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Entdeckung

Es ist immer auch eine Chance, solch eine Tragödie. Die Möglichkeit zum Beispiel, Entdeckungen zu machen. Vielleicht nicht gleich neue Kontinente. Aber Menschen zum Beispiel, die Pflegerinnen oder Pfleger, Kassiererinnen oder Kassierer, Paketausfahrerinnen oder Paketausfahrer sind, und dann von heute auf morgen zu Helden gemacht wurden. Obwohl sie das nie wollten.

Und so etwas ähnliches passiert jetzt mit Großeltern. In Familien, in denen Kindern, wenn sie fragten, was das denn sei, Oma und Opa, zur Antwort bekamen, dass das die Leute wären, die zu Weihnachten und Geburtstag Geld schickten, werden auf einmal bittere Tränen vergossen, weil man Oma und Opa zu Ostern nicht besuchen kann. Weil sie zum Beispiel auf Teneriffa von der Rückholaktion „Deutsche Luftbrücke“ vergessen wurden.

Verwundert fragen sich nunmehr alte Menschen, wer denn da im Garten ihres Einfamilienhauses steht und mit durchtränkten Taschentüchern winkt. Weil sie einfach ihre Kinder nicht erkennen, gar nicht wussten, dass sie schon Enkelkinder hatten. Seit der Schutz der alten Herrschaften es verlangt, dass man ihnen nicht zu nahe kommt, hat Deutschland Oma und Opa entdeckt. Und trauert, dass sie jetzt so fern sind, wie man sie sich schon immer gewünscht hat. Halt! Nicht ganz Deutschland. Es gibt ja auch Migranten.

Ostern

Ich bin selber überrascht. Und natürlich verstehe ich nicht alles. Aber niemand ist perfekt. Ich nicht. Und ein Papst auch nicht. Doch wenn ich mir schon anmaße, eine Osterbotschaft zu verkünden, dann diese: Gehet hin in Frieden und schaut euch diesen Film an. Lasst einmal die jungen Ärzte ausfallen und zieht euch diesen Film rein, es gibt ihn noch sechs Tage kostenlos in der ZDF Mediathek. Sein Titel: Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes.

Und nein, das ist kein Schreibfehler, und ich habe auch keine Drogen genommen. Sondern nur festgestellt, dass ich in mancher Sicht auf die Dinge nicht alleine bin. Also wenn das kein österlicher Gedanke ist, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. In diesem, anderen Sinne: Ein frohes Osterfest mit guten Gedanken. Und für zögerliche Menschen hier noch der Link:

https://www.zdf.de/dokumentation/dokumentation-sonstige/papst-franziskus-ein-mann-seines-wortes-100.html

 

Feiertage

Ich habe volles Verständnis mit den Leuten, die einfach nicht so genau wissen, ob jetzt Ostern ist, weil Jesus gestorben ist. Oder weil er geboren wurde. Man kann das inzwischen ja wirklich leicht verwechseln. Also bei den Geschenken für die lieben Kleinen kann man ja die beiden Feste kaum noch auseinanderhalten. Und egal, ob es jetzt Weihnachten ist oder Ostern, man fährt weg. Und wenn es irgendwie möglich ist in den Süden. Oder nach Dubai.

Und auch was Vorbereitungen für das Essen betrifft im Extremfall, dass man zu Hause bleibt, da gibt es ja nun wirklich keine so elementaren Unterschiede. Und mehr und mehr muss man auch feststellen, dass es auch keinen Sinn macht, sich am Wetter zu orientieren. Bezüglich der Temperaturen gibt es eigentlich kaum noch Unterschiede.

Aber einen Punkt habe ich jetzt gefunden, daran kann man eindeutig fest machen, ob es Ostern ist oder Weihnachten. Wenn die Bundesliga in die Winterpause geht, dann ist Weihnachten. An Ostern beginnen die letzten Bundesligaspiele der Saison.

Ostermärsche

Warum schweigt die Weltengemeinschaft? Warum werden keine Sanktionen verhängt? Wo ist die uneingeschränkte Solidarität, die der bundesdeutsche Außenminister Heiko Maas noch vor kurzem dem israelischen Präsidenten Benjamin Netanjahu zugesichert hat? Warum schicken die USA keine Sondereinheiten nach Israel, um das Land im Kampf gegen den Terror zu unterstützen? Sind 16 Tote und mehr als 1400 Verletzte nicht Grund genug? Ich jedenfalls verstehe die Welt nicht mehr, schließlich sprechen wir hier ja nicht von irgendeinem Land des sogenannten arabischen Frühlings.

