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Erfolgsmeldung

Endlich hatte er auch mal wieder Grund zu jubeln. Nachdem man ihm seinen Staatssekretär weggenommen hat, jetzt sieht Horst Seehofer einen „tollen Erfolg“. Die UEFA hat sich für Deutschland als Austragungsort für die Fußball-EM 2024 entschieden, der Mitbewerber Türkei war ihr zu unsicher. Und nachdem Seehofer als Innenminister ja auch für Sicherheit zuständig ist, hat er wohl nicht unwesentlichen Anteil an der Wiederauflage eines Sommermärchens.

Was einen anderen Erfolg etwas in den Hintergrund drängt. Denn Dank des aufopferungsvollen Einsatzes unseres Heimatministers konnten wieder einmal zwei Immigranten an der Grenze zu Österreich zurückgewiesen werden. In einem einzigen Monat. Doch die schönste Nachricht des Tages dürfte trotzdem sein, dass sich das Land, in dem die Fußball-EM stattfindet, höchstwahrscheinlich automatisch für die Teilnahme qualifiziert ist.

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Sommer-Feeling

Was haben wir uns schnell daran gewöhnt. Kaum hält mal eine hochsommerliche Schönwetterfront länger als acht Tage durch, schon hat man das Gefühl, irgendwo auf der Welt zu sein, nur  nicht in Deutschland. Es sind sogar die Straßencafés nach 21 Uhr noch wohl gefüllt. Kaum noch ein Männerbein zeigt sich unverhüllt. Und wer das Glück hat, in Sachsen zu leben oder gar Urlaub zu machen, der kommt schon gar nicht mehr auf die Idee, in die Türkei zu fahren. Wenn er doch nur zu einem Pegida-Aufmarsch gegen Merkel nach Dresden muss, um sich wie am Bosporus zu fühlen.

Also zumindest, wenn gerade eine ZDF-Team filmt und sich ein LKA-Mitarbeiter auf sein Recht auf anonymes Pöbeln gegen die Lügenpresse beruft. Tatkräftig unterstützt von Polizisten, die eine dreiviertel Stunde brauchten, um zwei Presseausweise zu kontrollieren. Was Sachsens Ministerpräsident vorbildlich fand. Weshalb es dann doch direkt etwas beruhigendes haben kann, dass es mit dem hochsommerlichen Wetter erst einmal Schluss zu sein scheint.

Sommer-Interview

Jetzt mache ich mir so langsam richtig Sorgen um die alte Dame. Dass nicht gerade alles zum besten läuft bei der SPD, ist ja nicht erst seit gestern allgemein bekannt. Aber ich hätte nie gedacht, dass es so schlimm ist. Doch wie jetzt die Aussage von Fraktionsvorsitzender Andrea Nahles unmissverständlich deutlich machte, geht es wohl wirklich um alles.

Sie hat nämlich gesagt, dass man jetzt Herrn Erdogan und die schwächelnde Lira nicht im Regen stehen lassen dürfe, schließlich sei die Türkei ein Nato-Partner und unbedingt in schweren Zeiten zu unterstützen, weil sie so wichtig für Europa sei. Justiz, Pressefreiheit und Menschenrechte in allen Ehren und natürlich mit Ausnahme inhaftierter deutscher Staatsbürger.

Und dafür kann es eigentlich nur einen Grund geben. Nachdem der deutsche Arbeiter nicht mehr die Zukunft für die SPD ist, weil es ihn in der traditionellen Form kaum noch gibt, spekuliert man bei den Genossen jetzt wohl darauf, dass man bei den nicht wenigen AKP-Anhängern und Erdogan-Unterstützern in deutschen Landen zumindest ein paar Stimmen für die SPD rekrutieren kann. Oder es lag einfach an den Temperaturen. Das Interview fand schließlich im Freien statt.  

Freier Fall

Zuerst dachte ich ja, dass Italien den Euro abgeschafft hat, wieder zur alten Währung zurückgekehrt ist. Doch dann habe ich gesehen, dass der letzte Buchstabe ein „a“ war und kein „e“. Weshalb es natürlich die Türkei ist, deren Währung jetzt respektabel an Wert verloren hat. Im Verlauf eines einzigen Tages waren es bis zu 18 Prozent. Was insofern bedenklich ist, als deutsche Banken in der Türkei Außenstände von ca. 21 Milliarden Euro haben. Ob diese Kredite in der Zukunft noch bedient werden, ist also unsicher. Weshalb es sein könnte, dass wir hierzulande mal wieder Banken retten dürfen.

Der Auslöser für diesen Verfall der Lira sind ja die vom US-Präsidenten jüngst noch einmal verschärften Wirtschaftssanktionen. Die als Druckmittel dienen, um einen US-amerikanischen Pfarrer frei zu bekommen, der wegen Terrorverdacht in der Türkei festgehalten wird. Und dem türkischen Präsidenten als Druckmittel dient, um die Auslieferung des einstigen Kumpels und inzwischen des Staatsstreiches angeklagten Predigers Gülen zu erreichen. Der in den USA lebt.  

Also ist es eher eine Art Privatfehde, die den Steuerzahler hierzulande viel Geld kosten kann. Was mich aber erst so richtig wütend macht, das ist die mehr als unschöne Begleiterscheinung, dass durch den Verfall der türkischen Währung der Urlaub in der Türkei jetzt so richtig billig geworden ist. Wir aber schon Ferien auf dem Bauernhof in Niederbayern gebucht haben. Stornieren geht nicht mehr.

