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Kennenlerngespräche

Es gibt, bevorzugt in Radio und Fernsehen, ein Genre, dass sich großer Beliebtheit erfreut, obwohl es eigentlich nichts anderes ist, als ein Gespräch zwischen zwei Menschen. Und insofern über das klassische Interview hinausgeht, als eben nicht konkreten Fragen nachgegangen wird, sondern sich, im günstigsten Fall, im Gespräche ein Bild eines Menschen, des Eingeladenen nämlich, und seines Lebens ergibt.

Da ist mir eines ganz besonders aufgefallen. Dass es fast ausschließlich alle vorgestellten Menschen entweder bereits zu einer gewissen Bekanntheit gebracht haben. Und infolgedessen ihr Leben als etwas besonderes betrachtet wird. Oder dass sie durch einen schweren Schicksalsschlag, zumeist eigene Krankheit oder Tod eines anderen Menschen, und dessen Bewältigung gerade die Chance bekommen haben, bekannt zu werden. Dem entnehme ich, dass das Leben eines halbwegs gesunden Menschen, den gerade mal seine Familie, Anverwandten, Freunde, Arbeitskollegen und vielleicht noch Kassiererinnen oder Kassierer an der Kasse des bevorzugten Supermarktes kennen, nicht besonders interessant ist.

Obwohl dieser Mensch, nehmen wie einmal an, dass es ein Mann ist, sich nie im Leben wie gewisser Filmregisseur aufgeführt hat. Im Gegensatz zu Berühmtheiten aus verschiedenen Berufsgruppen auch immer brav seine Steuern bezahlt hat. Das einzige, was ihn befähigen könnte, für solch eine Sendung interessant zu sein, das wäre vielleicht, wenn er Opfer eines Amokläufers werden würde. Schade nur, dass Tote nicht reden können.  

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Wetterkapriolen

Ich bin jetzt nicht unbedingt der geborene Verschwörungstheoretiker. Doch manchmal, so scheint es mir, geht es nicht anders. Dann erliege ich der Versuchung. Zum Beispiel, was die gegenwärtigen Wetterkapriolen betrifft. Ich bin inzwischen felsenfest davon überzeugt, dass Schnee und Eis, die jetzt Ende März immer noch die Natur daran hindern ihr buntes Kleid anzuziehen, der Politik geschuldet sind. Denn auch wenn bunte Ostereier im Schnee natürlich sehr viel leichter zu finden sind, eigentlich war das Osterfest, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ursprünglich keine PR-Aktion der Supermärkte für Süßigkeiten und Gourmet-Speisen in Folie oder tiefgefroren und in diversen Geschmacksrichtungen. Sondern ein kirchliches Fest und Synonym für Auferstehung und Neuanfang.

Und ja, dass dem in diesem Jahr nicht so ist, davon bin ich überzeugt, daran ist die Politik schuld. Die Tatsache, dass wir eine GroKo und ein Heimatmuseum haben. Eine Groko, die eigentlich GroKä heißen müsste: Große Kälte. Ein Synonym ist für Kälte und Eis, die alles erstarren lassen. Für Stillstand. Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir bereits blühende Landschaften und eine bunte Vielfalt hätten, wenn es zu Jamaika gekommen wäre. Auch wenn das natürlich das Risiko des einen oder anderen kleinen Wirbelsturms beinhaltet hätte. Jedenfalls könnten wir mit Jamaika jetzt sicher schon in leichter Kleidung in Straßencafés sitzen und eine Latte schlürfen. Also noch einmal: Dankeschön, Herr Lindner! Danke F.D.P!

Frische Luft

Habe heute das zweite Fensterchen des Adventskalenders schon in aller Früh aufgemacht. Zum einen, weil mein Körper nach Zucker verlangte. Zum anderen, weil ich im Radio den Song „Frische Luft“ gehört hatte. Das mit dem Zucker hat geklappt. Auch wenn der Geschmack der Schokolade daran erinnerte, dass die Adventskalender schon seit Ende September in den Regalen der Supermärkte lagen. Ansonsten sah ich beim Blick aus dem Fenster nämlich nur einen gräulichen Dunst, der durch die Straße waberte.

