Schlagwort-Archive: Politik

Soziale Verträglichkeit

Die Menschen sind zu bedauern. Wie bereits in den Medien berichtet, ist eine Sturmfront mit Sturzfluten und Tornados durch den Süden der USA gezogen. Es ist von mindestens acht Toten die Rede. Darunter Kinder. Ganze Ortschaften wurden zerstört. Zahlreiche Häuser. Vor einem Monat hat der Zyklon Idai große Landstriche in Simbabwe und Mosambik zerstört, unbewohnbar gemacht. Mehr als 1oo Menschen kamen ums Leben. Es werden wohl noch weitere sterben, es drohen Epidemien.

Das Jahr hat aber gerade erst begonnen. Und der Politiker Wolfgang Kubicki sagte an die Adresse von Robert Habeck, der sich mit der #fridaysforfuture-Bewegung solidarisch erklärte, gerichtet: „Wer regieren will, muss konkrete Antworten geben. Die Menschen können erwarten, dass Du erklärst, wie sich Deine Solidarität mit „Fridays for Future“ konkret politisch umsetzen lässt – sozial verträglich, in einem demokratischen Gemeinwesen, in einem Rechtsstaat.“ Weshalb man Herrn Kubicki mal verraten sollte, dass es in der Menschheitsgeschichte noch nie gelungen ist, lebenswichtige Veränderungen „sozial verträglich“ durchzubringen.

Und ich befürchte, dass dieser Planet auch nicht „sozial verträglich“ vor den gravierenden Veränderungen bewahrt werden kann, die auch der Menschheit in einem demokratischen Gemeinwesen gefährlich werden dürften. Will man diese Serie zum ersten Mal zumindest in Teilen durchbrechen, gäbe es da jedenfalls eine sehr gute Möglichkeit. Man könnte nämlich dieses eine Mal die größere Last nicht auf den Rücken derer verteilen, die am wenigsten haben. Man könnte nämlich dieses Mal die zur Kasse bitten, die bisher Kasse gemacht haben. Auch mit der Zerstörung dieser Mutter Erde, die jetzt zu den Zerstörungen führen.

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Politik heute

So geht Politik. Da demonstrieren zum Beispiel Menschen in gelben Westen, weil ihnen so langsam das Benzin zu teuer wird. Kann man verstehen. Nicht ganz so verständlich, dass es dabei zu Attacken auf Geschäfte oder Monumente und gegen Polizisten kommt. Doch jetzt, nachdem der Mob organisiert in französischen Städten tobt, lichtet sich langsam der Nebel. Denn inzwischen geht es auch um den Migrationspakt der UN, also gegen Flüchtlinge, einen Verlust der eigenen Kultur.

Und das insbesondere und befeuert in den sogenannten sozialen Medien, dem Lieblings-Medium aller Nationalisten und Rassisten. Sehr verständlich, dass sich Marine Le Pen, Chefin des einstigen Front National, wieder einmal die Hände reibt. Sie liebt die sozialen Medien und lässt sie je nach Bedarf bespielen. Sie und andere aus dem rechten Spektrum haben begriffen, wie man heutzutage Politik macht.

Vergebliche Suche

Nein, dass ich gestern nichts geschrieben habe, das lag jetzt wirklich nicht daran, dass ich keine Lust hatte. Oder keine Idee. Ich wollte einfach wieder mal eine gute Nachricht bringen. Und ich gebe zu, ich hatte so sehr auf Horst Seehofer gehofft. War wohl keine gute Idee. Also habe ich mir dies und das angeschaut, mich durch hunderte Seiten gezappt. Verschiedenste Themen abgeklopft. Politik, Umwelt, Medizin, Sex im Alter. Kein Treffer. Bis ich heute zufällig in Indien gelandet bin. In Mumbai. Und bei Afroz Shah.

Der eigentlich Anwalt ist. Jetzt aber mit einem Heer von Helfern Strände vom Plastikmüll befreit. Während hierzulande Autofahrer noch nicht einmal in der Lage sind, ihre fetten Hintern vom Plastikbezug des Autositzes zu schälen, um vor den Konzernzentralen klar zu machen, dass sie gedenken etwas für die Umwelt ihrer Kinder zu tun. Nämlich keine neuen Dreckschleudern zu kaufen, sondern Alternativen zu verlangen, die nicht nach den Aktionären schielen. Und so gesehen ist das dann auch keine gute Nachricht.

Wunschdenken

Ach wäre das schön, wenn der Fußball nicht nur Vorbildfunktion betreffend Frisuren und Gehaltsvorstellungen von jungen und jung gebliebenen Männern hätte. Sondern auch ein Spiegel der Gesellschaft wäre. Denn dann könnte man jetzt getrost in die Zukunft sehen. Verabschieden sich doch gerade all diese Heroen des Fußballs und der horrenden Einkünfte als Fußballer, kurzum alles, was schon etwas satt und in die Jahre gekommen ist.

Und deshalb jetzt nach verlorenen Spielen beleidigt auf die Mitspieler schaut, weil die es für sie nicht gerichtet haben. Nachdem sie jahrelang nichts anderes zu tun hatten, als ihnen, den Granden und Mächtigen des Fußballs, zu Diensten zu sein. Mit anderen Worten, ihnen das passiert, was man doch gerne auch anderen Mächtigen und Großverdienern in Politik und Wirtschaft gönnen wurde, die lange genug auf ihren Positionen spielten, als wäre es kein Mannschaftssport sondern ein Soloauftritt.  Aber wahrscheinlich ist es wieder nicht die richtige Zeit für die Erfüllung solcher Wünsche.

