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Chemnitz

Chemnitz kann eine einzigartige Geschichte erzählen – von bahnbrechenden Erfindungen im Automobilbau, Maschinenbau oder der Textilwirtschaft ebenso wie von mutigen Unternehmern wie Richard Hartmann, Carl Gottlieb Haubold oder Louis Schönherr. Als moderne Industriestadt hat Chemnitz weiter an dieser Geschichte geschrieben und gehört heute zu den wachstumsstärksten Städten Deutschlands. Die Stadt ist Technologiestandort mit den Schwerpunktbranchen Automobil- und Zuliefererindustrie, Informationstechnologie sowie Maschinen- und Anlagenbau.

Eigene Wege gehen, Neues wagen und Erfindergeist leben, dieses Rezept macht die Stadt und ihre Menschen erfolgreich: In Chemnitz erdacht wurden zum Beispiel die Thermoskanne oder das erste Feinwaschmittel, patentierte Ideen wie tausend weitere. Heute werden hier unter anderem exzellente Maschinen und Produktionsanlagen gebaut, mit deren Hilfe auf der ganzen Welt produziert wird.

Tradition und Moderne spiegeln sich auch in städtebaulich spannenden Gegensätzen wider. Einzigartige Zeugnisse des Bauhauses und der Neuen Sachlichkeit oder der Kaßberg als eines der größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel Europas begeistern Architekturfans. Ebenso wie die in den vergangenen 20 Jahren von international renommierten Architekten wie Helmut Jahn, Hans Kollhoff oder Christoph Ingenhoven neu entworfene Chemnitzer Innenstadt.
(Quelle: Homepage der Stadt Chemnitz)

Städte ohne Bürgersteige

Eigentlich wollte ich heute über eine geniale Idee sprechen. Dass sie von mir stammt, ist dabei noch nicht einmal so relevant. Viel wichtiger: Das könnte unser Gesundheitswesen revolutionieren. Schließlich gibt es Heerscharen von Menschen, die beim Fernsehschauen einschlafen. Ja, es soll sogar welche geben, die gar nicht mehr ohne TV-Geflimmer einschlafen können.

Wie wäre das also, wenn die Gesundheitskassen einen Teil der Fernsehgebühren übernehmen würden, anstatt immer teures Geld für Schlafmittel zu zahlen, von denen man weiß, dass sie Nebenwirkungen haben und insbesondere dazu da sind, die Rendite von Pharma-Konzern-Aktien zu steigern. Sozusagen Fernsehschauen auf Rezept.

Allerdings bedarf es vermutlich eines komplizierten Verteilungsschlüssels, auf den ich jetzt aber nicht näher eingehen kann, weil eine Frau einen jungen Mann mit einem Rucksack in einem kleinen oberbayerischen Dorf am Straßenrand sitzen sah. So lange, dass sie beschloss, ihn zu fragen, warum. Und sie sich zwar nicht verständigen konnten, er aber einen Zettel mit einer Telefonnummer hatte. In Frankfurt. Wo sie anrief.

Und zumindest erst einmal erfuhr, dass später jemand da sein würde, der gut Deutsch sprach. Es war der Bruder des jungen Mannes am Straßenrand. Der aus Syrien kam und eigentlich zu seinem Bruder in Frankfurt wollte, wie sich herausstellte. Woraufhin ihn die Frau kurzentschlossen zum S-Bahnhof fuhr, obwohl das ziemlich weit ist, und einen Fahrschein zum Hauptbahnhof kaufte.

Als sich der junge Mann nicht davon abbringen ließ, ihr deshalb die 50 Euro zu geben, die er hatte, kaufte sie davon eine Fahrkarte für den Zug nach Frankfurt. Sie hat gewartet, bis die S-Bahn kam, und der junge Mann im Zug saß. Also habe ich am Abend alles getan, dass ich nicht beim Fernsehen einschlafe, und ich habe einen Bericht aus Syrien angeschaut. Da haben sie die Stadt Homs gezeigt. Oder besser, das, was davon noch übrig ist. Und dass es sogar noch Menschen gibt, die versuchen, dort zu leben.

Aber es sind nicht mehr allzu viele. Was ich sehr gut verstehe. Vielleicht war der Bericht ja schon einmal gezeigt worden. Und die Frau, die den jungen Mann zum S-Bahnhof gefahren hat, kannte die Bilder schon. Oder sie war einfach nur hilfsbereit. Das soll es ja geben. Ich konnte jedenfalls an diesem Abend noch nicht einmal einschlafen, als ich im Bett lag. Ich muss also meine Idee noch einmal überdenken. Vielleicht sollte es Rezepte fürs Einschlafen nur für bestimmte Sendungen geben.

Ein Rezept zum Nachdenken

Sie tauchen momentan wirklich überall auf. Beim Gemüsehändler, am Straßenrand, im Supermarkt. Und nein, heute ist nicht von Flüchtlingen die Rede. Weil mir nämlich all das, was hierzu in den vergangenen Tagen gesagt oder geschrieben wurde, diesbezüglich die Sprache verschlagen hat. Ich will nur etwas zu Kürbissen sagen. Also wenigstens zu jener Spezies, die sich für den Verzehr eignet, also Hokkaido zum Beispiel, von dem man auch die Schale essen kann, oder Mandarin.

