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Die Heimat, die ich meine

Es dürfte wohl keine Frage sein, dass Heimat sehr viel mehr ist als nur eine Ortsbestimmung. Der Begriff„Heimat ist kaum loszulösen von einer damit verbundenen gewünschten oder erhofften Befindlichkeit. Nicht nur dem Auge soll die Heimat gut tun sondern auch der Seele, dem Gefühl. Was dann vielleicht des Öfteren und durchaus etwas abträglich als Heimat-Idylle bezeichnet wird, ist im Grunde nur Synonym für eine Hoffnung, einen Wunsch, einen Traum, eine Sehnsucht.

Was natürlich gleichzeitig eine Unruhe mit sich bringen kann, Verlustängste. Sei es, weil etwas als Bedrohung empfunden wird, oder Gefahr besteht, dass das eine oder andere Stück von dieser Heimat Veränderungen unterworfen werden könnte, die das Bild stören würden, das man von einer Heimat hat. Und dann auch immer wieder bei einem beliebten Spiel auftaucht, wenn nämlich Menschen danach gefragt werden, was für sie Heimat ist. D

enn selbst wenn sich dann Antworten auf so banale Dinge beschränken wie ein gut gezapftes Bier oder einen weiß-blauen Himmel, sich auf die Familie, die Lieben berufen, es schwingt immer ein Unterton mit. Auch wenn es nicht ausgesprochen wird, explicit erwähnt wird, Begriffe wie „Frieden“ oder „Ruhe“ stehen da im Hintergrund, latent schwingt ein „behütet“ oder auch „akzeptiert“ mit.

Wohingegen sich da, wo die Heimat sich verändert, in seiner bisherigen Form in Frage steht, sehr häufig und fast zwangsläufig dann das Unwohlsein ins Bild schleicht, ein Unbehagen. Wird das mit dem Begriff Heimat verbundene Lebensgefühl bedroht, so glaubt man auch die Heimat bedroht. Aber auch wenn sich das äußere Bild verändert, kommt das Heimatgefühl schon ins Wanken, gleich ob die Veränderungen der Zeit geschuldete sind oder besonderen Umständen.

Und wer gar seine Heimat ganz verloren hat, der versucht dann zumindest erst einmal auf der Suche nach einer neuen Heimat mit Relikten noch kleine Fetzen von der alten zu bewahren, um nicht ganz mit leeren Händen da zu stehen. Um wenigstens in der Erinnerung einen Trost zu finden, den es aber nicht wirklich gibt, solange man nicht wieder eine Heimat gefunden hat. U

m dann gleichzeitig vor einer neuen, noch bittereren Erkenntnis zu stehen. Dass nämlich eine neue Heimat, der Ort, an dem man sich wieder heimisch fühlt, nicht nur gefunden werden muss. Es ist mindestens genauso wichtig, dass es auch Menschen gibt, die gewillt sind, mir eine Heimat zu geben, die mir helfen, mich wieder heimisch zu fühlen.