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Sommer-Interview

Jetzt mache ich mir so langsam richtig Sorgen um die alte Dame. Dass nicht gerade alles zum besten läuft bei der SPD, ist ja nicht erst seit gestern allgemein bekannt. Aber ich hätte nie gedacht, dass es so schlimm ist. Doch wie jetzt die Aussage von Fraktionsvorsitzender Andrea Nahles unmissverständlich deutlich machte, geht es wohl wirklich um alles.

Sie hat nämlich gesagt, dass man jetzt Herrn Erdogan und die schwächelnde Lira nicht im Regen stehen lassen dürfe, schließlich sei die Türkei ein Nato-Partner und unbedingt in schweren Zeiten zu unterstützen, weil sie so wichtig für Europa sei. Justiz, Pressefreiheit und Menschenrechte in allen Ehren und natürlich mit Ausnahme inhaftierter deutscher Staatsbürger.

Und dafür kann es eigentlich nur einen Grund geben. Nachdem der deutsche Arbeiter nicht mehr die Zukunft für die SPD ist, weil es ihn in der traditionellen Form kaum noch gibt, spekuliert man bei den Genossen jetzt wohl darauf, dass man bei den nicht wenigen AKP-Anhängern und Erdogan-Unterstützern in deutschen Landen zumindest ein paar Stimmen für die SPD rekrutieren kann. Oder es lag einfach an den Temperaturen. Das Interview fand schließlich im Freien statt.  

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Freier Fall

Zuerst dachte ich ja, dass Italien den Euro abgeschafft hat, wieder zur alten Währung zurückgekehrt ist. Doch dann habe ich gesehen, dass der letzte Buchstabe ein „a“ war und kein „e“. Weshalb es natürlich die Türkei ist, deren Währung jetzt respektabel an Wert verloren hat. Im Verlauf eines einzigen Tages waren es bis zu 18 Prozent. Was insofern bedenklich ist, als deutsche Banken in der Türkei Außenstände von ca. 21 Milliarden Euro haben. Ob diese Kredite in der Zukunft noch bedient werden, ist also unsicher. Weshalb es sein könnte, dass wir hierzulande mal wieder Banken retten dürfen.

Der Auslöser für diesen Verfall der Lira sind ja die vom US-Präsidenten jüngst noch einmal verschärften Wirtschaftssanktionen. Die als Druckmittel dienen, um einen US-amerikanischen Pfarrer frei zu bekommen, der wegen Terrorverdacht in der Türkei festgehalten wird. Und dem türkischen Präsidenten als Druckmittel dient, um die Auslieferung des einstigen Kumpels und inzwischen des Staatsstreiches angeklagten Predigers Gülen zu erreichen. Der in den USA lebt.  

Also ist es eher eine Art Privatfehde, die den Steuerzahler hierzulande viel Geld kosten kann. Was mich aber erst so richtig wütend macht, das ist die mehr als unschöne Begleiterscheinung, dass durch den Verfall der türkischen Währung der Urlaub in der Türkei jetzt so richtig billig geworden ist. Wir aber schon Ferien auf dem Bauernhof in Niederbayern gebucht haben. Stornieren geht nicht mehr.

Klare Sache

Es soll ja noch Menschen geben, die immer noch von einer Zwei-Staaten-Lösung reden respektive träumen. Die glauben, dass es irgendwann in diesem oder nächsten Leben ein friedliches Nebeneinander geben könnte von Israelis und Palästinensern. Sie können jetzt komplett umdenken. Denn das israelische Parlament, die Knesset, hat gerade ein Gesetz verabschiedet, das Schluss macht mit solchen Hirngespinsten. Denn dieses Gesetz besagt, dass Israel ein „Nationalstaat für jüdische Menschen“ ist und Hebräisch die Nationalsprache, selbstverständlich „jüdische Siedlungen im nationalen Interesse sind“. Was eigentlich gleichbedeutend damit sein müsste, dass es nun keine Palästinenser mehr in Israel gibt. Es sei denn, sie konvertieren. Wie übrigens auch alle Christen.

