Schlagwort-Archive: Twitter

Tränen

So anspruchslos bin ich mittlerweile, dass es mir die Freudentränen in die Augen treibt, weil Twitter einem US-Präsidenten, von Autor Paul Auster nur das Monster oder „45“ genannt, endlich mal auf die Finger geklopft hat. Genauer gesagt, Twitter hat zum ersten Mal einen Tweet von therealDonaldTrump mit einem Link versehen, unter dem nachzulesen war, wie die Realität aussieht. Und es kam noch besser. Nach dem Aufruf der Nummer 45 an die Adresse der Nationalgarde, bei Gewalt von Demonstranten in Minneapolis zu schießen, gab es von Twitter den Hinweis, dass dieser Tweet Gewalt verherrliche.

Auslöser für die Ausschreitungen ist bekanntermaßen die Tötung eines afro-amerikanischen Mannes durch einen weißen Polizisten. Weshalb wieder einmal Schwarze und auch ein paar Weiße auf die Straße gehen. Und wahrscheinlich waren es ja gar keine Freudentränen, sondern nur ohnmächtige Wut. Darüber, dass in jenem Land, das dem ganzen Planeten seine „Werte“ oktroyieren wollte und will und sich als Wiege der Demokratie geriert, Rassismus immer noch alltägliche und für Menschen anderer Hautfarbe oder Herkunft tödliche Normalität ist.  

Showdown in Hambach

Während gerade Hetzjagden veranstaltet werden auf jeden, der das Wort Hetzjagd in den Mund nimmt, ohne das dazugehörige Video angemessen auf seine Echtheit überprüft zu haben. Während Augenzeugen der Vorfälle auf ihren Geisteszustand via Twitter untersucht werden, reiben sich die Verantwortlichen in einer anderen Angelegenheit die Hände. Denn sie haben weniger Aufmerksamkeit, als sie je zu hoffen gewagt haben. Deswegen zu argwöhnen, dass sie vielleicht die Urheber der täglichen Wut- und Hutbürger-Demonstrationen wären, ist allerdings nicht angemessen, denn die Herren von RWE haben Lobbyisten.

Die dafür sorgen, dass der Energieversorger in aller Ruhe einem Eichenwald jetzt mit dem Segen und der Unterstützung von Polizeikräfte den Rest geben kann. Knapp 4000 Hektar wurden schon gerodet, um die darunter liegende Braunkohle für das Gelingen des Klimawandels einzusetzen. Dass eine Regierungskommission gleichzeitig überlegt, wie man dass Ende der Braunkohle endlich mal in die Tat umsetzen könnte, ist natürlich kein Hinderungsgrund. Schließlich mahlt nicht nur zuerst, wer zuerst kommt. Er kann auch in aller Ruhe Jahrhunderte alte Bäume sägen. Die Politik ist ja gerade mit der Echtheitsprüfung von Hetzjagden beschäftigt.

Donald wird’s richten

Gestern noch musste man das Schlimmste befürchten, heute schon kann man wieder berechtigte Hoffnung schöpfen. Deutschland muss nicht weiter bangen, ob jetzt die Regierung am Schwester-Zwist scheitert, denn es hat sich US-Präsident Donald Trump eingeschaltet. Natürlich per Twitter. Und wie immer hat er die richtigen Worte gefunden. Adressiert waren sie an Frau Merkel, und ohne Übertreibung kann man diesen Tweet als Lehrstunde par excellence bezeichnen.

Trump befindet nämlich, dass das deutsche Volk dabei sei, sich gegen seine Regierenden zu wenden. Und die ungebremste Einwanderung die bereits fragile Koalition in Berlin erschüttert. Außerdem steige die Kriminalität eklatant an, weil man in  Europa den großen Fehler mache, Millionen Menschen ins Land zu lassen, die mit Gewalt die Kultur Europas verändern wollten.

Ob und wie er beabsichtigt, das deutsche Volk bei seinem Aufstand gegen die Regierenden zu unterstützen, sagte Trump zwar nicht. Aber wie man ihn kennt, wird es nicht lange dauern, und außerdem wird er wohl mit Strafzöllen auf Automobile Merkel  endgültig vom Thron stürzen.

Als Kanzlerin, die nicht nur Abermillionen Flüchtlinge ins Land holte, sondern auch noch die Automobilindustrie ruinierte und hunderttausende Arbeitsplätze vernichtete. Bleibt also nur noch die Frage, ob er vielleicht Horst Seehofer als neuen Bundeskanzler auserkoren hat. Neuwahlen wird es jedenfalls nicht geben. Ich gehe davon aus, dass Trump per Twitter mitteilen wird, wer der neue Bundeskanzler ist.  

