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Tag der Arbeit

Heute den ganzen Tag gearbeitet. Sogar noch eine Überstunde drangehängt. Sonst würde es ja überhaupt keinen Sinn machen, dass man den 1. Mai den „Tag der Arbeit“ nennt. Aber jetzt ist Feierabend und ich freue mich auf morgen. Da lasse ich dann wieder die Seele und die Füße baumeln.

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Öffentliche Debatte

Es tut mir herzlich leid, aber darüber muss jetzt unbedingt noch einmal gesprochen werden. Richtig, es geht um „#metoo“. Richtiger gesagt, um das, was jetzt alles gesagt wird. Um das Unverständnis darüber, dass ein britischer Minister zurückgetreten ist, weil er seine Hand auf das Knie einer Reporterin gelegt hat. Was Männer zu dem besorgten Kommentar ermutigt, ob den jetzt Flirten ganz verboten wäre. Und selbst manche Frauen finden „das“ jetzt alles ein bisschen übertrieben. Weil doch heutzutage eine „Frau“ ja durchaus in der Lage wäre, im Fall des Falles selber resolut Einhalt zu gebieten.

Aber vielleicht war die Hand des Ministers ja noch irgendwo anders. Bei einer anderen Gelegenheit. Und der Rücktritt Prophylaxe. Und vielleicht können ja manche Frauen gar nicht resolut sein, weil man es ihnen nie beigebracht hat. Weil man ihnen das dazu notwendige Selbstvertrauen nicht mit auf den Weg gegeben hat. Nun einmal ganz davon zu schweigen, dass „Mann“ ja durchaus Manns genug sein könnte, einfach zu fragen, wohin er seine Hand legen darf. Wenn die Lage nicht ganz eindeutig ist.

Dieses absurde Geflöte quer durch die Geschlechter, ob jetzt überhaupt noch Beziehungen zwischen Frau und Mann möglich wären, ist jedenfalls nur der Versuch, den Schauplatz zu wechseln. Denn ja, es gibt fromme Lämmchen, die keiner Seele respektive Frau etwas zu Leide tun. Aber es gibt leider sehr viele Männer, die immer noch wie ihrer Urväter denken. Frau also dem Manne untertan und gefügig zu sein habe: Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt! Und so lange es solche Männer gibt, müssen sich die anderen Männer fragen lassen, was sie dagegen zu tun gedenken. Und nicht Besorgnis mimen, weil jetzt die schönste Sache der Welt nur noch ein Minenfeld wäre. Das ist Heuchelei. Und so, als würde man die Hand auf das Knie einer wildfremden Frau legen.

Sonnenseelen

Es ist ein Dilemma. Meine preußische Herkunft ist ebenso wenig zu leugnen wie die Tatsache, dass ich diese sympathische bayerische Art zu leben und leben zu lassen, wenn es denn keine Migranten oder andere Ausländer sind, ebenso verinnerlicht habe. Kurzum, es ringen zwei Seelen in meiner Brust, wenn nun endlich der Dauerregen von strahlendem Sonnenschein abgelöst wurde. Soll ich drin am Computer sitzen und mir schwitzend Gedanken über das Weltgeschehen oder meinen ganz persönlichen Mikrokosmos abringen? Oder lieber die Gelegenheit nutzen und mir schon einmal den Hauch von Bräune holen, der es mir erlaubt am Strand im anstehenden Urlaub auf Kuba oder auf Mallorca, das ist noch nicht ganz klar, mich nicht gleich als Bleichgesicht aus Deutschland zu outen?

Es darf drei Mal geraten werden, wofür ich mich entschieden habe. Verbunden mit der Erkenntnis, dass es mitunter noch nicht einmal einer Fußball-EM bedarf, um das eine oder andere Elend in der Welt zu vergessen. Es gibt Tage, da reicht ein Sonnenstrahl, um zwar nicht alles aber doch vieles auszublenden. Und das ist auch gut so. Mag man es Seele nennen oder Psyche, was für nicht wenige sogar das Gleiche ist, beide bedürfen der Ruhepausen. Sonst dreht der Mensch durch und bringt Orlando in die Schlagzeilen oder einen französischen Polizisten und seine Frau. Also lasst uns heute der Sonne huldigen, damit wir morgen nicht handeln wie gerade den tiefsten seelischen Abgründen entstiegen.