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Heiterkeit ist recyclebar

Man macht sich ja so seine Gedanken. Über den Klimawandel. Was Merkel macht, wenn sie ausgelassen ist. Wo schon wieder die zweite Socke geblieben ist. Wer den letzten Mango-Joghurt gegessen hat. Und jetzt auch noch Karneval respektive Fasching. Doch wenigstens da hatte ich eine geniale Idee. Regnen jetzt doch wieder Tonnen von Papierschlangen und Konfetti auf die Närrinnen und Narren. Die spätestens am Aschermittwoch in den Mülltonnen landen. Also nicht nur bei der Herstellung CO² ausstoßen. Sondern auch bei der Beseitigung.

Mein Vorschlag: Luftschlangen aus Hanf. Vielleicht in der Luxusausführung von Hand gestrickt und alle natürlich immer wieder verwendbar und bei 30° in der Waschmaschine zu reinigen. Ob auch Konfetti aus Hanf hergestellt werden kann, das weiß ich nicht. Aber nachdem es auch Hanfkekse gibt, ist das vielleicht auch kein so großes Problem. Auf jeden Fall würde es auch wieder ein paar Arbeitsplätze mehr in Pakistan, Bangladesch oder Äthiopien bedeuten.

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Sonntagsruhe

Es gibt Momente und Gelegenheiten, da ist es überhaupt kein Vergnügen, wenn sich Erwartungen erfüllt haben. Also ganz im Gegensatz zu jenem Weihnachten, als man sich etwas ganz bestimmtes gewünscht hatte, und es dann auch wirklich auf dem Gabentisch lag. Aber soll man deswegen keine Erwartungen mehr haben? Auch wenn es mit fortschreitendem Alter immer häufiger Erwartungen sind, die sich an der Realität und an den Erfahrungen orientieren, also nicht mit Begriffen wie „froh“, „schön“ oder „freudig“ verknüpft sind?

Ich halte es für eine der Errungenschaften des Alters, dass man im günstigsten Falle oft näher an der Realität ist, sie leichter erträgt, sie nicht mehr übertünchen, einfärben muss. Was ja einer gewissen Logik nicht entbehrt. Man hat schließlich schon zu viel und zu oft gesehen, um es noch leugnen zu können. Man hat sich im günstigsten Fall an die Schizophrenie gewöhnt. Dass es die schrecklichste aller Welten ist. Und auf der anderen Seite die schönste. Und dass der gemeinsame Nenner der Mensch ist.

Was nicht bedeutet, dass man alles hinnehmen muss. Aber man kann Erwartungen eben entsprechend realistisch ausrichten. Auch wenn es dann nicht immer ein Vergnügen ist, wenn sie sich erfüllen. Aber immerhin gibt es ja auch noch Überraschungen. Selbst dann, wenn einem spontan aus der jüngeren Zeit keine einfällt. Warum also die Zeit vergeuden mit Dingen, die man nicht ändern kann. Lieber Zeit und Kraft auf das verwenden, was verändert werden kann. Ich zum Beispiel, ich trage jetzt den Müll runter. Obwohl ich das sonntags noch nie gemacht habe.

Theresa im Juni

Sie hat es zur Schicksalswahl gemacht. Als ob sie keinen Vorgänger gehabt hätte. Doch jetzt ist es der Premierministerin Großbritanniens ergangen wie ihm. Sie wollte Volkes Wille hinter sich haben. Jetzt steht er ihr im Weg. Zwölf Mandate hat sie verloren. Sie wollte gehen, wenn sie sechs Mandate verlieren würde. Und Theresa May bleibt. Obwohl sie jetzt ihren harten Brexit wohl nur noch ziemlich weich gebacken bekommt. Aber so ist nun einmal das Volk. Und das mehr und mehr. Es macht einfach nicht mehr, was es soll. Markentreue legt es nur noch an den Tag, wenn es SUVs und Smartphones kauft.

Weshalb es durchaus auch sein könnte, dass bei Neuwahlen ein Herr Trump mit überwältigender Mehrheit gewählt wird. Und nicht nur mit weniger Stimmen als die Konkurrentin. Doch es ist zu befürchten, dass das noch mehrere Generationen dauert, bis die Politikerinnen und Politiker (politische Korrektheit ist bei mir noch nicht im Müll gelandet) aus der alten Garde das gemerkt haben: Schnelles Internet gibt es inzwischen nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Köpfen vieler Menschen.

 

Erdbeeren, Kaffeekapseln und SUVs

Der Hamburger Senat hat jetzt den Kauf von Kaffeekapseln durch Angestellte und Staatsdiener auf Staatskosten untersagt. In erster Linie, weil durch Kaffeekapseln enorm viel Müll produziert und Energie durch die Verpackung verschwendet wird. Es hat sich bereits eine Initiative gebildet, die auch auf Städte wie zum Beispiel Berlin oder München Druck ausüben will, dem Beispiel Hamburgs zu folgen. Ein sinnvolles und unterstützenwertes Vorhaben, das den Umweltschutz und die Energiewende, die ja auch durch die Einsparung von Energie vorangetrieben wird, bestimmt wieder einen Schritt weiter bringt.

Was ich aber vermisse, das ist zum Beispiel eine Regelung, die untersagt, im Monat März ein Kilo Erdbeeren für 1,98 € in Supermärkten anzubieten. Zwar hält sich der Müll in diesem Zusammenhang einigermaßen in Grenzen, der entscheidende Faktor ist hier jedoch die enorme Energie, die aufgewendet werden muss, um schon um diese Jahreszeit und so preiswert Erdbeeren anzubieten. Von Heizungsanlagen für Spargel, damit es in den Supermärkten schon vor der Spargelzeit Spargel gibt, ganz zu schweigen.