Jupiter und die Römer

Der Vogel hat wieder mal gezwitschert. Am gestrigen Tag hat der US-Präsident Donald Trump erneut der Welt seine Einschätzung zur Person und zur Untersuchung über eventuelle Kontakte nach Russland in Zeiten des Wahlkampfes mitgeteilt. Originaltext: „As has been stated by numerous legal scholars, I have the absolute right to PARDON myself, but why would I do that when I have done nothing wrong? In the meantime, the never ending Witch Hunt, led by 13 very Angry and Conflicted Democrats (& others) continues into the mid-terms!

Kurz gesagt, er hält sich für unantastbar, was auch immer er getan haben könnte. Weshalb es vielleicht nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Gott ernsthafte Konkurrenz bekommt. Doch immerhin gibt es wenigstens einen Politiker, der sich davon eher unbeeindruckt zeigt. Es hat nämlich der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Telefonat dem US-Präsident so unmissverständlich seinen Standpunkt in Sachen Strafzölle klar gemacht, dass dieser laut CNN sich hinterher beschwerte, das Telefonat sei „just bad“ gewesen. „It was terrible“, soll Trump gesagt haben.

In Deutschland sieht die Regierung lieber tatenlos zu, wie ein US-amerikanischer Botschafter sich als Propagandist der rechten Konservativen und EU-Kritiker auf Breitbart und anderen Plattformen in Szene setzt. Die mehr als angebrachte Kritik daran kommt von einem abgedankten Parteivorsitzenden und von der Linken. Würde sich ein deutscher Botschafter so massiv in den USA für die Demokraten oder die Umweltbewegung eines Al Gore einsetzen, wäre er schon längst des Landes verwiesen worden. Aber wie sagten schon die alten Römer: Quod licet Iovi non licet bovi. Kann sich jeder aussuchen, wer glaubt Gott Jupiter zu sein. Und wen er für den Ochsen hält.

EU-Erweiterung

Es könnte sein, dass die EU Nachwuchs bekommt. Und zwar mit einem Land, das es noch gar nicht gibt. Aufmerksam bin ich geworden, als ich diese Woche gelesen habe, dass Bayerns Ministerpräsident mit seinem ganzen Tross, sprich Kabinett, nach Brüssel gefahren ist, um dem EU-Kommissar Oettinger zu sagen, dass er mit dem neuen Finanzplan der EU nicht einverstanden ist. Und das wäre schon einmal Punkt 1. Denn schließlich können ja nur Mitgliedstaaten beim Etat der der EU mitreden. Also muss Bayern zumindest kurz vor dem Abschluss der Beitrittsverhandlungen stehen

Und dann habe ich noch Hinweise gefunden, dass Söder ein großes Vorbild hat. Nämlich Donald Trump. Den erfolgreichsten US-Präsidenten aller Zeiten. Wie dieser twittert Söder, richtet Video-Botschaften ans Volk, agiert von seinem Facebook-Konto aus. Mit einer Botschaft: Bayern first! Und er ist bereits in einer Fernsehsendung aufgetreten. Außerdem hält Söder wohl nicht allzu viel von einer Demokratie.

 Zumindest lässt das Ambiente, von dem aus er seine Video-Botschaften verbreitet, darauf schließen, dass er eher an eine Monarchie denkt, die trotzdem modern bleiben will. Worauf das geplante Raumfahrtprogramm hinweist. Wohingegen seine Pläne für die gesetzlichen Möglichkeiten der Polizei wohl davon ausgehen, dass das Volk erstens dumm ist und zweitens deshalb der totalen Überwachung bedarf. Womit er dann vielleicht eher an Kim Jong-un erinnert.    

Unbekannte Prominente

Natürlich kann das auch an mir liegen. Zugegebenermaßen bin ich zu selten beim Friseur oder beim Zahnarzt, um gründlich informiert zu sein über alles, was im Bereich Glamour und Promis so passiert. Auch gehöre ich nicht unbedingt zu den regelmäßigen Zuschauern von Promi-Dinnern oder Promi-Shopping, oder was es sonst noch alles gibt aus der Welt der Reichen und Schönen und Erfolgreichen. Allerdings sind meine diesbezüglichen Kenntnisse seit gestern doch ausreichend genug, um konstatieren zu können, dass nicht allzu viele von diesen wirklich schön sind.

