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Urlaubsziele

Was haben wir uns früher den Kopf zerbrochen. Ans Meer, in die Berge – oder doch lieber in eine der hippen Metropolen? Vielleicht ein Urlaubsort mit guten Sportmöglichkeiten? Oder doch lieber nur in der Sonne am Strand faulenzen? Naturwunder bestaunen? Kunstdenkmäler begutachten? Man weiß ja nicht, wie lange die noch stehen. Nächte haben wir damit verbracht, Kataloge zu wälzen. Gab ja noch kein Internet.

Damit ist jetzt aber endgültig Schluss. Denn man braucht noch nicht einmal das ganze World Wide Web. Es genügt Instagram. Und der Rest ergibt sich von alleine. Also nicht, dass man dort Zustandsberichte über die Wasserqualität an einem bestimmten Badestrand bekommt. Es gibt noch nicht einmal Bewertungen von Hotels.

Aber dafür kann man zielgenau erfahren, wo man die besten Fotos machen kann, die Fotos, die dann auf Instagram – höchstwahrscheinlich – die meisten Klicks und Likes bekommen. Weshalb sich schon viele Urlaubsorte gezielt so in Szene setzen, dass sie interessant sind als Kulisse für vielversprechende Instagram-Fotos. Der richtige Urlaubsort ist nämlich der, der einzigartige Fotos verspricht. Man darf sich nur nicht davon irritieren lassen, dass zehntausende Menschen das gleiche Foto schießen wollen.

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Tiefschlaf

Es ist wirklich alles in Butter. Sie haben alles im Griff. Höchstens mal nicht sich selber. Weshalb sie dann schon mal jemandem auf die Fresse hauen wollen. Oder versuchen, Politik vom Lehnstuhl aus zu machen. Großartig auch der Schachzug von Merkel. Europa neu einordnen und für die Zukunft ausrichten, Flüchtlingsfrage klären und die Finanzen, die Verteidigung, wie es Frankreichs Präsident Macron verlangt, das kann warten. Jetzt geht es nach Tallinn erst einmal um das Internet und die digitale Zukunft. Da hat man dann auch viel mehr Zeit, über Jamaika nachzudenken.

Pressiert ja alles nicht. Ging doch die letzten gefühlten 100 Jahre auch mit dem Tempo einer guten alten Dampflok. Ist außerdem viel pittoresker als ein TGV. Und vielleicht lässt sich so ja auch die Sozialdemokratie weichkochen. Es kann nur noch Tage dauern, bis zum ersten Mal von der Verantwortung gesprochen werden wird. Und außerdem hätte eine Neuauflage der GroKo den großen Vorteil, dass die SPD in vier Jahren wirklich nur noch eine Splitterpartei wäre. Wahrscheinlich als Schwesterpartei von Die Linke.

Denn inzwischen haben doch schon alle Beteiligten gemerkt, dass Jamaika wirklich ein Schwachsinn ist. Eine Totgeburt. Viel zu heiß dort. Außerdem ein schwieriges Gelände für Homosexuelle. Und dann die Kriminalität. Bandenbildungen. Rauschgift. Ganz zu schweigen von der Musik. Und schließlich gibt es ja auch noch anderswo chillige Strände. Copacabana zum Beispiel. Käme doch auch von den Farben her einigermaßen hin. Besser als Hasch und Reggae wäre auf jeden Fall Volksmusik. Wie singt Heino so schön: Schwarz-braun ist die Haselnuss.

Fluchtursachen bekämpfen

Fluchtursachen bekämpfen. Davon sprechen Politiker oft und gerne, seit sich Zehntausende von Afrika aus nach Europa aufgemacht haben. Ines und Claus Egger handeln, einst im Oberbayerischen beheimatet, seit sie die Leitung eines Resorts an der Küste Ghanas übernommen haben. Aufgerüttelt von dem Elend der Menschen und dem Raubbau an der Natur um sie herum. Sie haben die Möglichkeiten genutzt, die ihnen aufgeschlossene Menschen und das weite Areal boten, das zu diesem Resort gehört.

Vom Hotelier zum Entwicklungshelfer

Ines und Claus Egger hatten in Deutschland ein Hotel geführt, schon damals auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit geachtet. Und eigentlich hatten sie vor, das auch in Ghana zu tun, als sie sich vor acht Jahren für einen Neuanfang entschieden und die Leitung des Resorts Ankobra Beach in der Nähe der Stadt Accra übernahmen. Aber bald war für sie klar, dass sie mehr tun würden, als nur Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Es waren die Not der Menschen und der Raubbau an der Natur in ihrem Umfeld, die sie handeln ließen. Weil zum Beispiel die illegale Suche nach Gold in der nahen Mündungsregion des Ankobra-Flusses durch Chemikalien die Fischbestände drastisch dezimiert. Der Fischfang aber für die meisten Familien in dieser Küstenregion Existenzgrundlage ist. Und weil sich kaum jemand teuren Brennstoff fürs Kochen kaufen kann. Weshalb von einst tausenden von Quadratkilometern Regenwald nur noch die Hälfte übrig ist.