Klare Sache

Es soll ja noch Menschen geben, die immer noch von einer Zwei-Staaten-Lösung reden respektive träumen. Die glauben, dass es irgendwann in diesem oder nächsten Leben ein friedliches Nebeneinander geben könnte von Israelis und Palästinensern. Sie können jetzt komplett umdenken. Denn das israelische Parlament, die Knesset, hat gerade ein Gesetz verabschiedet, das Schluss macht mit solchen Hirngespinsten. Denn dieses Gesetz besagt, dass Israel ein „Nationalstaat für jüdische Menschen“ ist und Hebräisch die Nationalsprache, selbstverständlich „jüdische Siedlungen im nationalen Interesse sind“. Was eigentlich gleichbedeutend damit sein müsste, dass es nun keine Palästinenser mehr in Israel gibt. Es sei denn, sie konvertieren. Wie übrigens auch alle Christen.

 

Und damit es eine richtig runde Sache wird, ist das „vereinte Jerusalem“ natürlich die Hauptstadt Israels; Fahne, Nationalhymne, der hebräische Kalender und jüdische Feiertage sind Nationalsymbole. Denn schließlich wird das verabschiedete Gesetz Teil der Grundrechte, die quasi den Status einer Verfassung haben. Nicht in diesem Gesetz steht, dass basierend darauf jegliche Kritik an Israel antisemitisch ist. Das versteht sich jetzt endlich von selbst. Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesrepublik Deutschland wird also noch mehr Arbeit bekommen. Und das Auswärtige Amt ist in der Zwickmühle. Darf man jetzt noch irgendwelche Reisewarnungen für Israel aussprechen? Wie man das aus gegebenem Anlass für die Türkei getan hat.

Wurzeln

Die Bilder sind zweckdienlich. Menschen, die jubeln und hupen, weil ein Politiker und amtierender Präsident, der gerne mit der Attitüde eines Sultans auftritt und regiert, eine gefühlt getürkte Wahl gewonnen hat. Aber gar nicht im besagten und vom Wahlsieger gern gelobten Land leben. Sondern in einer Demokratie, die zwar gerade dabei ist, sich zu zerlegen, aber zumindest noch eine Demokratie ist. Mit Meinungsfreiheit und vielfältigen sozialen Einrichtungen.
Da fragt sich natürlich die Volksseele leicht verstimmt, warum ihnen der deutsche Präsident nicht genug ist, sie sogar jenen in der Heimat ihrer Väter und Großväter viel besser finden. Doch wenn man sich die Zahlen anschaut, müsste man die Erregung gleich mal wieder runterfahren. Denn es sind nicht mehr als 60 Prozent aller Menschen mit türkischen Wurzeln, die in Deutschland leben, die diesen Präsidenten gewählt haben. Weil ihn nur noch die Hälfte aller Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland hätten wählen können.
Aber solche Feinheiten haben eine Volksseele noch nie gestört. Viel schöner ist es doch, wenn etwas, was man sowieso schon seit langem wusste, bestätigt sieht. Und eine Frau ohne türkische Wurzeln hat vielleicht sogar insgeheim gehofft, dass dieser Präsident mit den Stimmen von in Deutschland lebenden Menschen mit türkischen Wurzeln Präsident bleibt.
Man weiß ja nicht, ob ein Nachfolger sich auch für Geld dazu bereit erklärt hätte, Flüchtlinge daran zu hindern, nach Europa aufzubrechen. Relativ sicher dürfte sein, dass ebenso wie die Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland wohl auch das Geld aus Brüssel dafür gesorgt hat, dass dieser Präsident nun noch zielstrebiger auf dem Weg zum Alleinherrscher ist. Aber was weiß man von den Wurzeln eines Menschen. Vielleicht hat ja ein Vorfahr unserer Bundeskanzlerin dereinst vor den Toren Wiens gelebt.

Kapitalanlage

Für diesen Beitrag habe ich erst einmal ein Bierchen aufgemacht. Denn ich wollte mir einmal in aller Ruhe anschauen, was man denn am besten mit dem Geld macht, von dem nicht weiß, was man damit anfangen soll. Und natürlich vermeiden will, dass es sich mit irgendeiner platzenden Blase in Luft auflöst. Die Automobilbranche ist mir beispielsweise momentan zu unsicher. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass die Politik Autohersteller in die Pflicht nimmt. Aber andererseits haben wir ja auch längere Zeit geglaubt, dass es keinen Atomausstieg geben wird.

Immobilien boomen zwar zurzeit, sind aber blasengefährdet. Und wohin das führen kann, haben wir ja in den USA gesehen. Am Ende kriegen wir auch so einen Donald mit einem großen Knopf. Weshalb ja Rüstung nicht schlecht wäre. Waffen werden schließlich immer gebraucht. Ist aber insofern etwas unsicher, weil man momentan keiner so genau vorhersagen kann, ob weiterhin in Staaten wie Saudi Arabien oder die Türkei geliefert wird. Weil für die Verteidigung kaufen die jetzt ja ihre Waffen ganz offensichtlich nicht gerade. Doch dann habe ich versehentlich das Bierglas umgestoßen. Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Ich investiere in Firmen, die alkoholische Getränke herstellen. Die haben kein Feinstaub-Problem. Die Umsätze schwanken seit Jahrzehnten nur in einem sehr kleinen und überschaubaren Rahmen. Und das stichhaltigste Argument: Alkohol ist nun wirklich nichts, was die Gesellschaft spaltet. Getrunken wird bei den Obdachlosen wie in den Chefetagen. Bei den Linken wie bei den Rechten. Weswegen mehr als eine halbe Million Deutsche jedes Jahr ins Krankenhaus müssen. Vielleicht sollte ich also streuen. Und in Krankenhäuser und Brauereien investieren.