Schlagwort-Archive: Spanien

Wo spielt Messi

Die Freunde des Fußballs sind europa- und weltweit alarmiert. Was passiert, fragen sie sich, wenn Katalonien nicht mehr zu Spanien gehört, ein eigener Staat ist. Spielt dann der FC Barcelona erst einmal mit seinem Messi gegen Mannschaften wie die von Arenys de Munt, einem Städtchen 40 Kilometer nördlich von Barcelona, um die katalanische Meisterschaft? Damit er dann endlich wieder an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen kann? Und brauchen Urlauber, die dann nach Katalonien wollen, ein Visum, um in Barcelona die Ramblas rauf und runter flanieren zu können? Und bekommt man das in einer katalanischen Botschaft, falls es eine gibt?

Der Plan der Separatisten scheint also vielleicht noch nicht so ganz ausgereift zu sein. Nur eines steht schon ziemlich fest: Dass ein EU-Beitritt Kataloniens eher unwahrscheinlich ist. Denn dem müsste Spanien zustimmen. Und wie geht es mit der Wirtschaft dann eigentlich weiter? Die Hälfte der Ausfuhren ging bis jetzt nach Spanien. Der Rest größtenteils in die EU. Seltsam nur, dass auch Spanien so tut, als wollte es die Katalanen unbedingt los werden. Mit ihren martialischen Reaktionen bringen sie auch noch den letzten Katalanen dazu, sich den Separatisten anzuschließen. Meine Vermutung: Dahinter steckt Real Madrid.

Advertisements

Mallorca

Mallorca, habe ich gesagt. Warum nicht Mallorca? Hat schon jemals jemand von einem Terroranschlag auf einer Insel gehört? Einmal von Großbritannien abgesehen. Aber das ist ja so groß, dass es schon keine richtige Insel mehr ist. Auch ohne EU. Also wir sind ja etwas weiter im Süden. Aber eine Promenier-Meile gibt es hier auch. Und weit und breit keine Betonklötze zu sehen. Oder wenigstens Poller. Und dann haben wir gerade gestern darüber gesprochen, dass wir eigentlich auch mal nach Barcelona fahren könnten, uns die Ramblas mal anschauen. Weil von denen doch alle so schwärmen, die schon mal in Barcelona waren. Und jetzt das.

Was ich jetzt allerdings am allerwenigsten brauchen kann, das sind Statements wie die von der spanischen Königsfamilie. Von wegen, wir lassen uns unsere Ramblas nicht nehmen. Also für mich sind die jetzt erst mal weg. Man kann doch jetzt nicht dahin fahren und abfeiern, wo die ganzen Menschen gestorben sind und verletzt wurden. Also ich würde jetzt am liebsten nach Hause fahren. Geht aber nicht. Keinen Flug, und das Hotel ist ja schon bezahlt. Und dann die armen Menschen in Barcelona. Die ganze Stimmung ist jetzt futsch. Wo ich mir doch ganz sicher war, dass so etwas wie diese Terroranschläge ja eigentlich immer wo anders passieren.

Vegane Rätsel

Was da alles geschrieben stand, das klang durchaus verlockend. Ein Rotwein aus Spanien, ein Tempranillo aus La Mancha. Der Preis ging auch in Ordnung. Ich bin nicht der Typ, der zweistellige Beträge hinlegt und dann beim Trinken mit der Zunge schnalzt. Mir reicht es, wenn es ein trockener Wein ist. Und wenn es dann noch heißt, dass er charmant und ausgewogen wäre, bin ich schon zufrieden. Obwohl ich charmant eher mit einer Frau assoziiere und ausgewogen mit einem Kontostand. Was mich allerdings zutiefst verunsichert hat, das war der nicht zu übersehende, zweifache Hinweis, dass dieser Tempranillo aus La Mancha auch noch „vegan“ sei.

Denn bisher habe ich immer geglaubt, dass Wein nicht unbedingt aus tierischen Produkten gewonnen wird, sondern aus Trauben. Ich habe dann auch verzweifelt versucht anhand von Etiketten und Internet-Foren festzustellen, ob mir da bisher vielleicht etwas entgangen ist. Aber nirgends der kleinste Hinweis auf tierische Fette oder etwa der Zusatz von Milch-Pulver. Die einzige logische Erklärung für diese Unterscheidung zwischen Weinen allgemein und veganen Weinen ist nach meiner Einschätzung, dass beim veganen Wein sorgfältig darauf geachtet wird, dass auch nicht die kleinste Fruchtfliege in der Maische landet.

