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Engpässe in der Küche

In Deutschland werden jährlich 11 Millionen Tonnen respektive Lebensmittel mit dem Gewicht von 7.382.550 Porsche Carrera GTS weggeworfen. Pro Gast in einem Restaurant oder in einer Kantine landen hierzulande jedes Jahr 23,6 Kilogramm Essen in der Mülltonne. Weshalb man in Frankreich im Mai diesen Jahres ein Gesetz verabschiedet hat, wonach Supermärkte nicht verkauftes Obst, Brot, Gemüse und andere Lebensmittel entweder einer karitativen Einrichtung spenden oder der Verarbeitung zu Tierfutter zuführen müssen. Unsere Bundesregierung hat schon vor einiger Zeit die Aktion „Restlos genießen“ gestartet. Ein Gesetz ist nicht geplant.

Auf Schloss Elmau hatte man wegen des G7-Gipfels ein Notprogramm für den Fall entwickelt, dass die Trüffel ausgehen sollten. Es war vorgesehen, dass in dieser prekären Situation ein Mitarbeiter nach Italien fliegt, um neue Trüffel zu kaufen. Ob das Notprogramm gestartet werden musste oder sogar Trüffel wegen geringer Nachfrage übrig geblieben sind und im Rahmen der Aktion „Restlos genießen“ jetzt der „Tafel“ in Garmisch-Partenkirchen zugeführt werden, war so kurz vor der Abreise der Regierungs-Chefs noch nicht in Erfahrung zu bringen.

Da die Ausgabestelle der „Tafel“ in der Hindenburgstraße 41, hinter der Evangelischen Johanneskirche Partenkirchen, nur freitags geöffnet ist, muss allerdings befürchtet werden, dass bis dahin die Trüffel als nicht mehr für den Verzehr geeignet angesehen werden müssen. Aber vielleicht hat man auf Schloss Elmau auch für diesen Fall ein Notprogramm. Und die übrig gebliebenen Trüffel werden mit dem Flugzeug nach Frankreich gebracht, wo eine gesetzliche Grundlage existiert, sie einer karitativen Einrichtung zuzuführen.

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Wiederholt sich Geschichte? Die Samstags-Satire

Ludwig XIV. gilt als klassischer Vertreter des höfischen Absolutismus. Der Leitsatz des Absolutismus, L’État, c’est moi! (Der Staat bin ich!) wird ihm jedoch fälschlicherweise zugeschrieben. Er festigte die Macht der Krone durch den Ausbau der Verwaltung, die Bekämpfung der Opposition in Kreisen des Adels sowie durch die Förderung der französischen Wirtschaft. Die Hofkultur wurde ganz auf die Person des Herrschers zugeschnitten. Zum Symbol für dessen herausragende Stellung wurde sein prunkvolles Auftreten.

Am 17. Dezember brannte der Winterpalast in St. Petersburg durch ein 30stündiges Feuer völlig aus. Kaiser Nikolaus I. ordnete eine Wiederherstellung der Residenz nach früherem Zustand an. Zu Ostern 1839 waren die Erneuerungsarbeiten am und im Winterpalast abgeschlossen… Der Palast gilt als eines der Prunkstücke des russischen Barock… Einen tragischen Eintrag in die Geschichtsbücher bekam der Winterpalast am 9. Januar, dem Petersburger Blutsonntag, als bei einem Marsch demonstrierender Arbeiter russische Soldaten vor dem Winterpalast auf die Demonstranten schossen, wobei es Hunderte von Toten gab.

Schloss Elmau ist ein unter Denkmalschutz stehendes 5-Sterne-Hotel aus dem Jahr 1914/16. Es liegt im südwestlichen Bereich der Gemeinde Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen auf 1008 Meter Höhe am Fuß des Wettersteinkamms. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Schloss Elmau 1941 als Fronterholungsheim an die Wehrmacht verpachtet. Ab 1997 wurde Schloss Elmau von Dietmar Müller-Elmau renoviert und als Spa neu eröffnet. Im August 2005 zerstörte ein Großbrand zwei Flügel und zwei Drittel aller Zimmer des Schlosses. Der Wiederaufbau des Schlosses sowie des Badehauses erfolgte von April 2006 bis Juni 2007. Am 7. Juni 2015 empfängt dort die demokratisch gewählte Bundeskanzlerin Angela Merkel für zwei Tage die Teilnehmer eines G7-Gipfels. Es sind 22.300 Polizisten zu ihrem Schutz abgestellt.

(Quelle: Wikipedia, welt.de, Kürzungen und Ergänzungen: pet)

Das ist der Gipfel

Das ist der Gipfel

Ich weiß, dass das vielleicht ein bisschen anbiedernd klingt. Aber erstens bin ich auf jede Rentenerhöhung angewiesen, und sei sie auch noch so klein, und zweitens muss man manchmal einfach das große Ganze sehen. Weshalb ich jetzt wirklich nicht dieses Getue wegen dieses G7-Gipfels verstehe. Also wann um alles in der Welt sind die mächtigsten Frauen und Männer jemals in der Menschheitsgeschichte in einem Dorfgasthof abgestiegen, wenn es darum ging, die Geschicke auf dieser Erde in neue, natürlich richtige Bahnen zu lenken. Das letzte Mal, dürfte das in der Steinzeit der Fall gewesen, und da gab es noch nicht einmal Dorfgasthöfe.

