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Anfang

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. Weiß zwar nicht, woher ich das habe. Jedenfalls ist es mir gerade eingefallen. Ohne zu googeln. Ehrenwort. Auslöser waren gute Wünsche für das Neue Jahr. Die mir immer mehr das Gefühl vermitteln, dass sie etwas Beschwörendes haben. Als ob das nicht so verinnerlicht wäre mit dem Zauber eines Anfangs. Es klingt mir eher danach, als wäre es den meisten Menschen einfach nur lieb, wenn alles so bliebe, wie es ist. Natürlich immer gerne mit leichter Tendenz nach oben. Also ein bisschen mehr Geld, ein bisschen mehr Gesundheit, mehr Urlaub – vielleicht auch ein bisschen mehr guten Sex. Und etwas weniger Gewicht.

Aber ansonsten klingt durch dieses ganze Jahreswechsel-Gedröhne eher ein verzagter Ton, man könnte es wohl sogar Angst nennen. Wenn wir einmal annehmen, dass Angst Geräusche machen kann. Es scheint mir jedenfalls kein Zauber sondern eher ein Zaudern zu sein, verbunden mit der vagen Hoffnung, dass irgendwie daran gerüttelt werden könnte, dass sich wieder einmal eine Jahreszahl ändert. Weil man doch eigentlich im Stillen nur hofft, dass alles so bleiben möge wie bisher.

Aber sind wir doch einmal ehrlich. Abgesehen davon, dass wir vielleicht jedes Jahr länger brauchen, um uns vom Sylvester-Rausch zu erholen, würden wir denn ohne das Geböller und den vielen Alkohol überhaupt richtig merken, dass ein neues Jahr vor uns liegt, hier ein Anfang sein kann, dem ein Zauber inne wohnt? Schließlich ist die Miete die gleiche, ganz abgesehen von den Menschen an unserer Seite. Wahrscheinlich ändert sich auch am Aussehen nicht so sehr viel, und schon gar nicht an unseren Gedanken. Doch wäre es nicht zumindest ein gut zu merkendes Datum, für einen Anfang?

Denn es gäbe doch so viel, womit wir endlich anfangen sollten. Zum Beispiel könnten wir damit aufhören, uns etwas vorzumachen. Unverdrossen zu glauben, dass im Großen und Ganzen doch eigentlich alles in Ordnung wäre. Nur weil wir unseren Urlaub schon gebucht haben, unsere nette kleine Komfortzone nicht in Gefahr zu sein scheint, der Lebenspartner auch noch irgendwie auszuhalten ist.

Doch ich rede noch nicht einmal vom großen Aufbruch. Nicht davon, jetzt alles anders zu machen. Ich finde es nur eine schöne Vorstellung, dass Menschen anfangen, sich mit dem auseinander zu setzen, was ist. Alleine schon daraus würden sich nicht wenige Änderungen ergeben. Auch wenn diesen und zugegebenermaßen nicht immer ein Zauber inne wohnen würde. Der kommt meistens erst so richtig, wenn man sich an das Neue, an die neue Sicht der Dinge gewöhnt hat. Der Umgang mit Realität will gelernt sein. Und setzt den Mut voraus, sich Realitäten zu stellen. Einen Mut, den ich uns allen wünsche. Zumindest ein bisschen mehr davon.

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Kein Zuckerschlecken

Der Stollen ist fast aufgegessen, liegt vielleicht zusammen mit irgendwas anderem schwer im Magen. Dem es sowieso nicht so gut geht, denn es könnte sein, dass der eine oder andere Schnaps am gestrigen Abend nicht mehr für die Verdauung notwendig war. Dafür aber für die Stimmung. Denn Familienfeste sind kein Zuckerschlecken, auch wenn es gerade anlässlich dieses aktuellen Festes ausgesprochen viel Gezuckertes gibt.

Und so ist zumindest bis jetzt dieses Jahr ein ziemlich gutes Jahr. Schließlich gab es bis jetzt keine einzige Meldung über ein Familiendrama. Wobei man allerdings voraussetzen kann, dass gewöhnliche, um nicht zu sagen alltägliche Gewaltdelikte in Familien es natürlich nicht in die Schlagzeilen schaffen, noch nicht einmal in die Abteilung Gemischtes. Sonst wäre ja vielleicht für andere Meldungen kein Platz mehr.