Weshalb ich das Fenster schnell wieder schloss. Offensichtlich muss man inzwischen in den Hartz fahren, wenn man frische Luft möchte. Oder nach Helgoland und in die Alpen. In den Städten hat man es schon etwas schwieriger. Schließlich müssen die Arbeitsplätze in der Autoindustrie erhalten werden. Aber ich habe da einen Tipp. Mir ist aufgefallen, dass viele Flüchtlingsunterkünfte in Gegenden liegen, wo die Luft noch einigermaßen gut ist. Nämlich in irgendwelchen Zonen-Randgebieten.

Wo es weit und breit keinen Supermarkt gibt, geschweige eine Pizzeria oder eine Moschee. Doch während Gutmenschen böswillig behaupten, dass wäre nur, um sie aus dem Gesichtsfeld der Bürger verschwinden zu lassen, glaube ich ja, dass das reine Rücksichtnahme ist. Schließlich kommen viele Flüchtlinge aus eher ländlichen Gegenden. Denen soll wohl einfach nicht die Feinstaubbelastung zugemutet werden, denen man in Innenstädten ausgesetzt ist.

Harte Nüsse

Als blutiger Laie, so vermute ich, ist man da sowieso aufgeschmissen. Vielleicht müsste ich einmal mit einem Wirtschaftswissenschaftler darüber reden. Doch leider habe ich keinen in meinem Freundes- oder Bekanntenkreis. So bin ich also auf Vermutungen angewiesen. Ausgangspunkt ist die vielleicht nicht so aufregende Feststellung, dass Walnüsse hierzulande und insbesondere in Supermärkten zu unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Und ich auf ein Phänomen gestoßen bin.  Denn es gibt z.B. Walnüsse, von denen 100 Gramm 69,75 Cent kosten.

Und dann gibt es welche, da kosten 100 Gramm 89 Cent. Also etwas mehr als 25 Prozent mehr. War also mein erster Gedanke: Die kommen sicher von weit her. Südafrika vielleicht. Was ein Irrtum war. Es ist genau umgekehrt. Die teureren Walnüsse kommen aus Frankreich. Um genau zu sein, aus der Gegend um Grenoble. Und die billigeren Nüsse kommen aus den USA. Aus Kalifornien.

Der Preisunterschied basiert also auf der Tatsache, dass die einen Nüsse etwa 800 Kilometer zurücklegen müssen. Je nachdem, wo man in Deutschland wohnt. Und die anderen 9000 Kilometer. Das wäre dann allerdings Luftlinie, wohlgemerkt. Also einiges als zehn Mal so viel. Ich vermute also, dass Walnüsse aus Südtirol noch teurer sind als die aus Grenoble. Denn bis nach Südtirol sind es etwa 300  Kilometer. Je nachdem, wo man in Deutschland wohnt. Und ich möchte gar nicht erst wissen, was Walnüsse aus Deutschland kosten.  

Logischer Zusammenhang

Man sollte sich einfach öfter mal ein bisschen Mühe machen und nicht so vorschnell urteilen. Natürlich kann man fragen, warum es den meisten Menschen ganz offensichtlich so gänzlich gleichgültig zu sein scheint, dass Millionen Tiere hierzulande unter eher erbarmungswürdigen Umständen dahinvegetieren. Wie immer wieder durch authentisches Filmmaterial und manchen Fleisch-Skandal bewiesen wird. Bevor sie dann geschlachtet werden, um auf unseren Tellern zu landen. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Zum einen haben die erbarmungswürdigen Umstände ganz allein den Grund, dass Fleisch so billig wie möglich produziert werden muss. Schließlich könnte es sonst nicht so billig in den Supermarktketten verkauft werden. Und dass sich die meisten Menschen nur billiges Fleisch leisten, auch das hat einen simplen Grund. Und überhaupt nichts damit zu tun, dass diese Menschen vielleicht gefühllos wären. Sie sind ganz einfach auf billiges Fleisch angewiesen, weil sie sich sonst nicht ihre teuren SUVs und sonstigen PS-starken Autos leisten könnten.