Gerda und Robert

Es ist eine kleine Geschichte mit Happy End. Und es ist ein kleiner, unbedeutender Nachtrag zum Weltfrauentag. Dem Tag, an dem viele Männer die Fortschritte feiern, die die Emanzipation der Frauen gemacht hat. Sich lobend darüber äußern, was Frauen alles erreicht haben. Und vor allem beruhigt sind, dass es noch so viel gibt, was sie immer noch nicht geschafft haben. Allerdings kann man ihnen mit einer eher etwas unbedeutenden Nachricht jetzt ein ganz klein wenig die gute Laune verderben. Zumindest den Freunden der Fotografie unter ihnen. Sie erinnern sich sicher noch an Robert Capa, dem Kriegsfotografen, der unter anderem die Gräuel des spanischen Bürgerkrieges dokumentiert hat und damit weltberühmt wurde.

Vielleicht etwas weniger bekannt dürfte sein, dass er in Spanien mit einer Frau zusammen arbeitete, die während des Bürgerkriegs starb. Gerda Taro war eine der ersten Kriegsreporterinnen und hatte sich wie Capa einen Künstlernamen zugelegt, war wie er aus Deutschland emigriert und nach Paris gegangen. Dass die beiden eine Beziehung hatten, ist vielleicht nicht ganz unerheblich für das, was nach dem Tod Capas Mitte der 1950er Jahre geschah. Man fand nämlich in seinem Nachlass nicht nur Fotografien von Gerda Taro sondern auch viele Fotografien, die Capa nicht eindeutig zuzuordnen waren. Die fortan als Fotografien von Robert Capa galten.

Als jedoch vor noch nicht allzu langer Zeit überraschend Fotomaterial in Mexiko auftauchte, darunter viele Negative, und sich die Kulturwissenschaftlerin Irme Schaber damit beschäftigte, kam diese zu der Erkenntnis, dass viele der Fotografien, die Robert Capa zugesprochen worden waren, von Gerda Taro stammten. Was den männlichen Kuratoren seines fotografischen Nachlasses und vor allem seinem Bruder Cornell, der dafür das International Center of Photography in New York gegründet hatte, als Möglichkeit offenbar nicht in den Sinn gekommen war. Dabei hätte es genügt, wenn sie sich zum Beispiel mit dem Leben eines Bertolt Brechts beschäftigt hätten. Da weiß man schon seit langem, dass nicht alles, was er geschrieben haben will, auch wirklich von ihm stammt. Sondern von Frauen, mit denen er eine Beziehung hatte.

Hilfe für Afrika

Die EU will verstärkt die Ursachen für die Flucht vieler Menschen aus Afrika bekämpfen. Teil dieses Kampfes ist wohl auch das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) mit der Westafrikanischen Wirtschaftsunion. Mit dem unter anderem vereinbart wurde, dass afrikanische Staaten die Einfuhrzölle für bestimmte Waren senken. Weshalb nun zum Beispiel Tomaten und daraus hergestellte Produkte aus der EU in den betreffenden afrikanischen Staaten billiger sind als einheimische Ware.

Gegen diese Konkurrenz aus Europa sind immer mehr afrikanische Bauern chancenlos, mit ihren Erträgen können sie kaum noch ihre Familien ernähren. Weshalb viele afrikanische Bauern nach Europa flüchten, wo sie dann im besten Fall zum Beispiel in Italien auf den Tomatenfeldern zu niedrigsten Stundenlöhnen arbeiten. Was mit ein Grund dafür ist, dass Tomaten und daraus hergestellte Produkte billig in afrikanische Ländern exportiert werden können.

Gegen diese Konkurrenz aus Europa sind immer mehr afrikanische Bauern chancenlos, mit ihren Erträgen können sie kaum noch ihre Familien ernähren. Weshalb viele afrikanische Bauern nach Europa flüchten, wo sie dann im besten Fall zum Beispiel in Italien auf den Tomatenfeldern zu niedrigsten Stundenlöhnen arbeiten. Was mit ein Grund dafür ist, dass Tomaten und daraus hergestellte Produkte billig in afrikanische Ländern exportiert werden können.

Gegen diese Konkurrenz aus Europa sind immer mehr afrikanische Bauern chancenlos, mit ihren Erträgen können sie kaum noch ihre Familien ernähren. Weshalb viele afrikanische Bauern nach Europa flüchten, wo sie dann im besten Fall zum Beispiel in Italien auf den Tomatenfeldern zu niedrigsten Stundenlöhnen arbeiten. Was mit ein Grund dafür ist, dass Tomaten und daraus hergestellte Produkte billig in afrikanische Ländern exportiert werden können.