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Alles opfern

Man hört und liest ja so einiges. H&M schmeißt neue Klamotten weg. Nestlé gräbt Menschen das Wasser ab. Es soll sogar Firmen geben, die Waffen verkaufen, die dann sonderbarerweise sogar verwendet werden. Doch jetzt habe ich auf YouTube ein Video entdeckt, das zeigt, dass es auch anders geht. Dass es auch große Konzerne gibt, die sich verantwortungsvoll zeigen.

Man erinnert sich vielleicht noch. Football-Spieler, dunkelhäutig, hatten sich beim Abspielen der US-amerikanischen Nationalhymne niedergekniet. Um Rassismus und Polizeigewalt anzuprangern. Und als einer der Erster und unbeugsamsten Colin Kaepernick. Der dann nach Trumps Tweet (Hurensöhne) und anderen Anfeindungen auch als erster keinen Vertrag als Spieler mehr bekam. Sich aber weiter gegen Rassismus und Polizeigewalt engagiert.

Und jetzt ist er trotz aller Anfeindungen durch patriotische US-Amerikaner in einem Werbespot zu sehen. Mit der Botschaft: „Glaube an etwas. Selbst wenn es heißt, alles zu opfern“. Ein Werbespot von Nike. Der in den Werbepausen der National Football League gezeigt wird. Die ersten brennenden Nike-Schuhe werden schon im Netz gepostet. Nike zeigt weiter den Spot. Sorge macht da nur etwas, dass offensichtlich immer mehr die großen Konzerne das übernehmen, was Aufgabe der Politik wäre.

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Rückblick

Sie fielen mir zufällig in die Hände. Blogbeiträge aus dem Jahr 2014. Vielleicht einfach nur, weil ich gestern eine Diskussion hatte zur Frage, wie schlimm es denn inzwischen geworden sei. Ich glaube durchaus daran, dass das Gehirn bisweilen eigene Wege geht. Und dann eben beispielsweise alte Blogbeiträge findet. Wobei man allerdings zugeben muss, dass vier Jahre keine so lange Zeit sind.

Aber andererseits Zeit genug, um weite Teile des Erdballs zumindest gefühlt auf den Kopf zu stellen. Doch nun einmal davon abgesehen, dass man damals Trump nur von seinen TV-Auftritten kannte, Syrien noch keine Trümmerwüste und Israel noch kein Nationalstaat waren, vor allem habe ich das Gefühl, dass ich mich mehr verändert habe als die Welt um mich herum.

Und damit meine ich nicht, dass mein Haar schütterer geworden wäre, oder der gazellenartige Lauf zu einem Schlurfen mutierte. Mir ist nämlich ganz besonders aufgefallen, dass sich meine Schreibe verändert hat. Der leichte Ton ist einer gewissen Schwere gewichen. Um die Wahrheit zu sagen, im Vergleich zu dem, was und wie ich vor vier Jahren geschrieben habe, klinge ich jetzt eher müde. Und ich befürchte, es ist nicht einmal das Alter.

Es ist eher die Entwicklung der vergangenen vier Jahre, die mich müde gemacht hat. Aber vielleicht muss ich einfach nur mehr Kondition trainieren. Mich geistig mehr bewegen. Morgen werde ich mal versuchsweise damit anfangen. Heute habe ich wirklich noch nichts gefunden, was den Adrenalinspiegel etwas anheben könnte. Und die Chemie will ich noch nicht einsetzen. Vielleicht tut es ja ein kühles Pils auch.

Montagseinkauf

Montags gehe ich eigentlich immer einkaufen. Zuerst einmal in den Supermarkt meines Vertrauens, denn montags gibt es die Angebote der Woche, und diese Woche waren auch noch Artikel für den Heimwerker im Angebot. Wenn man nicht schnell ist, kommt man da zu spät. Ich bin immer schon um halb acht da. Weshalb ich auch heute einen alten Bekannten getroffen habe, mit dem ich über die geplante Umgehungsstraße, das sündteuer renovierte Freibad und sein Ischias gesprochen habe.

Semmeln und  Brot habe ich natürlich nicht gekauft, denn dafür gehe ich immer zu dem Bäcker in unserer Straße, der selber noch morgens früh in der Backstube steht. Hier habe ich die Frau Rohrer aus dem Haus schräg gegenüber getroffen, die ich fast immer montags hier treffe, und ich habe nachgefragt, wie es denn der Tochter geht, wo die doch jetzt schon ziemlich schwanger ist und wohl bald ins Krankenhaus muss.

Und auf dem Rückweg habe ich noch schnell in der Apotheke reingeschaut, weil der Apotheker so ein gescheiter Mann ist, der meint, dass er alles weiß und so gerne lange Vorträge darüber hält, wie man was am allerbesten macht. Und ich jedes Mal meinen Spaß habe, wenn ich ihm etwas erzählen kann, was er noch nicht weiß. Vielleicht war das ja auch der Grund, warum der Putin sich heute mit dem Trump getroffen hat.

Stürzt 45

So geht Demokratie. Da haben die Verantwortlichen bei dem US-amerikanischen Discounter Walmart doch glatt übersehen, dass es in ihrem Warensortiment ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Impeach 45“ gibt. Was nichts anderes ist als der Aufruf, den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, den 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten, zu „stürzen“. Weshalb umgehend Anhänger des America-first-Präsidenten zum Boykott von Walmart aufriefen.