Ich nehme für vier Personen ein Stück mit etwa 400 Gramm, schneide es in kleine Würfel, die ich in einem Topf in Olivenöl zusammen mit einer klein geschnittenen Ingwer-Knolle etwa fünf Minuten andünste. Anschließend gebe ich etwa zehn Suppenlöffel Wasser hinzu und lasse die Kürbisstücke und den Ingwer ca. 20 Minuten leicht köcheln. Wenn ich sehe, dass kaum noch Flüssigkeit im Topf ist, lösche ich mit etwa 100 cl Rosé ab, man kann aber natürlich auch notfalls Wasser nehmen.

Parallel dazu bereite ich 1,5 Liter Gemüsebrühe vor, je nach Lust und Laune mache ich das auf die klassische Weise oder nehme dazu Fond oder auch mal Gemüse-Bouillon. Sind die zwanzig Minuten rum, püriere ich Kürbis und Ingwer so, dass auch noch ein paar kleinere Stücke bleiben. Sodann werden 350 Gramm Risotto-Reis zugegeben, eingerührt und eine erste Suppenkelle mit Gemüsebrühe hinzugefügt.

Dann noch einmal gut umrühren, warten, bis kaum noch Flüssigkeit vorhanden ist, und erneut eine Kelle Brühe hinzufügen, und so weiter, bis die Gemüsebrühe aufgebraucht ist. Und natürlich sollte auch zwischendurch immer mal wieder umgerührt werden, damit der Reis nicht verklumpt. Zum Schluss wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt und etwa 40 Gramm frisch geriebener Parmesankäse werden untergerührt.

Besonders gefällt mir an diesem Rezept, dass man sich auch die Zeit nehmen kann, während des Zugebens der Gemüsebrühe am Herd stehen zu bleiben und dem einen oder anderen Gedanken nachzuhängen. Ich habe mir aus aktuellem Anlass versucht vorzustellen, wie sich das wohl anfühlen muss, wenn ich zu dieser Zeit eine Nacht im Freien verbringen müsste, mit meiner Frau und meinen Kindern. Nur noch mit ein paar Keksen und einer Flasche Wasser im Gepäck, das sowieso nur aus drei Rucksäcken besteht, und einer ungewissen Zukunft.

Das hat dazu geführt, dass mir auf einmal wieder so richtig bewusst wurde, was für ein Glück das eigentlich ist, eine warme Wohnung zu haben. Einen Herd, auf dem man kochen kann. Die Zutaten, um etwas kochen zu können. Was ja letztendlich nicht daran hindern muss, dass einem dieses Essen schmeckt. Aber vielleicht den Entschluss unterstützt, beim nächsten Mal wieder den Mund aufzumachen, wenn gegen Menschen gehetzt wird. Auch wenn anderen deswegen vielleicht der Appetit vergeht.

Richtungswechsel

Es ist eine Empfehlung. Und ich nehme sie natürlich ernst. Ist ja auch gut gemeint. Schließlich geht es wieder einmal um die Themen, die an dieser Stelle behandelt respektive abgehandelt werden. Und meine permanente Beschwerde, ob es die ganze Mühe wert sei, dies für eine Hand voll erlesener Interessenten zu tun. Was offensichtlich manche Menschen so sehr nervt, dass sie schlaflose Nächte haben. Und deshalb krampfhaft nach einer Lösung suchen.

Aus diesen schlaflosen Nächten resultiert jetzt der Vorschlag, ich sollte es doch einmal mit Rezepten probieren. Frauen wären sowieso mehr als Männer an solchen Blogs interessiert. Und außerdem würde geschlechterübergreifend mein andauerndes Gejaule über diese ach so böse Welt letztendlich sowieso alle meine Leser vergraulen. Und da ich weder Besitzer noch Mieter der Drei-Raum-Wohnung bin, in der wir leben, greife ich diesen Vorschlag natürlich gerne auf.

Möchte aber trotzdem noch explizit darauf hinweisen, dass diese freundliche Empfehlung also von einer Frau kommt. Und wer könnte sich besser auskennen mit Menschen allgemein und Frauen ganz besonders. Kurzum, ich werde also ab heute in loser Folge Rezepte präsentieren. Jahreszeitgemäß erst mal was Leichtes, Sommerliches. Wie diesen leckeren Salat mit Krabben.

Für den Sie lediglich einen Eisbergsalat brauchen, drei kleine Paprika in rot, gelb und grün (das Auge isst ja schließlich mit!), ein paar Cocktail-Tomaten, eine halbe Salatgurke, ein hart gekochtes Ei, eine Zwiebel. Und natürlich Krabben. Was zugegebenermaßen etwas problematisch ist. Kaufen Sie die nämlich bei einem Fischhändler, können sie ihm nur blind vertrauen. Wo die Krabben wirklich herkommen, das weiß wahrscheinlich noch nicht einmal er selber.

Wohingegen bei abgepackten Krabben aus dem Supermarkt wenigstens noch auf der Packung steht, wo sie vermutlich herkommen. Steht zum Beispiel „Nordsee“ drauf, ist aber wenigstens sicher, dass die Krabben mit dem Lastwagen quer durch Europa gefahren wurden. Nämlich zum Pulen nach Marokko. Stammen sie aber aus Thailand, dann sollte man vorher vielleicht mal mit seinem Arzt sprechen. Wegen der Antibiotika, die sich zumeist in diesen Krabben finden.

Weshalb ich die Krabben bei diesem Salat immer weglasse. Wichtiger ist sowieso die Sauce aus Essig, Oliven-Öl, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker, die mit etwas Kresse und Dill geschmacklich abgerundet wird. Außerdem habe ich noch keinen Fernseh-Bericht gesehen, in dem behauptet wurde, dass in Kresse oder Dill Antibiotika wären. Wie Oliven-Öl meistens zustande kommt, darüber sprechen wir beim nächsten Mal.