Auch habe ich keinerlei Verständnis dafür, dass riesige SUVs, also diese sogenannten Sport- respektive Nutzfahrzeuge in Städten stundenlang im Stau stehen und aufgrund ihrer Größe oft ebenso lange nach Parkplätzen suchen. Hier sehe ich ganz besonders viel Potential Energie und Material einzusparen. Und auch der Müll ließe sich reduzieren, den die Insassen verursachen, wenn sie wegen der langen Fahrzeiten Fast-Food verzehren und Verpackungen und Trinkbecher während der Fahrt entsorgen. Aber auf jeden Fall ist das mit den Kaffeekapseln schon mal ein guter Anfang.

Fasten ohne Fasten

Zugegeben, ich bin ein bisschen spät dran. Aber ich kann mich einfach nicht entschließen. Hätte mir aber auch schon gestern einer sagen können, dass heute die Fastenzeit anfängt. Und vor allem, dass es inzwischen gar nicht mehr so sehr um das reine Fasten geht. Schließlich ist ja sowieso schon das ganze Jahr Low- und Slow-Food angesagt. Zumindest wenn man den Auflagen diesbezüglicher Bücher glaubt, die im Übrigen etwas konterkariert werden von Meldungen, wonach mehr als 70 Prozent der Männer und etwa 50 Prozent der Frauen hierzulande übergewichtig sind.

Jedenfalls sind Einschränkungen beim Essen, die ursprüngliche Idee fürs Fasten, ziemlich out. Was inzwischen von vielen Menschen viel lieber praktiziert wird, das ist zum Beispiel „Handy-Fasten“. Eine Bekannte von mir macht das. Sie verzichtet auf ihr Smartphone. Also sie macht es aus, während sie schläft. Hat das außerdem letztes Jahr schon gemacht, und es war eine wirklich harte Zeit. Sie ist nämlich nachts häufig wach geworden, weil sie glaubte, das Handy hätte geklingelt. Und nachdem sie fast jedes Mal die Gelegenheit nutzte, um beim Kühlschrank vorbei zu schauen, hat sie in der Zeit drei Kilo zugenommen.

Also alleine schon deswegen ist das nichts für mich. Vielleicht sollte ich mich besser für das Einkaufs-Fasten entscheiden. Ich könnte zum Beispiel für die ganze Fastenzeit darauf verzichten, Socken zu kaufen. Oder alle Besuche in Eisdielen streichen. Schließlich geht es ja in erster Linie darum, auf etwas zu verzichten, was man gerne hat oder gerne tut. Und das ist wahrscheinlich die Lösung. Ich verzichte jetzt in den nächsten 39 Tagen darauf, den Müll runter zu tragen. Das wird mir wirklich schwer fallen. Vielleicht habe ich mich ja an Ostern so sehr daran gewöhnt, dass ich auch den Rest des Jahres darauf verzichten kann.

Bobtails und Obergrenzen

Meine Nichte hat damit angefangen. Sie forderte eine Obergrenze für Witze bezüglich ihrer Frisur. Sie hat beim Friseur nicht aufgepasst, beziehungsweise der Friseur hat nicht richtig aufgepasst, und jetzt erinnert sie etwas an einen Bobtail. Nach harten Verhandlungen haben wir uns jetzt auf die Zahl Fünfzig geeinigt. Pro Tag. Und das macht nun Schule. Inzwischen haben wir eine Obergrenze für Haare im Waschbecken. Socken auf dem Schlafzimmerboden. Sätze, die mit „aber“ oder „kannst du mal?“ anfangen. Noch zu keinem Ergebnis sind wir für die Bereiche „Kekse“, „Sex“, „Wirtshausbesuche“, „Computerspiele (Stunden)“, „Müll raus tragen (wöchentlich)“ und „Sportsendungen“ gekommen.

Und wir fragen uns, wie wir bisher unser Leben gemeistert haben ohne Obergrenze. Zumindest weiß ich für mich jetzt, woher meine permanente Erschöpfung kam. Es war einfach diese andauernde und ermüdende Entscheidungsfindung. Also jedes Mal aufs Neue mit sich zu ringen, ob jetzt dieser Keks noch gegessen werden soll oder nicht. Jetzt wird einfach ein Keks nach dem anderen hineingestopft, bis die Obergrenze erreicht ist. Und das war es dann. Entspannt kann man anschließend sein Kontingent Computerspielzeit abarbeiten. Sich darüber freuen, dass die Obergrenze für „Müll raus tragen“ erreicht ist.

Zugegeben, anfänglich war ich ja dagegen. Also gegen diese Obergrenze für Flüchtlinge. Aber jetzt, nach diesem wirklich positiven Ergebnis im persönlichen Bereich, habe ich vollstes Verständnis für diese Forderung. Es macht das Leben einfach einfacher. Und ein kleines Problem dürfte sich jetzt eigentlich nur noch aus dem Wetterumschwung ergeben. Schließlich haben wir ja so etwas wie einen Wintereinbruch. Und man muss wohl davon ausgehen, dass auf Grund der Temperaturen der eine oder andere Flüchtling erfrieren wird. Aber vielleicht muss man da einfach auch nur eine Obergrenze festlegen. Dann müssen sich halt die Flüchtlinge einfach daran halten. Wir wären jedenfalls aus dem Schneider.