Der Pressesprecher der israelischen Armee, Brigadegeneral Ronen Manelis, hat es einen Tag nach den Vorkommnissen zumindest auf den Punkt gebracht:  „Was wir gestern sahen, war kein Protest, sondern ein organisierter Terrorangriff, der vom militärischen Arm der Hamas und anderen Terrororganisationen sorgfältig vorbereitet wurde“, sagte er, nachdem am Karfreitag 30.000 Palästinenser, darunter unzählige Frauen und Kinder, in Gaza anlässlich der Gründung Israels vor 70 Jahren an der Grenze zwischen Israel und Gaza vorgegeben hatten, für ein „Recht auf Rückkehr“ demonstrieren zu wollen.

„Wer am Freitag starb, war direkt an terroristischen Aktivitäten beteiligt“, sagte Manelis, „wenn es so weitergeht, werden wir uns gezwungen sehen, innerhalb Gazas gegen die Menschen vorzugehen, von denen wir wissen, dass sie hinter den Angriffen stecken.“  Was auch erklären würde, warum eines der Opfer durch einen Schuss in den Rücken getötet wurde. Israels Präsident Benjamin Netanjahu lobte dann auch die israelische Armee, die keine Verletzten oder Toten zu beklagen hatte, nach dem organisierten Terrorangriff: „Ein Bravo unseren Soldaten“, sagte er laut der französischen Zeitung „Le Figaro“.

Vorbeugende Maßnahme

Viele Menschen fragen sich so kurz vor Ostern und nach dem Besuch des frisch ernannten Bundesaußenministers und Gabriel-Nachfolgers in Israel, warum nur Freundschaftsbekundungen, Schuldbekenntnisse und Gelöbnisse zu hören waren. Und kein einziges Wort bezüglich Siedlungspolitik und Zwei-Staaten-Lösung. Wo man den vormaligen Justizminister Heiko Maas insbesondere im Umgang mit Internet-Giganten bisher als eher forsch und mutig voran preschend erlebt hatte.

Ich habe bis heute gerätselt, doch jetzt eine plausible Erklärung für dieses Verhalten gefunden. Der Grund sind die Strafzölle auf Stahl, die US-Präsident Donald Trump der EU angedroht hat, und die trotz Aufschub noch nicht vom Tisch sind. Strafzölle, die Umsatzeinbußen für die deutschen Stahlerzeuger bedeuten würden. Was natürlich üblicherweise Arbeitsplätze kostet. Und ein SPD-Politiker natürlich nicht dulden könnte.

Deshalb hat Maas jetzt schon mal vorgebeugt. Denn Umsatzeinbußen der heimischen Stahlindustrie lassen sich schließlich am besten durch Rüstungsgeschäfte kompensieren. Und da fällt einem selbstverständlich als erstes Israel ein. Schließlich ist es eines der letzten Länder, das man noch beliefern kann ohne Angst haben zu müssen, dass diese Waffen für etwas anderes benutzt werden als für die Verteidigung. Nach diesem Besuch von Heiko Maas kann es wohl nicht mehr lange dauern, bis die ersten Bestellungen Israels bei der deutschen Rüstungsindustrie eingehen.

Wetterkapriolen

Ich bin jetzt nicht unbedingt der geborene Verschwörungstheoretiker. Doch manchmal, so scheint es mir, geht es nicht anders. Dann erliege ich der Versuchung. Zum Beispiel, was die gegenwärtigen Wetterkapriolen betrifft. Ich bin inzwischen felsenfest davon überzeugt, dass Schnee und Eis, die jetzt Ende März immer noch die Natur daran hindern ihr buntes Kleid anzuziehen, der Politik geschuldet sind. Denn auch wenn bunte Ostereier im Schnee natürlich sehr viel leichter zu finden sind, eigentlich war das Osterfest, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ursprünglich keine PR-Aktion der Supermärkte für Süßigkeiten und Gourmet-Speisen in Folie oder tiefgefroren und in diversen Geschmacksrichtungen. Sondern ein kirchliches Fest und Synonym für Auferstehung und Neuanfang.