Also gönnt ihnen doch die Ruhe und das bisschen Luxus in einem behaglich eingerichteten Hotel mit einem kleinen Helikopter-Landeplatz in unberührtem Naturschutzgebiet. Schließlich hätten sie ja auch eine Düsen-Jet-taugliche, drei Kilometer lange Landebahn in die Landschaft setzen können, damit die Damen und Herren nicht auch noch alle umsteigen müssen. Sind ja schließlich auch nicht mehr die Jüngsten.

Und wenn ich das Gejammere höre, von wegen, was das alles kostet. Welcher Einfaltspinsel glaubt denn immer noch, dass sich diese Welt mit ein paar netten Worten retten lässt. Nein, da müssen Entscheidungen getroffen werden, die Billionen in Bewegung setzen. Was sind da also läppische 300 Millionen Euro für ein Treffen unter Freunden, wenn hinterher nicht nur die Zukunft für weite Teile der Weltbevölkerung gesichert ist, also mindestens 10 Prozent. Sondern höchstwahrscheinlich auch gleich noch der Planet gerettet wird. Wenigstens für die nächsten zwei, drei Jahre.

Frau Merkel ist jedenfalls sehr zuversichtlich, dass bei diesem Gipfel auf Schloss Elmau endgültig die Weichen gestellt werden für etwa ein halbes Dutzend Freihandelsabkommen. Die ein ungeahntes Wachstum versprechen. Und was kann die Zukunft sichern und die Welt retten, wenn nicht Wachstum. Allerdings habe ich noch nicht so ganz verstanden, ob sich dieses versprochene Wachstum eigentlich auch auf Pflanzen bezieht.

Moses kehrt zurück

Irgendwie fühlt man sich ein bisschen an das Alte Testament erinnert. Es werden Gesetze in Stein gemeißelt respektive zeitgemäß über die Medien bekannt gegeben, die besagen: Du sollst nicht in die Nähe des Gipfels kommen. Weshalb das Schengener Abkommen mal kurz ausgesetzt wird und die Grenzen wieder kontrolliert werden. Und geradezu biblisch mutet es auch an, wenn auf einmal Überschwemmungen geweissagt werden, und das auch noch auf einer ganz bestimmten Wiese. Sozusagen das Teilen der Fluten des Roten Meeres mit umgekehrten Vorzeichen. Sowas hätte man zum Beispiel 2013 vor dem Jahrhunderthochwasser gebraucht.

Und so wenig wir uns als gläubige Menschen über all die Wunder erstaunen, von denen in der Bibel berichtet wird, so wenig sollten wir uns über alles wundern, was im Zusammenhang mit diesem G7-Gipfel noch alles passieren wird. Ich vermute ja, dass man in den nächsten Tagen feststellen wird, dass sich der Tagungsort Schloss Elmau im Epizentrum eines Erdbebengebietes befindet und deshalb im Umkreis von 123 Kilometern alle Menschen die Region verlassen müssen, weil sonst Gefahr für Leib und Leben besteht. Verkündet wird das dann hoffentlich vom Himmel herab. Denn ein bisschen Stil darf schon sein, wenn man sich schon für Gott hält.

Merkel lebt und Lucke gründet

Diese, noch nicht ganz vergangene Woche wird wohl als die Woche der großen Überraschungen, der gänzlich unerwarteten Ereignisse in die ewige Geschichte der Menschheit eingehen. Und dort in dieser Sparte mit Sicherheit die vorderen Plätze einnehmen. An erster Stelle natürlich der EU-Gipfel im lettischen Riga. Dort tauchte nämlich ein Gesicht auf, das man in der letzten Zeit in deutschen Landen eigentlich gar nicht mehr auf dem Radar hatte, das hier trotz aller Streiks und Geheimdienst-Krisen nicht einmal beim Frühstücks-Fernsehen oder in einer Koch-Show zu sehen war. Es gibt sie also noch, unsere Bundeskanzlerin – und auch noch ihre modischen Jacketts.

Die zweite Sensation war gleichzeitig auch eine große Enttäuschung. Denn der Mann, der nun schon seit fast einem Jahr die Räder still stehen ließ, wenn sein starker Arm es wollte, hat diesen ganzen schönen Volkszorn verpuffen lassen, wie ein Lokomotivführer den Druck im Kessel seiner Lok, wenn er Dampf abgelassen hat. Damit, dass Herr Weselsky den Streik der Lokomotivführer entgegen seinem Versprechen noch vor den Pfingstfeiertagen abgebrochen hat, hat er dem deutschen Bürger die letzte Chance genommen, doch noch einmal aus seiner Lethargie zu erwachen.