Ganz Feuer für eine Idee

Doch es gibt kilometerweite, wild und schnell nachwachsende Bambusfelder. Was Claus Egger nach Möglichkeiten suchen ließ, mit sogenannten Kilns umweltschonend und nachhaltig Holzkohle aus Bambus zu gewinnen. Und er fand sie. Dass dabei ein Destillat gewonnen werden kann, das Pflanzen stärkt und den Boden verbessert, führte außerdem dazu, dass trotz schwierigen Klimas unter der Regie von Ines Egger bald reichlich Obst und Gemüse gediehen. „Wir haben bewiesen, dass es geht“, sagt sie, inzwischen mit ihrem Mann Arbeitgeber für an die 70 Leute. Die nicht nur Bambus ernten und erschwingliche Holzkohle herstellen, sondern zum Beispiel auch Möbel aus Bambus fertigen. Durch die Arbeit und Initiativen von Ines und Claus Egger und ihren oft freiwilligen Helfern wurden ökologische Kreisläufe geschaffen, die die Umwelt entlasten. Und für Arbeit sorgen. Nun sollen mit einem „Innovations-Zentrum“ die gewonnenen Erkenntnisse an möglichst viele Menschen weiter gegeben werden. Weshalb Ines und Claus Egger unter www.ankobrafarms.com/ auch ein Crowdfunding gestartet haben. Damit sie weiterhin handeln können. Und es nicht nur bei Worten bleibt.

 

(Veröffentlicht unter http://www.energiezukunft.eu)

Paris im August

Vielleicht ist es nicht besonders nett, so zu denken. Aber es ist Ferienzeit. Ich finde jetzt sogar bei meinem Lieblings-Metzger immer einen Parkplatz vor der Tür. Während an manch fernen Gestaden die Menschen um die besten Plätze am Strand rangeln. Auch in meinem Lieblings-Café sind die Tische angenehm leer, weil sich die nachrückenden Touristen lieber in original bayerischen Gaststätten tummeln.

Kurzum, es ist leerer geworden. Und weil ich vielleicht nicht besonders nett bin, finde ich das herrlich. Ich glaube sogar, dass wir Menschen sogar etwas friedlicher miteinander leben könnten, wenn wir nicht so viele wären. Die sich dann auch noch so oft auf engstem Raum drängen. Was ja irgendwie an Käfig-Haltung erinnert. Und wie sich das auswirkt, das sehen wir ja bei Hühnern.

Natürlich kann das auf gar keinen Fall bedeuten, dass man jetzt darüber nachdenken sollte, wie man zu weniger Menschen kommen könnte. Aber vielleicht hat ja jemand eine Idee, wie man die Menschen besser auf dem Erdball verteilen könnte. Schließlich gibt es ja zum Beispiel nicht wenige Menschen, die keine Hitze mögen. Und auf Grönland wäre noch ziemlich viel Platz.

Auf jeden Fall habe ich für das kommende Jahr im August schon einmal ein Hotel in Paris gebucht. Dort verlassen in den Ferien so viele Menschen die Stadt, um in den Süden und ans Meer zu fahren, dass es noch nicht einmal die Touristen aus aller Welt schaffen, die entstandenen Lücken auch nur annähernd aufzufüllen. Cafés und Metzger gibt es dort schließlich auch.

Die Suche nach Nähe

Ob Buddha oder Dalai Lama, die Mönche in den christlichen Religionen, selbst die großen Denker, die keiner bestimmten Glaubensrichtung angehörten oder angehören, sie haben gesucht und suchen vor allem die Einsamkeit, die Ruhe, die innere Einkehr, um Weisheit, Verstehen und mitunter sogar eine der größten menschlichen Tugenden, die Toleranz, zu erlangen.

Der Großteil der Menschen unserer Hemisphäre gehen zum Beispiel bei diesen sommerlichen Temperaturen am liebsten in ein Schwimmbad, an einen See oder an ein Flussufer, wo sie dann dicht an dicht mit anderen Menschen die Natur, den Sommer und die Sonne genießen. Ein anderes Vergnügen in diesen herrlichen Zeiten sind für sie auch Straßencafés, wo sie nicht selten mit jenen zusammentreffen, die auch im Schwimmbad, an einem See oder einem Flussufer zu finden sind, aber auf jeden Fall wieder in großer Zahl.

Doch der Sommer beschert den Menschen auch viele Festivals, Konzerte und sonstige Veranstaltungen unter freiem Himmel, die wiederum Gelegenheit bieten, auf andere Menschen zu treffen. Wo man sich dann auch wieder dicht an dicht an den gebotenen Attraktionen vorbeischiebt oder in langen Schlangen darauf wartet, dass man vielleicht etwas zu essen oder zu trinken ergattert.

Wo auch immer man hingeht, es drängt sich überall der Eindruck auf, dass die Menschen unserer Tage und in besonders hierzulande die Nähe zu vielen anderen Menschen suchen. Was sich übrigens auch noch bestätigt, wenn man sich einmal an ihren bevorzugten Urlaubszielen umschaut. Auch dort vor allem Massen und weit und breit keine Einsamkeit. Weshalb man sich auch wirklich nicht wundern muss, zu was diese Menschen mitunter fähig sind.