Glaubwürdigkeit

Da hat jetzt zum Beispiel mal wieder der bayerische Innenminister Herrmann den Bericht des Verfassungsschutzes vorgestellt. Und natürlich auch gleich die Gelegenheit genutzt, um vor Terroranschlägen zu warnen. Es gäbe durchaus konkrete Hinweise. Was er allerdings nicht sagte, das war, was wir tun sollen. Sollen wir nun möglichst zu Hause bleiben? Und was sagt der Arbeitgeber dazu, wenn wir nicht am Arbeitsplatz erscheinen? Oder wäre es angebracht, jetzt nur noch in schutzsicherer Weste das Haus zu verlassen? Vielleicht jetzt schon mal einen Termin beim Therapeuten machen? Für den Fall der Fälle?

Ich frage mich, was man mit solchen Aussagen bezweckt. Geht es nur darum, dass wir aufmerksamer durchs Leben gehen. Öfter mal unter einen Mantel schauen, ob da vielleicht ein Sprengstoffgürtel verborgen wird? Vielleicht der Lauf einer Kalaschnikow hervor lugt? Oder geht es einfach nur darum, genug Angst zu verbreiten, um uns auch noch eine weitere „Schutzmaßnahme“ teuer zu verkaufen. Die uns dann wieder sorgenfrei ins Fußballstadion oder zum Rockkonzert gehen lässt. Oder auch nur in den Supermarkt.

Momentan hat man allerdings auch noch den Eindruck, dass das Gefühl verkauft wird, dass mit dieser oder jener Partei wir wieder unseres Lebens sicher sind. Mit der AfD, weil keine Islamisten mehr im Land sein werden, wenn man sie wählt. Während CSU und Schwesterpartei mehr Sicherheit durch mehr Behörden und mehr Staat versprechen. Und die SPD immer noch und ungebrochen und wie die Grünen auf mehr Integration setzt. Am glaubwürdigsten sind jedoch immer noch die Terroristen. Sie halten sich einfach nicht daran, was Politiker versprechen.

Besser essen

Manchmal geht es nicht anders. Der Metzger hat schon geschlossen. Die Gäste kommen in einer halben Stunde. Also rein in den Supermarkt, auf dem direkten Weg zum Regal mit abgepacktem Schinken, wo es natürlich auch eine Abteilung für Feinschmecker gibt. Schinken aus Parma und Serrano-Schinken, Coppa aus der Emilia oder aus dem Vendée. Und nachdem man für seine lieben Gäste nur das Allerbeste servieren möchte, liest man erst einmal aufmerksam, was auf der Packung steht. Dass auf der Verpackung für Schinken, der angeblich direkt aus Italien kommt, kein einziges italienisches Wort zu finden war, hat mich dann nicht einmal so sehr verwundert. Vielmehr hat ein ganz bestimmtes Wort meine ganze Aufmerksamkeit erregt.

In der Eile habe ich zuerst „handerlegt“ gelesen. Hatte ich sofort das Bild vor Augen, wie sich der Metzger mit gezücktem Messer dem Schwein nähert, vielleicht sogar versucht, es mit bloßen Händen zu erwürgen. Beim zweiten Blick stellte sich dann aber heraus, dass da „handgelegt“ stand. Mit dem Hinweis, dass dies für die Qualität des Schinkens spreche. Mein erster Gedanke: Hoffentlich hat sich da jemand vorher die Hände gewaschen. Abgelöst von dem Bild einer alten Frau, die mit ihren zittrigen Händen Schinkenscheibe für Schinkenscheibe in die kleine Plastikschale legt.

Was natürlich Unsinn ist. Schließlich weiß man ja, dass Produkte für Supermärkte in großen Mengen hergestellt und auf Fließbändern verpackt werden. Stehen da also hunderte von schlecht bezahlten Polinnen oder noch schlechter bezahlten syrischen Flüchtlingen am Fließband und legen Scheibe für Scheibe aufeinander? Und ist Handleger eigentlich ein Ausbildungsberuf? Ich habe mir die Mühe gemacht, alle Packungen mit handgelegtem Schinken akribisch zu untersuchen. Das Fazit: Die Abstände waren absolut einheitlich. Sowohl in der leichten seitlichen Verschiebung als auch an den oberen und unteren Rändern. Die Schlussfolgerung: Dieser Schinken kann nur von Schweizer Uhrmachern verpackt worden sein.