Und ja, dass dem in diesem Jahr nicht so ist, davon bin ich überzeugt, daran ist die Politik schuld. Die Tatsache, dass wir eine GroKo und ein Heimatmuseum haben. Eine Groko, die eigentlich GroKä heißen müsste: Große Kälte. Ein Synonym ist für Kälte und Eis, die alles erstarren lassen. Für Stillstand. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir bereits blühende Landschaften und eine bunte Vielfalt hätten, wenn es zu Jamaika gekommen wäre. Auch wenn das natürlich das Risiko des einen oder anderen kleinen Wirbelsturms beinhaltet hätte. Jedenfalls könnten wir mit Jamaika jetzt sicher schon in leichter Kleidung in Straßencafés sitzen und eine Latte schlürfen. Also noch einmal: Dankeschön, Herr Lindner! Danke F.D.P!

Osterbräuche

Was haben wir es doch wieder einmal gut getroffen. Während hierzulande Ostern inzwischen eher Weihnachten gleicht, weil Geschenke und Essen und Trinken viele alte Bräuche verdrängt haben, gibt es immer noch Länder und Regionen, in denen die traditionellen Osterbräuche durchaus noch gepflegt werden. Damit soll natürlich nicht behauptet werden, dass nicht auch bei uns Schokoladen-Nikoläuse zu Osterhasen umgegossen und die Gänse durch Osterlämmer ersetzt werden. Aber wer praktiziert hier noch den guten alten, bayerischen Brauch, ein hoffentlich hart gekochtes Ei über das Hausdach zu werfen, damit das Jahr über der Blitz nicht einschlägt? Zugegeben, bei Häusern mit vier Etagen und mehr könnte es etwas schwierig werden.

Aber das ist noch lange kein Grund, einfach nur im nächsten Baumarkt einen Blitzableiter zu kaufen. Und was machen sich in anderen Ländern die Menschen eine Mühe. Und in einem konkreten Fall sogar die Männer. In der Slowakei oder auch in Tschechien verabreichen sie den Frauen nämlich am frühen Morgen erst einmal eine kalte Dusche und schlagen sie mit Weidenruten. Richtig anstrengend kann Ostern allerdings auch in Mexiko werden. Dort werden nämlich gerne farbenfrohe Figuren aus Pappmaché verprügelt. Dass die meisten Osterbräuche heidnischen Ursprungs sind, das wird hingegen in Finnland eindrucksvoll demonstriert. Hier hat schon mancher Osterhase fast einen Herzinfarkt bekommen. Weil nämlich ab Karfreitag die Hexen los sind und einen mörderischen Lärm machen, um den Winter endgültig zu vertreiben.

Keinen religiösen Hintergrund dürfte allerdings auch ein Brauch auf den fernen Philippinen haben, der vor allem bei den Kindern gefürchtet ist. Heben doch hier die Eltern, während die Osterglocken läuten, ihre kleinen Kinder am Kopf hoch. Damit sie einmal groß und stark werden. Was aber vergleichsweise immer noch recht harmlos ist. Denn in Australien versucht man schon seit einiger Zeit, ausgelöst von einer jahrelangen Kaninchenplage, den Osterhasen abzuschaffen und durch einen „Oster-Bilby“ zu ersetzen. Der in Wirklichkeit ein Kaninchennasenbeutler und ziemlich hässlich ist. Was dieses Vorgehen im Hinblick auf sensible Kinder besonders grausam erscheinen lässt.

Was hat es da der Osterhase doch bei uns gut. Nicht nur, dass er sich alle Jahre wieder zu Ostern über Vollbeschäftigung in Werbespots freuen darf. Er darf auch nach wie vor ein Hase sein. Und schlägt auch noch auf der Beliebtheitsskala um Ohrlängen den Palmesel. Der früher ganz selbstverständlich zur Prozession am Palmsonntag gehörte, an dem eine Woche vor Ostern des Einzugs Jesu in Jerusalem gedacht wird. Inzwischen soll es aber in Bayern nur noch eine Gemeinde geben, in der ein Pfarrer auf einem richtigen Esel die Prozession anführt. Es gibt allerdings keine belastbaren Erkenntnisse, ob dies am negativ besetzten Image des Esels liegt. Oder einfach daran, dass es zumindest in der Tierwelt kaum noch Esel gibt.