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Fluchtursachen bekämpfen

Fluchtursachen bekämpfen. Davon sprechen Politiker oft und gerne, seit sich Zehntausende von Afrika aus nach Europa aufgemacht haben. Ines und Claus Egger handeln, einst im Oberbayerischen beheimatet, seit sie die Leitung eines Resorts an der Küste Ghanas übernommen haben. Aufgerüttelt von dem Elend der Menschen und dem Raubbau an der Natur um sie herum. Sie haben die Möglichkeiten genutzt, die ihnen aufgeschlossene Menschen und das weite Areal boten, das zu diesem Resort gehört.

Vom Hotelier zum Entwicklungshelfer

Ines und Claus Egger hatten in Deutschland ein Hotel geführt, schon damals auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit geachtet. Und eigentlich hatten sie vor, das auch in Ghana zu tun, als sie sich vor acht Jahren für einen Neuanfang entschieden und die Leitung des Resorts Ankobra Beach in der Nähe der Stadt Accra übernahmen. Aber bald war für sie klar, dass sie mehr tun würden, als nur Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Es waren die Not der Menschen und der Raubbau an der Natur in ihrem Umfeld, die sie handeln ließen. Weil zum Beispiel die illegale Suche nach Gold in der nahen Mündungsregion des Ankobra-Flusses durch Chemikalien die Fischbestände drastisch dezimiert. Der Fischfang aber für die meisten Familien in dieser Küstenregion Existenzgrundlage ist. Und weil sich kaum jemand teuren Brennstoff fürs Kochen kaufen kann. Weshalb von einst tausenden von Quadratkilometern Regenwald nur noch die Hälfte übrig ist.

Ganz Feuer für eine Idee

Doch es gibt kilometerweite, wild und schnell nachwachsende Bambusfelder. Was Claus Egger nach Möglichkeiten suchen ließ, mit sogenannten Kilns umweltschonend und nachhaltig Holzkohle aus Bambus zu gewinnen. Und er fand sie. Dass dabei ein Destillat gewonnen werden kann, das Pflanzen stärkt und den Boden verbessert, führte außerdem dazu, dass trotz schwierigen Klimas unter der Regie von Ines Egger bald reichlich Obst und Gemüse gediehen. „Wir haben bewiesen, dass es geht“, sagt sie, inzwischen mit ihrem Mann Arbeitgeber für an die 70 Leute. Die nicht nur Bambus ernten und erschwingliche Holzkohle herstellen, sondern zum Beispiel auch Möbel aus Bambus fertigen. Durch die Arbeit und Initiativen von Ines und Claus Egger und ihren oft freiwilligen Helfern wurden ökologische Kreisläufe geschaffen, die die Umwelt entlasten. Und für Arbeit sorgen. Nun sollen mit einem „Innovations-Zentrum“ die gewonnenen Erkenntnisse an möglichst viele Menschen weiter gegeben werden. Weshalb Ines und Claus Egger unter www.ankobrafarms.com/ auch ein Crowdfunding gestartet haben. Damit sie weiterhin handeln können. Und es nicht nur bei Worten bleibt.

 

(Veröffentlicht unter http://www.energiezukunft.eu)

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Nachhaltige Kekse

Das Resümee für die gerade vergehende Woche: Keine besonderen Vorkommnisse. ISIS hat in der syrischen Stadt Palmyra damit begonnen, Statuen zu zerstören. Stichwort: Weltkulturerbe! Britanniens Premier, David Cameron, ist auf Promotion-Tour gegangen. Stichwort: EU-Austritt. 30.000 Polizisten werden abgestellt, damit sieben Staatshäupter nicht beim Plaudern gestört werden. Stichwort: Steuergelder. Interessant ist nur, was in diesem Zusammenhang auf der offiziellen Web-Seite der bayerischen Polizei zu lesen ist.

Zitat: „Der G7-Gipfel 2015 in Elmau ist eine hervorragende Möglichkeit, dass sich Bayern in der ganzen Welt als perfekter Gastgeber mit seiner attraktiven Landschaft und kulturellen Vielfalt präsentiert. Die Bayerische Polizei wird ihren Beitrag leisten, um der Weltöffentlichkeit rund um den Gipfeltermin 7. und 8. Juni 2015 nicht nur ein landschaftlich wunderschönes und gastfreundliches, sondern auch sicheres Land zu präsentieren.“

Wirklich bewegt hat mich hingegen das Logo, das ich auf der Verpackung einer Schachtel mit Keksen entdeckt habe. „Pro Planet“ steht da. Natürlich wollte ich wissen, was sich dahinter verbirgt. Die Auflösung: Eine Handelskette. Die mit diesem „Navigationssystem für nachhaltigere Produkte“ Verbrauchern, die „bei ihrem Einkauf auf den Schutz der Umwelt und auf die Sozialverträglichkeit von Produkten achten“, eine verlässliche Orientierungshilfe bieten will. Und so Produkte „mit nachhaltigem Mehrwert zu attraktiven Preisen anbieten und den nachhaltigen Konsum in der Breite fördern“ will.

Womit sie schon den ersten Preis im Wettbewerb „Floskeln ohne jede Bedeutung“ gewonnen hat. Also liebe Handelskette, was ihr da zu verkaufen versucht, das ist nicht „Pro Planet“. Das ist nicht „für den Planeten“. Es ist einfach nur, damit ihr noch mehr Kekse und all das andere Zeug verkaufen könnt. Und außerdem könnt ihr absolut nichts für diesen Planeten tun. Denn dem ist es so was von – man verzeihe mir den Ausdruck – scheißegal, was die Menschheit im Allgemeinen und irgendwelche Handelsketten im Speziellen für ihn tun wollen. Er wird sich noch nicht einmal mehr an sie erinnern, wenn es sie nicht mehr gibt.