 

Und damit es eine richtig runde Sache wird, ist das „vereinte Jerusalem“ natürlich die Hauptstadt Israels; Fahne, Nationalhymne, der hebräische Kalender und jüdische Feiertage sind Nationalsymbole. Denn schließlich wird das verabschiedete Gesetz Teil der Grundrechte, die quasi den Status einer Verfassung haben. Nicht in diesem Gesetz steht, dass basierend darauf jegliche Kritik an Israel antisemitisch ist. Das versteht sich jetzt endlich von selbst. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesrepublik Deutschland wird also noch mehr Arbeit bekommen. Und das Auswärtige Amt ist in der Zwickmühle. Darf man jetzt noch irgendwelche Reisewarnungen für Israel aussprechen? Wie man das aus gegebenem Anlass für die Türkei getan hat.

Wurzeln

Die Bilder sind zweckdienlich. Menschen, die jubeln und hupen, weil ein Politiker und amtierender Präsident, der gerne mit der Attitüde eines Sultans auftritt und regiert, eine gefühlt getürkte Wahl gewonnen hat. Aber gar nicht im besagten und vom Wahlsieger gern gelobten Land leben. Sondern in einer Demokratie, die zwar gerade dabei ist, sich zu zerlegen, aber zumindest noch eine Demokratie ist. Mit Meinungsfreiheit und vielfältigen sozialen Einrichtungen.
Da fragt sich natürlich die Volksseele leicht verstimmt, warum ihnen der deutsche Präsident nicht genug ist, sie sogar jenen in der Heimat ihrer Väter und Großväter viel besser finden. Doch wenn man sich die Zahlen anschaut, müsste man die Erregung gleich mal wieder runterfahren. Denn es sind nicht mehr als 60 Prozent aller Menschen mit türkischen Wurzeln, die in Deutschland leben, die diesen Präsidenten gewählt haben. Weil ihn nur noch die Hälfte aller Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland hätten wählen können.
Aber solche Feinheiten haben eine Volksseele noch nie gestört. Viel schöner ist es doch, wenn etwas, was man sowieso schon seit langem wusste, bestätigt sieht. Und eine Frau ohne türkische Wurzeln hat vielleicht sogar insgeheim gehofft, dass dieser Präsident mit den Stimmen von in Deutschland lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln Präsident bleibt.
Man weiß ja nicht, ob ein Nachfolger sich auch für Geld dazu bereit erklärt hätte, Flüchtlinge daran zu hindern, nach Europa aufzubrechen. Relativ sicher dürfte sein, dass ebenso wie die Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland wohl auch das Geld aus Brüssel dafür gesorgt hat, dass dieser Präsident nun noch zielstrebiger auf dem Weg zum Alleinherrscher ist. Aber was weiß man von den Wurzeln eines Menschen. Vielleicht hat ja ein Vorfahr unserer Bundeskanzlerin dereinst vor den Toren Wiens gelebt.

Kapitalanlage

Für diesen Beitrag habe ich erst einmal ein Bierchen aufgemacht. Denn ich wollte mir einmal in aller Ruhe anschauen, was man denn am besten mit dem Geld macht, von dem nicht weiß, was man damit anfangen soll. Und natürlich vermeiden will, dass es sich mit irgendeiner platzenden Blase in Luft auflöst. Die Automobilbranche ist mir beispielsweise momentan zu unsicher. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Politik Autohersteller in die Pflicht nimmt. Aber andererseits haben wir ja auch längere Zeit geglaubt, dass es keinen Atomausstieg geben wird.