Doch selbst dieses Wunder der Schiene wurde noch getoppt. Zur völligen Überraschung aller hat nämlich Herr Lucke festgestellt, dass es in seiner AfD leichte Rechtstendenzen geben könnte. Was also niemand vermutet hat, das soll jetzt Konsequenzen haben. Als erste Reaktion hat AfD-Gründer Bernd Lucke eine Interessengemeinschaft mit dem Namen „Weckruf 2015“ gegründet. Dass es auch zur Gründung eines Wochenblattes mit dem Namen „Weckruf“ kommen wird, ist noch ungewiss. Wahrscheinlich muss Lucke erst noch prüfen lassen, ob die Rechte für den Namen „Weckruf“ nicht noch bei der NSDAP liegen. Deren Coburger Bezirksleiter Franz Schwede hatte nämlich 1926 unter diesem Namen die erste führende Tageszeitung der Nationalsozialisten ins Leben gerufen.

Da kann doch die Meldung, dass das Gabel-Frühstück für die G7-Freunde auf Schloss Elmau den Steuerzahler wahrscheinlich nur schlappe 140 Millionen Euro kosten wird, wirklich nur noch ein müdes Gähnen hervorrufen. Und wie die deutsche Teilnehmerin beim Eurovision Song Contest abgeschnitten hat, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Wort des Tages

Das Warten hat sich gelohnt. Denn sie haben es getan. Nach Bundespräsident Gauck nun auch Parlamentspräsident Norbert Lammert oder auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen. Der übrigens Mitglied der CDU ist. Weshalb bei seiner Rede Frau Merkel noch um ein Grad mehr erstarrt ist. Wohl mit ein Grund, dass unsere Bundeskanzlerin nichts sagen konnte zum Völkermord an den Armenien.

Wohingegen Ankara ziemlich schnell reagiert hat. Man werde es den Deutschen nicht vergessen und nie verzeihen. Hat Ankara verlauten lassen. Immerhin haben sie bis Redaktionsschluss noch nicht ihren Botschafter aus Berlin abberufen und Visa-Zwang für Deutsche eingeführt. Aber vielleicht hatte man dafür noch keine Zeit.

Denn schließlich musste man in der Türkei ja erst noch den Jahrestag der Schlacht von Gallipoli feiern, die wie der Völkermord ja auch vor 100 Jahren stattfand. Allerdings erst am 25. April. Doch man hat den Termin auf den Gedenktag an den Völkermord an den Armeniern vorgezogen, auf den 24. April, so konnte man trotz Genozid-Gedenktag in Armenien fröhlich feiern.

Was allerdings am meisten erstaunt, dass ist der rüde Jargon. Nicht nur, dass Erdogan höchstpersönlich den Papst „gewarnt und gerügt“ hat, nach dessen Völkermord-Aussage, und ihn bezichtigt hat, dass er Unsinn rede. Nein, prophylaktisch hat er auch schon mal US-Präsident Barack Obama Weisung erteilt. „Ich möchte von Obama so etwas nicht hören“, zitierte ihn die türkische Zeitung Hürriyet.

Doch überraschend sind nicht die Aussagen des Märchenschloss-Besitzers Erdogan. Erstaunlich sind vielmehr die ausbleibenden Reaktionen auf dieses schulmeisterliche Benehmen außerhalb jeglicher diplomatischen Gepflogenheiten. Und ich frage mich so langsam, was für einen Trumpf dieser türkische Präsident in der Tasche hat, dass – fast – alle Welt vor ihm zu kuschen scheint. Vielleicht hat er ja angedroht, die Ausfuhr von türkischem Honig zu stoppen.

Größte Zeit also, zu den guten Nachrichten zu kommen. Zum EU-Gipfel in Sachen Mittelmeer. Was genauso sachlich klingt, wie das Sterben im und auf Mittelmeer abgehandelt wurde. Mit dem großartigen Ergebnis, dass man übereingekommen ist, dass etwas geschehen muss, und man sich wieder treffen wird. Und die finanziellen Mittel für Triton aufgestockt hat, damit die Grenzüberwachung perfekter wird.

Von einer Wiederaufnahme der Seenotrettung war übrigens keine Rede. Wahrscheinlich hat sich inzwischen ein Reiseveranstalter das Logo „Mare nostrum“ gesichert und gedroht vor ein Schiedsgericht zu gehen, wenn das Seenotrettungsprogramm unter diesem Namen wieder aufgenommen wird.

Schließlich ist nicht jeder so sensibel für die Belange anderer Menschen wie die bayerische Polizei. Für den G-7-Gipfel auf Schloss Elmau will man vorsorglich zeitweise mehr als hundert Richter bereit halten und Sammelstellen für randalierende und deshalb festgenommene Demonstranten einrichten. Die Zellen sind laut Bayerischem Rundfunk mit dimm-baren Lampen ausgestattet. Und bei Bedarf soll es veganes Essen geben.