Kam natürlich prompt der Rückruf für diesen Artikel, sämtliche T-Shirts mit diesem Aufdruck wurden aus den Regalen genommen. Weshalb jetzt auch wieder Trump-Anhänger bei Walmart einkaufen. Wozu sie allerdings auch allen Grund haben. Denn natürlich gibt es auch weiterhin bei diesem Discounter T-Shirts mit dem Aufdruck „Make America Great Again“, dem allseits beliebten und bekannten Schlachtruf und Wahlkampf-Slogan von US-Präsident Donald Trump.

Jupiter und die Römer

Der Vogel hat wieder mal gezwitschert. Am gestrigen Tag hat der US-Präsident Donald Trump erneut der Welt seine Einschätzung zur Person und zur Untersuchung über eventuelle Kontakte nach Russland in Zeiten des Wahlkampfes mitgeteilt. Originaltext: „As has been stated by numerous legal scholars, I have the absolute right to PARDON myself, but why would I do that when I have done nothing wrong? In the meantime, the never ending Witch Hunt, led by 13 very Angry and Conflicted Democrats (& others) continues into the mid-terms!

Kurz gesagt, er hält sich für unantastbar, was auch immer er getan haben könnte. Weshalb es vielleicht nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Gott ernsthafte Konkurrenz bekommt. Doch immerhin gibt es wenigstens einen Politiker, der sich davon eher unbeeindruckt zeigt. Es hat nämlich der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Telefonat dem US-Präsident so unmissverständlich seinen Standpunkt in Sachen Strafzölle klar gemacht, dass dieser laut CNN sich hinterher beschwerte, das Telefonat sei „just bad“ gewesen. „It was terrible“, soll Trump gesagt haben.

In Deutschland sieht die Regierung lieber tatenlos zu, wie ein US-amerikanischer Botschafter sich als Propagandist der rechten Konservativen und EU-Kritiker auf Breitbart und anderen Plattformen in Szene setzt. Die mehr als angebrachte Kritik daran kommt von einem abgedankten Parteivorsitzenden und von der Linken. Würde sich ein deutscher Botschafter so massiv in den USA für die Demokraten oder die Umweltbewegung eines Al Gore einsetzen, wäre er schon längst des Landes verwiesen worden. Aber wie sagten schon die alten Römer: Quod licet Iovi non licet bovi. Kann sich jeder aussuchen, wer glaubt Gott Jupiter zu sein. Und wen er für den Ochsen hält.

Zurück in die Steinzeit

Man kann ja wirklich nicht behaupten, dass ich ein Pessimist wäre. Aber ich glaube, dass es so langsam Zeit wird, die Steinaxt wieder zu schärfen. Denn während andernorts Menschen langsam nasse Füße bekommen, weil der Pegel von Meeren steigt, haben wir einen Wirtschaftsminister der Kante zeigt. Und das so kantig, dass Trump neidisch werden könnte. Wenn er wüsste, dass Peter Altmaier der neue deutsche Bundeswirtschaftsminister ist.

Der davon ausgeht, dass sich die Energiewende und damit auch das kleine Problem mit dem Klimawandel fast von alleine erledigen werden. Weil das nämlich die Märkte regeln werden. „Ich gehe davon aus“, sagt Altmaier, „dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit, das heißt in den nächsten vier bis fünf Jahren, ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig erreicht haben, …“. Also so was hässliches wie Subventionen nicht mehr nötig sind.

Und das mit dem Kohleausstieg natürlich auch von den Märkten geregelt wird. Also von Angebot und Nachfrage. Und das macht den kleinen Unterschied. Trump hat nur gesagt, dass er aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigt. Altmaier sagt wenigstens, wie seine Alternative aussieht. Und ich wüsste wahnsinnig gerne, wie man Steinäxte schärft.  

Cheeseburger

Sagen wir einmal so: Für das Geld hätten Angela Merkel und Gatte gut und gerne im Sterne-Restaurant Richard in Berlin Kreuzberg essen können, sogar mit Freunden, falls es solche gibt. Und da wäre sogar noch einiges übrig geblieben. Vielleicht für einen neuen Hubschrauber der Bundeswehr oder ähnliches. So aber flog sie mit ihrem Tross auf ein Schwätzchen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington und ging am Vorabend des Treffens in ein Diner namens „J.Paul“ und aß laut Augenzeugen einen Cheeseburger mit Bacon und Cheddar und Pommes Frites und trank Pinot Grigio. Vielleicht ging sie davon aus, dass es am nächsten Tag bei Donald und Melania sowieso nichts zu essen geben würde.

Schließlich hatte der US-Präsident für das Gespräch gerade mal zwei Stunden Zeit, vermutlich musste er gleich anschließend noch seinen Flieger bekommen, der ihn wie jeden Freitag nach Florida und zum Golfplatz bringen musste. Immerhin gab es bei diesem Besuch ein Küsschen von Trump bei Merkels Begrüßung und einen Händedruck für die Pressefotografen. Und außerdem flog Merkel noch am selben Tag mit der Gewissheit nach Deutschland zurück, dass es ungewiss ist, wie sich der US-Präsident in den Fragen, die sie mit ihm besprechen wollte, entscheiden wird. Was mich dann an die Gespräche mit den Kindern erinnerte, die ihr Zimmer aufräumen sollten.