Schlagwort-Archive: Rechtsextremismus

Echo aus Halle

Es ist schrecklich, was da hätte geschehen können. Offenbar so schrecklich, dass in der Berichterstattung und in den Statements der Politiker und Funktionäre die wahren Opfer vergessen werden. Nämlich die zwei Passanten, die tot sind. Sie waren weder in der Synagoge, noch hatten sie nach bisherigen Erkenntnissen irgendeinen  Bezug zum jüdischen Glauben. Trotzdem ist nur die Rede davon, wie jetzt Jüdische Einrichtungen und Juden geschützt werden können. Muss man sich nicht wundern, wenn die Abgehängten und Pegidaisten und AfDisten sich bestätigt fühlen. Es wäre angebracht, wenn man anfangen würde, der beiden Toten zu gedenken.

Aufregung

Irgendwann sollte man sich einfach entscheiden. Da heißt es immer: Die Polizei, dein Freund und Helfer. Und damit wird ja nicht gesagt, dass die Polizei nur alten Damen helfen soll. Oder jungen Damen. Nein, das kann nur heißem, dass die Polizei jedermanns Freund und Helfer ist. Weshalb ich wieder einmal etwas erstaunt bin, dass man jetzt in Hessen so eine große Aufregung an den Tag legt, nur weil ein paar Polizisten mal untereinander ausgeholfen haben.

Ein paar nette Hitler-Bilder ausgetauscht haben, mal ein besonders schönes Hakenkreuz. Oder vielleicht auch einmal einem Kumpel gesagt haben, dass was im Busch ist. Oder im Polizei-Computer für jemanden nach einer Adresse gesucht haben. Außerdem kann doch diese Anwältin mit dem fremdländischen Namen froh sein, wenn sie jeden Tag so viele Mails bekommt.

Teflon

Mahnende und gerne auch nachdenkliche Worte, klassische Musik. Und zum Glück waren Gäste geladen worden, freiwillig wollten ganz offensichtlich nicht so viele kommen. Seltsamerweise hat man sich immer noch nicht von der Utopie befreit, dass zusammenwächst, was zusammen gehört. Ich habe nun über Jahre hinweg im Garten meines Schwiegersohnes einen Himbeerstrauch und einen Apfelbaum beobachtet.

Sie gehören zwar zusammen, weil sie ja im gleichen Garten stehen, vom selben Menschen geerntet und gepflegt und manchmal auch vernachlässigt werden. Weshalb sich bei mir eher der Eindruck eingestellt hat, dass wir mehr denn je am Beginn einer Teflon-Epoche angelangt sind. Oder schon mittendrin sind. Weil ich immer mehr Menschen treffe, an denen, was andere Menschen denken oder sagen oder empfinden, einfach abperlt. Es brennt nichts an. Noch nicht einmal, wenn die Pfanne zu heiß geworden ist.

Der erste Erfolg nach dem Abgang des obersten Verfassungsschützers ist die Verhaftung von acht mutmaßlichen rechtsextremen Terroristen. Dieses Mal wollte man also nicht zehn Jahre warten. Was wahrscheinlich gut war, denn diese acht mutmaßlichen rechtsextremen Terroristen scheinen das Teflon-Gefühl schon verinnerlicht zu haben. Dafür spricht ihr „Arbeitspapier“. Und ihre Begeisterung dafür, dass Bürger und -innen wie Du und ich kein Problem damit haben, neben ihnen zu marschieren.

Islamistischer Hintergrund auf Bahnsteig

Es ist tragisch. Ein Mann attackiert auf einem Bahnsteig gegen 5 Uhr am Morgen Menschen mit dem Messer, verletzt einen Mann lebensgefährlich, andere verschieden schwer. Der Mann wird festgenommen. Nachdem der Täter laut Zeugenaussagen während der Messerattacke „Allahu Akbar“ gerufen haben soll, also „Allah ist groß“, schaltet sich das Landeskriminalamt ein. Woraufhin im Rundfunk und in Online-Medien berichtet wird, dass das Landeskriminalamt ermittle, ob es einen islamistischen Hintergrund für das Verbrechen gebe. Was eine neues Licht auf die Tatsache wirft, dass es im Fall der Morde an Bürgern mit türkischen Wurzeln und einem Griechen durch den sogenannten NSU Jahre dauerte, bis die Landeskriminalämter zu der Vermutung kamen, dass es sich um rechtsextremistische Morde handeln könnte. Wenn die Täter damals bei jedem der Morde „Heil Hitler“ gerufen hätten, dann hätten die Landeskriminalämter viel schneller in die richtige Richtung ermitteln können.