Wetterkapriolen

Ich bin jetzt nicht unbedingt der geborene Verschwörungstheoretiker. Doch manchmal, so scheint es mir, geht es nicht anders. Dann erliege ich der Versuchung. Zum Beispiel, was die gegenwärtigen Wetterkapriolen betrifft. Ich bin inzwischen felsenfest davon überzeugt, dass Schnee und Eis, die jetzt Ende März immer noch die Natur daran hindern ihr buntes Kleid anzuziehen, der Politik geschuldet sind. Denn auch wenn bunte Ostereier im Schnee natürlich sehr viel leichter zu finden sind, eigentlich war das Osterfest, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ursprünglich keine PR-Aktion der Supermärkte für Süßigkeiten und Gourmet-Speisen in Folie oder tiefgefroren und in diversen Geschmacksrichtungen. Sondern ein kirchliches Fest und Synonym für Auferstehung und Neuanfang.

Und ja, dass dem in diesem Jahr nicht so ist, davon bin ich überzeugt, daran ist die Politik schuld. Die Tatsache, dass wir eine GroKo und ein Heimatmuseum haben. Eine Groko, die eigentlich GroKä heißen müsste: Große Kälte. Ein Synonym ist für Kälte und Eis, die alles erstarren lassen. Für Stillstand. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir bereits blühende Landschaften und eine bunte Vielfalt hätten, wenn es zu Jamaika gekommen wäre. Auch wenn das natürlich das Risiko des einen oder anderen kleinen Wirbelsturms beinhaltet hätte. Jedenfalls könnten wir mit Jamaika jetzt sicher schon in leichter Kleidung in Straßencafés sitzen und eine Latte schlürfen. Also noch einmal: Dankeschön, Herr Lindner! Danke F.D.P!

Ü-60-Party

Unter anderem auch die Bilder von den Regionalkonferenzen der SPD, bei denen Teile der Führungsriege um ein „Ja“ für die GroKO warben, waren symptomatisch. Hätte es nicht die Kommentare dazu gegeben, man hätte es genauso gut für einen Bericht von der Kaffeefahrt eines Seniorenheims halten können. Und das ist kein Einzelfall, das ist nicht auf die SPD beschränkt. Bei Parteitreffen von CDU/CSU sieht es nicht anders aus. Auch hier könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass sich eine Rentnergang zu einer Ü-60-Party geschleppt hat.

Und wenn noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel ankündigt, ihr eventuelles Kabinett zu verjüngen, dann ist damit zu rechnen, dass der Altersdurchschnitt wahrscheinlich um satte 1 1/2 Jahre von 71 auf 69 1/2 Jahre gesenkt wird. Langer Rede kurzer Sinn: Politik, wie sie sich in der Öffentlichkeit in weiten Teilen darstellt, scheint eine Rentner-Veranstaltung zu sein. Auch wenn die Beteiligten zumeist sehr viel mehr Geld dafür bekommen als der Großteil der Rentner hierzulande im Portemonnaie hat. Was gleichzeitig ein Grund dafür sein könnte, dass sich Politiker so sehr an ihre Posten klammern.

Damit soll nicht die Behauptung untermauert werden, dass sich junge und jüngere Menschen nicht für Politik interessieren und für sie engagieren. Aber sie haben es ganz offensichtlich verdammt schwer. Zum einen sind sie nicht so präsent in der Berichterstattung, weil sie andere Kommunikationswege haben. Sie brauchen nicht unbedingt Regionalkonferenzen und Bierzelte, um sich zu vernetzen und auszutauschen.

Vor allem aber wird es ihnen nicht gerade leicht gemacht, in den Parteien-Hierarchien nach oben zu kommen. Muss doch zumeist erst Gevatter Tod seinen Job machen, damit Politiker einen Posten räumen. Aber eine Gesellschaft besteht nicht nur aus Menschen jenseits der besten Jahre. Sie muss auch und in diesen Zeiten mehr denn je von jenen repräsentiert werden, die die Zukunft noch vor sich haben. Sonst geriert der gesamte Staat zu einem gigantischen Seniorenheim. Es gibt Länder, in denen man dies bereits erkannt hat.

Mensch und Demokratie

Soll einer mal behaupten, Menschen würden sich nicht weiterentwickeln. Da muss man sich doch nur einen Trend in der Politik anschauen, der sich ganz offensichtlich mehr und mehr stabilisiert. Und beweist, dass Demokratie eigentlich ganz einfach ist. Man braucht nur einen Milliardär, der möglichst gerade ein Verfahren am Hals hat, wegen Bestechung oder irgendeiner anderen kleinen Schweinerei, was ihn als ausgebufften Geschäftsmann ausweist. Der muss den Leuten dann nur noch das erzählen, was viele hören wollen, auch wenn er selber nicht vorhat, sich nach der Wahl daran zu halten.

Und schon hat man einen Regierungschef, der sich der Vorteile der Demokratie oder einer EU zu bedienen weiß, ohne deshalb aber die Prinzipien wirtschaftlichen Denkens aufzugeben. Sich also weiterhin vor allem in die eigene Tasche arbeitet. Basierend auf dieser Entwicklung und ihres Erfolges wäre es vielleicht angebracht darauf adäquat zu reagieren. Und in Zukunft auf Wahlzetteln keine Partei mehr sondern nur noch das Vermögen der Kandidaten anzugeben.