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Nachhaltige Kekse

Das Resümee für die gerade vergehende Woche: Keine besonderen Vorkommnisse. ISIS hat in der syrischen Stadt Palmyra damit begonnen, Statuen zu zerstören. Stichwort: Weltkulturerbe! Britanniens Premier, David Cameron, ist auf Promotion-Tour gegangen. Stichwort: EU-Austritt. 30.000 Polizisten werden abgestellt, damit sieben Staatshäupter nicht beim Plaudern gestört werden. Stichwort: Steuergelder. Interessant ist nur, was in diesem Zusammenhang auf der offiziellen Web-Seite der bayerischen Polizei zu lesen ist.

Zitat: „Der G7-Gipfel 2015 in Elmau ist eine hervorragende Möglichkeit, dass sich Bayern in der ganzen Welt als perfekter Gastgeber mit seiner attraktiven Landschaft und kulturellen Vielfalt präsentiert. Die Bayerische Polizei wird ihren Beitrag leisten, um der Weltöffentlichkeit rund um den Gipfeltermin 7. und 8. Juni 2015 nicht nur ein landschaftlich wunderschönes und gastfreundliches, sondern auch sicheres Land zu präsentieren.“

Wirklich bewegt hat mich hingegen das Logo, das ich auf der Verpackung einer Schachtel mit Keksen entdeckt habe. „Pro Planet“ steht da. Natürlich wollte ich wissen, was sich dahinter verbirgt. Die Auflösung: Eine Handelskette. Die mit diesem „Navigationssystem für nachhaltigere Produkte“ Verbrauchern, die „bei ihrem Einkauf auf den Schutz der Umwelt und auf die Sozialverträglichkeit von Produkten achten“, eine verlässliche Orientierungshilfe bieten will. Und so Produkte „mit nachhaltigem Mehrwert zu attraktiven Preisen anbieten und den nachhaltigen Konsum in der Breite fördern“ will.

Womit sie schon den ersten Preis im Wettbewerb „Floskeln ohne jede Bedeutung“ gewonnen hat. Also liebe Handelskette, was ihr da zu verkaufen versucht, das ist nicht „Pro Planet“. Das ist nicht „für den Planeten“. Es ist einfach nur, damit ihr noch mehr Kekse und all das andere Zeug verkaufen könnt. Und außerdem könnt ihr absolut nichts für diesen Planeten tun. Denn dem ist es so was von – man verzeihe mir den Ausdruck – scheißegal, was die Menschheit im Allgemeinen und irgendwelche Handelsketten im Speziellen für ihn tun wollen. Er wird sich noch nicht einmal mehr an sie erinnern, wenn es sie nicht mehr gibt.

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