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Verlagerung der Lösung

Bleiben wir doch mal beim Thema (sh. Blog von gestern). Wenn auch einen anderen Aspekt betreffend. Aktuelles Beispiel: Die Brennerautobahn. Hat ja jetzt einen Gipfel gegeben. Und das Ergebnis ist genau das: der Gipfel. Denn es wird genau das passieren, was gefühlt immer öfter passiert, wenn ein Problem gelöst werden muss. Nämlich nicht allzu viel. Denn es sind sich zwar alle einig, dass es nicht so optimal ist, wenn täglich 38.630,14 Lkw über den Brenner brettern. Macht nämlich 14,1 Millionen pro Jahr. Und jede Menge Abgase und Lärm.

Weshalb man jetzt mal wieder die grandiose Idee hegt, Lkw  auf die Schiene zu verlagern. Sie also mit dem Zug über den Brenner zu fahren. Hat aber auch gleich Unmut hervorgerufen, bei besorgten Bürgern. Züge würden nämlich auch Lärm machen. Und damit das gleiche Level wie die Bürgerinitiativen gegen Stromtrassen oder Windräder erreicht. Initiiert von Menschen, die viel für die Umwelt tun. So lange es nicht in der Nähe der Haustür stattfindet, was getan werden müsste.

Weshalb ich da einen Vorschlag machen möchte: Warum verlagert man denn nicht alles, was so stört, in die Luft? Vielleicht in 5.000 Meter Höhe. Also die Autobahnen, den Schienenverkehr, die Stromtrassen und Windräder. Das wäre doch mal eine Innovation. Und eine technische Herausforderung. Ganz in der Tradition des bisherigen Verlaufs der Evolution der Menschheit. Natürlich auch und wie vieles anderes mit einem kleinen Risiko behaftet.

Denn das würde selbstverständlich auch eines dieser Großprojekte werden, die erfahrungsgemäß zwar nur das Doppelte vom veranschlagten Betrag kosten, aber dafür bis zur Fertigstellung die vierfache Zeit beanspruchen. Was unter Berücksichtigung des aktuellen Tempos, mit dem die Umwelt gerettet wird, bedeuten könnte, dass es zu spät ist. Bis dahin unser schöner blauer Planet sowieso mehrheitlich unbewohnbar geworden ist. Zumindest für uns Menschen. Was ja wiederum ein Hoffnungsschimmer für die anderen Spezies und Pflanzen wäre.

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Erzeuger unter Strom

So kann man sich irren. Aber ich habe nun einmal ein sehr schlichtes Gemüt. Jedenfalls glaubte ich bisher, dass ich für die Erzeugung des Stromes bezahlen würde. Den ich brauche, um mein dünnes Süppchen zu kochen. Hatte in diesem Zusammenhang auch durchaus begriffen, dass der Erzeuger natürlich und im Gegensatz zu einem liebenden Vater natürlich auch etwas daran verdienen will. Also am Erzeugen. Jetzt ist mir aber klar geworden, dass das einen sehr guten Grund hat, warum mein Stromtarif die Bezeichnung „Plus“ hat.

Denn ich zahle, wie man mir mitgeteilt hat, nicht nur den Strom an sich sondern auch die EEG-Umlage, dazu natürlich Stromsteuer, einen KWK-Aufschlag, die StromNEV-Umlage, eine Offshore-Haftungsumlage, die Umlage für abschaltbare Lasten, eine Konzessionsabgabe und, last but not least, Netznutzungsentgelte. Und einmal davon abgesehen, dass ich noch nicht die Zeit hatte, zu recherchieren, was das eigentlich alles bedeutet, hat mich vor allem die Offshore-Haftungsumlage etwas stutzig gemacht. Schließlich reichen meine mageren Englischkenntnisse, um zu wissen, dass das irgendetwas mit einer Küste zu tun hat. Die es aber hier weit und breit nicht gibt.  

Aber jetzt verstehe ich zumindest, warum mit Milliardenaufwand mickrige Stromkabel ebenso wie gigantische Stromtrassen unbedingt unter die Erde verlegt werden müssen. Man hat ganz offensichtlich Angst, dass die Menschen, wie in anderen Ländern der einstigen Dritten Welt übrigens auch, demnächst wohl anfangen könnten, die Stromleitungen illegal anzapfen. Denn weil der Strom für Anbieter immer billiger wird, für Verbraucher wie mich aber immer teurer, wird das bald die einzige Möglichkeit sein, nicht jeden Abend bei romantischem Kerzenlicht zu verbringen.

