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Sommer-Interview

Jetzt mache ich mir so langsam richtig Sorgen um die alte Dame. Dass nicht gerade alles zum besten läuft bei der SPD, ist ja nicht erst seit gestern allgemein bekannt. Aber ich hätte nie gedacht, dass es so schlimm ist. Doch wie jetzt die Aussage von Fraktionsvorsitzender Andrea Nahles unmissverständlich deutlich machte, geht es wohl wirklich um alles.

Sie hat nämlich gesagt, dass man jetzt Herrn Erdogan und die schwächelnde Lira nicht im Regen stehen lassen dürfe, schließlich sei die Türkei ein Nato-Partner und unbedingt in schweren Zeiten zu unterstützen, weil sie so wichtig für Europa sei. Justiz, Pressefreiheit und Menschenrechte in allen Ehren und natürlich mit Ausnahme inhaftierter deutscher Staatsbürger.

Und dafür kann es eigentlich nur einen Grund geben. Nachdem der deutsche Arbeiter nicht mehr die Zukunft für die SPD ist, weil es ihn in der traditionellen Form kaum noch gibt, spekuliert man bei den Genossen jetzt wohl darauf, dass man bei den nicht wenigen AKP-Anhängern und Erdogan-Unterstützern in deutschen Landen zumindest ein paar Stimmen für die SPD rekrutieren kann. Oder es lag einfach an den Temperaturen. Das Interview fand schließlich im Freien statt.  

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Höflichkeit

Wenn zu mir ein auf Krawall gebürsteter Kerl sagen würde, dass ich „böse, sehr böse“ sei, dann würde ich dem Bub über den Kopf streichen und sagen: „Ist ja schon gut, mein Kleiner. Und jetzt geh‘ raus spielen!“ Zugegeben, bei manchen Frisuren fällt es schwer, darüber zu streichen. Aber man ist ja kein Unmensch. Die viel größere Herausforderung scheint es mir aber trotzdem zu sein, diesen zwar lautstarken aber ansonsten allem Anschein nach nur gerade mal durchschnittlich begabten und wenig gebildeten Jungen zumindest nach außen für voll zu nehmen. Was ja auch ein wichtiger Ansatz in der Pädagogik ist. Zumal, wenn schon ganz unübersehbar Minderwertigkeitskomplexe kompensiert werden. Das Ich also unbedingt gestärkt werden sollte, um Schlimmeres zu verhüten.

Solche Typen begegnen einem im täglichen Leben auf Schritt und Tritt. Also im Straßenverkehr, beim Metzger, im Büro. Und wenn es ganz schlecht läuft, sogar in der Familie. Und da lässt sich das ja noch einigermaßen handhaben. Was aber, wenn sich so jemand auf der politischen Bühne rumtreibt? Und dann auch noch glaubt, dass er alle Macht der Welt hätte. Ich habe deshalb aller größten Respekt vor Menschen, die der Konfrontation nicht aus dem Wege gehen können. Und das in erster Linie, weil sie Haltung bewahren. Sich nicht selber wie Halbstarke aufführen, sondern mit einer bewundernswerten Höflichkeit so tun, als hätten sie einen ernst zu nehmenden Gesprächspartner vor sich. Trotzdem bin ich gespannt, ob er nicht doch demnächst von jemand zum Spielen mit den Russen raus geschickt wird.

 

Telefongespräche

Wie kann etwas „fundamentale Bedeutung“ haben, wenn es gleichzeitig „obsolet“ ist? Wie soll man „die ohnehin schon ausgezeichneten bilateralen Beziehungen“  in den nächsten Jahren noch „vertiefen“, wenn der Vorwurf im Raum steht, dass die andere Seite „katastrophale Fehler“ gemacht habe?  Und ist eine „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ möglich, wenn von einer Seite „Sanktionen“ nicht aufgehoben werden? Die Antwort auf die Frage, ob dies alles miteinander vereinbar ist, lautet schlicht: Ja!

 

Laut einem klinischen Wörterbuch ist dies durchaus möglich, wenn eine seelische Spaltung im Sinne des Neben- und Miteinander von gesunden und krankhaften Empfindungen und Verhaltensweisen vorliegt. Wobei keine Gesetzmäßigkeiten zu Grunde gelegt werden könnten. Der Verlauf könne schubweise rezidivierend sein, ebenso gäbe es auch die Möglichkeit eines Stillstandes. Wie sich aktuell gezeigt hat, kann letzterer offensichtlich jeweils für die Dauer eines Telefonates eintreten.

not amused

Wie aus dem näheren Umfeld der britischen Premierministerin zu erfahren war, ist Theresa May mehr als verärgert über das Ergebnis ihres Besuches bei US-Präsident Donald Trump. Zwar sehe sie es immerhin als Erfolg an, dass Donald Trump vor laufenden Kameras nicht ihrer Darstellung widersprach, dass die USA an den gemeinsamen Zielen der Nato festhalten.

Was dann aber hinter den Säulen des White House passierte, soll sie und insbesondere als Frau als zutiefst diskriminierend empfunden haben. Wie sogar mit einer Kamera festgehalten, hat Donald Trump dort nur nach ihrer Hand gegrabscht. Laut Insiderberichten soll Theresa May nun nach alternativen Fakten suchen, die sie der Weltöffentlichkeit präsentieren kann, um ihren Imageschaden so gering wie möglich zu halten.