Weitergehende Recherchen haben auch ergeben, dass nicht jeder, der als reich bezeichnet wird, auch wirklich reich ist. Wobei natürlich nicht Bill Gates die Messlatte für Reichtum ist, sagen wir mal, eher ein Vorstand bei einem DAX-Unternehmen. Der verdient ja auch schon ganz gut. Aber selbst wer bei diesen zwei Kriterien noch einigermaßen mithalten kann, wenn es um Prominenz geht, dann, finde ich zumindest, wird es schon ausgesprochen problematisch.

Denn man kann nun wirklich nicht behaupten, dass ich nicht das Ohr am Puls der Zeit hätte. Ich surfe durch Instagram ebenso wie durch die moralischen Untiefen von Facebook oder Twitter, habe jeden Morgen das Vergnügen, wenn ich eigentlich meine Emails checken will, erst einmal über aktuelle Brustvergrößerungen, gefakte Six-packs und ähnlich hochinteressante Neuigkeiten aus dem Land der Promis informiert zu werden. Und da fängt mein Problem zum Beispiel schon an.

Ich kenne einfach den Großteil dieser Menschen nicht. Habe bisher aber geglaubt, dass Prominenz mit einem gewissen Bekanntheitsgrad einhergeht. Momentan habe ich allerdings eher den Eindruck, dass eigentlich schon jeder als Promi eingestuft wird, der schon mal ein Selfie mit oder ohne Unterwäsche gepostet hat und mehr als 999 Likes bekam. Weshalb ich ernsthaft darüber nachdenke, das auch mal zu probieren. Denn ich habe zwar schon viele Tätigkeiten in meinem Leben ausgeübt. Prominent war ich noch nie. Und die Unterwäsche könnte ich mir sicher bei jemand ausleihen.

Endzeitstimmung

Zuerst dachte ich ja, dass sich vielleicht der US-Präsident mit dem lockigen Goldhaar wieder mal beim Twittern verschrieben hätte. Und deshalb also nun sich auch alle Lügenpresse-Schreier und Fans alternativer Fakten der Meinung angeschlossen haben, dass beim derzeitigen Stand der Dinge nicht nur bei der Erderwärmung hohe Wachstumsraten zu erwarten sind, sondern auch bei vielen anderen Umweltbelastungen. Weshalb demnächst einiges auf diesem Planeten kollabieren wird.

Und alle Welt deswegen und um diese Endzeitstimmung voll und ganz auszukosten, derzeit Auto fährt, als gäbe es kein Morgen und auch keine Punkte in Flensburg mehr. Und außerdem kauft und kauft, als würde schon Übermorgen oder spätestens in vier Tagen kein Mensch mehr Geld brauchen. Weil es vielleicht schon keine Menschen mehr und auch nichts mehr zu kaufen gäbe. Doch dann ist mir eingefallen, dass es ja nur noch vier Tage bis Weihnachten sind.

Paradies auf Erden

Wohl noch nie in meinem Leben war ich so überrascht. Und natürlich bin ich auch total geschockt. Weltweit Unternehmer und Unternehmen, die immer noch Steuern hinterziehen? In den unterschiedlichsten Steueroasen? Und bis hinein in die Regierungskreise des einen oder anderen Landes, das nicht gerade als Bananenrepublik bekannt ist? Und dann noch in Billionenhöhe? Um ehrlich zu sein, ich kann es nicht glauben.

Ich denke, man muss jetzt erst einmal abwarten, ob die von dem Journalisten-Konsortium jetzt veröffentlichten Berichte über angebliche Steuerparadiese und diese ganzen Verflechtungen überhaupt belastbar sind. Oder einfach nur wieder mal Fake-News. Also, ob ich das jetzt alles glaube, das mache ich eher davon abhängig, was Donald Trump zu diesem Thema twittert. Die Wahrheit kommt immer mit 140 Zeichen aus.

Twitter-Wahrheiten

Eigentlich muss man ja nicht mehr darüber reden. In den sogenannten sozialen Medien ist das ja schon ausgiebig diskutiert und kritisiert worden. Nachdem der CDU-Generalsekretär Peter Tauber auf den Kommentar in einer Zeitung mit der Überschrift „Vollbeschäftigung ist viel besser als ‚Gerechtigkeit‘“ retweetet hatte, wurde er ja bekanntlich von einem User gefragt, ob das bedeute, dass er jetzt drei Minijobs bekomme.

Taubers Antwort, „Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs“, löste dann den Shitstorm aus. Der letztendlich sogar dazu führte, dass sich Tauber bei allen Mini-Jobbern entschuldigte. Was ich persönlich nun wirklich nicht verstehe. Da sagt ein Politiker endlich einmal, was er wirklich denkt. Und dann ist es auch nicht recht. So bringen wir Politiker nie dazu, aufrichtig zu sein.