aufgerufen.

Doch natürlich darf man jetzt nicht alle Türken in Deutschland unter den gerne bemühten Generalverdacht stellen. Und schon gar nicht, um sich nicht in den Reihen der Alternative für Deutschland wiederzufinden. Falls es die überhaupt noch gibt. Man hat schließlich schon länger nichts Substantielles gehört. Es bleibt abzuwarten, wie die Demonstration am Sonntag in Köln verläuft. Erst dann lässt sich sagen, ob Erdogan, der ja alle Türken in Deutschland dazu aufgerufen hat, nicht vielleicht einen Putsch in Deutschland plant. Bevor noch länger sein Stolz und seine Ehre von hiesigen Medien und Politikern beschmutzt werden.

So wie er jetzt anderen Ländern unmissverständlich klar gemacht, dass es diese einen Scheißdreck angeht, was in der Türkei passiert, wäre es nicht verwunderlich, wenn er jetzt auch die in Innenpolitik in Deutschland in seine bewährten Hände nimmt. Ich habe mir vorsichtshalber schon einmal eine türkische Nationalflagge gekauft und ein Plakat mit dem Konterfei des türkischen Präsidenten. Das ich natürlich hinter Panzerglas gerahmt habe. Damit nicht irgendwelche Halbwüchsige es herunter reißen können und von Erdogan wegen Majestätsbeleidung vor den Kadi gezerrt werden.

Mit der Kerze im Dixi Klo

Wir haben in Deutschland eine Kraftwerksreserve. Will heißen, dass alte Kohlekraftwerke, die eigentlich verschrottet werden sollten, nur still gelegt wurden. Damit man etwas in der Hinterhand hat, falls es jemals zu Stromengpässen kommt. Also zum Beispiel durch eine Sonnenfinsternis, die mehrere Wochen oder Monate andauert. Die Betreiber bekommen dafür vom Staat 1,6 Milliarden Euro Prämie gezahlt. Für den Grenzzaun, errichtet, um die illegale Einwanderung von Flüchtlingen aus Kriegsgebieten zu verhindern, hatte die ungarische Regierung ursprünglich 94 Millionen Euro bereitgestellt. Die tatsächlichen Kosten dürften aber um einiges höher sein. Frankreich hat hingegen für den Kampf gegen den Terror zusätzliche 425 Millionen Euro für Ausrüstung und Waffen der Polizei und Nachrichtendienste bereit gestellt. Und um die Flüchtlingsströme einzudämmen, soll die Türkei in den kommenden Jahren mit etwa 6 Milliarden Euro unterstützt werden. Zumindest ist das der letzte Stand.

Da erscheint es mehr als verständlich, dass die EU-Staaten nun wirklich nicht auch noch das Geld haben, um ein paar Lastwagen mit wasserdichten Zelten, ein paar Nahrungsmitteln und vielleicht einem oder zwei Dixi-Klos in das Camp von Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze zu schicken. Weshalb mein Vorschlag wäre, dass man im oberbayerischen Zorneding auf die geplante Lichterkette verzichtet und wenigstens das Geld für die Kerzen den Flüchtlingen im Camp von Idomeni spendet. Ein paar Teller warme Suppe sind besser als nichts. Schließlich würde auch Kerzenlicht nichts an der Hautfarbe ihres Pfarrers ändern, der sich jetzt wegen der Morddrohungen versetzen ließ. Er kann deshalb auch in Zukunft immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt sein.