Urlaubspläne

Endlich mal wieder Brötchen vom Bäcker. Und gute Nachrichten von Helmut. Der jetzt eine Jacke von der Firma mit den drei Streifen und dem Emblem des Deutschen Fußballbundes trägt. Er sagt, dass Deutschland ganz offensichtlich den Flüchtlingsstrom weggesteckt hat. Zumindest finanziell. Schließlich habe man festgestellt, dass genug Geld da ist, um die Stromtrassen in den Süden der Republik unter die Erde zu verlegen. Was ja bekanntlich einige Milliarden mehr kosten würde als die Stromleitungen überirdisch zu führen. Aber halt viel schöner aussieht. Und dass jetzt auch noch der Horst Seehofer entschieden hat, dass der Münchener Flughafen unbedingt eine dritte Startbahn braucht, weil er so boomt, das wäre ein ganz sicheres Zeichen dafür, dass Geld wie Heu da wäre.

Helmut vermutet, dass die öffentlichen Kassen das Geld bei den versprochenen Sprach- und Integrationskursen für Flüchtlinge einsparen können. Weil es ja kaum noch Länder gäbe, die einen plausiblen Grund für eine Flucht liefern. Sagt Helmut. Weil aus den anderen Ländern ja kaum noch jemand raus käme. Wenn jetzt auch noch Ägypten und Libyen sichere Drittländer sind, sagt Helmut, dann kann man endlich wieder mal im Mittelmeer baden. Ohne Angst haben zu müssen, dass einem eine Leiche entgegen schwimmt. Wenn die Entwicklung so weitergeht, sagt er, dann fährt er nächstes Jahr wieder nach Jesolo.

Stromtrassen

Dass da noch niemand anderes darauf gekommen ist. Aber es haben halt nur sehr wenige den erforderlichen Weitblick. Diese Fähigkeit, Zusammenhänge nicht nur zu erkennen sondern sie auch in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Also es fällt mir nicht ganz leicht, das jetzt zu sagen, aber so etwas schafft eben einfach nur jemand von der CSU. Es kann halt nur solche genialen Ideen haben, wer mit unserer guten Alpenmilch und unter weiß-blauem Himmel aufgezogen worden ist.

Wie zum Beispiel unsere bayerische Finanzministerin Ilse Aigner. Während sich ganze Gremien seit Monaten den Kopf zerbrechen, hat sie jetzt eine Lösung für die Stromtrassen quasi aus dem Hut gezaubert, die so verblüffend genial und gleichzeitig so einfach ist, dass man eher vermuten würde, sie käme von Herrn Seehofer.

Die Lösung lautet: Die Stromtrassen einfach durch Hessen und Baden-Württemberg verlaufen lassen, bis zur Höhe des Verteilers in Bayern. Weil so am einfachsten einerseits unsere bayerische Kulturlandschaft erhalten bleibt und andererseits trotzdem die Energiewende in keinster Weise gefährdet wird sondern ganz im Gegenteil einen neuen Anschub erfährt.

Und jetzt hoffe ich, dass mir Frau Aigner nicht böse ist, weil sie früher oder später sicher selber noch weitere derartige Vorschläge hätte machen wollen. Aber ich konnte mich einfach nicht zurückhalten, ich habe diese Grundidee schon mal ein bisschen weiter gesponnen.

Denn wie wäre es denn, wenn man zum Beispiel auch den Verkehr auf diese Weise neu trassieren würde. Also einfach auch die Autobahnen um Bayern herumführt. Und nur an einer Stelle, also zum Beispiel da, wo die Entfernung von München bis zur Grenze am kürzesten ist, eine Zufahrt ins Naturland Bayern anlegt. Wofür sich die Salzburger Autobahn ja bestens eignen würde. Die meisten Wies‘n-Besucher kommen sowieso aus dem Süden.

Und was ist mit den Flugzeugen? Sollen die weiterhin ihr Kerosin über unseren saftigen Wiesen ablassen dürfen? Die könnte man doch auch um Bayern herum fliegen lassen. Und damit sie zum Münchener Flughafen kommen, könnte man über der Salzburger Autobahn dann einen Flugkorridor einrichten.

Keine Frage, dass man bei dieser Gelegenheit dann auch gleich alle Windkrafträder nach Hessen und Baden-Württemberg verlegen könnte. Den Strom können sie ja dort dann gleich über die neue Trasse ins bayerische Netz einspeisen. Und außerdem bekäme man so mehr Platz für Biogas-Anlagen, die schließlich inzwischen im naturbelassenen Bayernland das Bild kulturhistorisch vervollkommnen wie Wies-Kirche oder Schloss Neuschwanstein. Das würde der Frau Aigner sicher auch gefallen.