Immobilien boomen zwar zurzeit, sind aber blasengefährdet. Und wohin das führen kann, haben wir ja in den USA gesehen. Am Ende kriegen wir auch so einen Donald mit einem großen Knopf. Weshalb ja Rüstung nicht schlecht wäre. Waffen werden schließlich immer gebraucht. Ist aber insofern etwas unsicher, weil man momentan keiner so genau vorhersagen kann, ob weiterhin in Staaten wie Saudi Arabien oder die Türkei geliefert wird. Weil für die Verteidigung kaufen die jetzt ja ihre Waffen ganz offensichtlich nicht gerade. Doch dann habe ich versehentlich das Bierglas umgestoßen. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Ich investiere in Firmen, die alkoholische Getränke herstellen. Die haben kein Feinstaub-Problem. Die Umsätze schwanken seit Jahrzehnten nur in einem sehr kleinen und überschaubaren Rahmen. Und das stichhaltigste Argument: Alkohol ist nun wirklich nichts, was die Gesellschaft spaltet. Getrunken wird bei den Obdachlosen wie in den Chefetagen. Bei den Linken wie bei den Rechten. Weswegen mehr als eine halbe Million Deutsche jedes Jahr ins Krankenhaus müssen. Vielleicht sollte ich also streuen. Und in Krankenhäuser und Brauereien investieren.

Abendgedanke

Lange Zeit habe ich gedacht, dass es ziemlich schwierig sein dürfte für einen Schleswig-Holsteiner, zum Beispiel in Niederbayern zu leben. Inzwischen vertrete ich die Auffassung, dass es für einen Kurden ziemlich egal ist, wohin er geht. Ich möchte nicht mit ihm tauschen. Ich hätte auch nicht vor 95 Jahren mit ihm tauschen wollen. Und schon gar nicht vor 88 Jahren. Und auch nicht in den Jahrzehnten danach – oder im neuen Jahrtausend.

Lernfähigkeit

Ist das nicht eine Genugtuung, wenn die fortwährenden Bemühungen dann endlich zum Erfolg geführt haben. Und der Hund nicht mehr seine „Geschäfte“ im eigenen Garten verrichtet. Sondern lieber in Nachbars Garten. Oder der Nachwuchs endlich begriffen hat, dass es zum Wesen eines Herdes gehört, zu bestimmten Zeiten eine bestimmte Wärme zu entwickeln. Weshalb er nun wirklich nicht mehr auf die Kochfelder langt, wenn irgendwo am Herd ein Lichtlein brennt.

Und nicht zuletzt gehört es doch letztendlich zum Wesen von uns Menschen, ein Leben lang und immer noch dazu zu lernen. Mal abgesehen von dem einen oder anderen Präsidenten oder einem Dschungelcamper respektive seinem weiblichen Pendant. Umso schwerer fällt es deshalb mitunter, etwas zu kritisieren, wenn ein Mensch umsetzt, was er durch entsprechende Aufmerksamkeit und das Beispiel anderer geflissentlich gelernt hat.

Nehmen wir zum Beispiel das Völkerrecht. Das ja nun wirklich eine der ganz großen Errungenschaften menschlicher Zivilisationen ist. Weil es nicht nur Orientierungshilfe sondern ein fester Rahmen ist, der das Zusammenleben von Völkern regelt. Und wenn man mitunter den Eindruck hatte, dass es vielleicht von dem einen oder anderen Staat der westlichen Welt nicht eingehalten wurde, so wurde dieser Eindruck von den offiziellen Stellen gerne mit dem Hinweis revidiert, dass es hier schließlich um die Umsetzung hehrer Werte des Westens ginge.

Nun scheint es seit geraumer Zeit so, als habe nun auch der Osten daraus gelernt. Weshalb sich Länder insbesondere im arabischen Raum über das Völkerrecht hinwegsetzen. Allerdings wegen der hehren Werte des Ostens. Und munter in andere Länder einmarschieren, diese bombardieren, ohne Rücksicht auf Verluste und Bevölkerung. Wie gerade mal wieder. Und wie es ihnen über Jahrzehnte vorgemacht wurde. Es könnte also jetzt ein heftiger Streit entbrennen, von wem sie das gelernt haben. Dass deswegen die USA in einem ganz bestimmten Land im Nahen Osten einmarschieren, ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.