Warum aber sind solche Feste, wie das Fest der Liebe zum Beispiel, so gerne Auslöser für blanken Hass und Gewalt? Oder gerne auch ein Urlaub – als schönste Zeit des Jahres apostrophiert? Kann es einfach daran liegen, dass das unterbrechen der gewohnten Strukturen ausreicht, um – natürlich schon länger gehegte – Dissonanzen offenkundig werden zu lassen? Zusätzlich befördert allerdings von einer Erwartungshaltung, die zumeist einfach nicht der Realität standhält.

Nichts erhoffen, aber vieles zulassen, vielleicht könnte das ja helfen, dass bei solchen Gelegenheiten nicht alles aus dem Ruder läuft. Erstens können andere ja auch mal eine gute Idee haben. Außerdem hält es jung, sich hin und wieder mal auf etwas Neues einzulassen. Und es kann sogar dazu führen, dass sich andere Menschen auf einmal für die Belange dessen interessieren, der so vorsichtige Zurückhaltung an den Tag legt. Ich glaube, dass die Chancen, im Mittelpunkt zu stehen, besser sind, wenn man sich nicht für den Nabel der Welt hält.

Intelligenzquotient

Es ist nun wirklich kein Grund sich aufzuregen. Spätestens als Alexander Dobrindt sein Geburtstagsgeschenk bekam und die Pkw-Maut also nicht gerade in Stein gemeißelt wurde, aber immerhin als Gesetz in die deutsche Nachkriegsgeschichte einging, war doch klar, was Bundeskanzlerin Angela Merkel meint, wenn sie sagt, dass etwas mir ihr nicht zu machen sei.

Und wer von uns hat noch nicht „mit mir nicht“ gesagt. Wenn der Chef zum Beispiel angekündigt hatte, dass Freitagabend Überstunden gemacht werden müssten oder ein Urlaub absolut unmöglich wäre. Und wer hat dann Überstunden gemacht und ist nicht in Urlaub gefahren? Richtig! Wirklich beunruhigend wäre hingegen gewesen, wenn Frau Merkel darauf beharrt hätte, dass es mit ihr keine Obergrenze gibt. Das hätte nämlich nur bedeuten können, dass sie den Job hinschmeißt. Das wäre zwar zu schön gewesen, um wahr zu sein, aber nicht sehr realistisch.

Denn es gibt ja auch noch den Spruch, dass nichts Besseres nachkommen würde. Und noch viel zu viele Menschen, die daran ebenso glauben wie an den Satz: Mit mir nicht! Und immerhin besteht jetzt die berechtigte Hoffnung, dass einem nicht mehr das Wort „Obergrenze“ den ganzen Tag auf allen Nachrichtenkanälen über den Weg läuft und somit selbigen versaut. Es sei denn Seehofer denkt sich jetzt auch noch eine Obergrenze für den Intelligenzquotienten von CSU-Politikern aus.  

Feste Feiern

Der Bierkonsum soll ja schon ein bisschen zurück gegangen sein. Wie es bei den Brathendln aussieht, weiß man noch nicht. Dass beim Münchener Oktoberfest bis zur Halbzeit weniger Maßkrüge gefüllt werden mussten, kann aber auch daran liegen, dass einfach mehr Champagner getrunken wird. Schließlich sieht man auch immer weniger Dirndl oder Lederhosen, die schon mehr gesehen haben als ein Bierzelt auf der Wiesn. Dafür aber immer mehr Kostüme, die auch für ein Faschingsfest oder eine Motto-Party taugen würden. Mit bayerischer Tracht aber kaum noch etwas zu tun haben.

Denn gestylte IT-Expertinnen und fesche Hipster haben nicht nur die Münchener Arbeiterviertel für sich entdeckt sondern auch das Oktoberfest. Dass deswegen aber in diesem Jahr weniger Italiener zum traditionellen Wochenende gekommen sind, ist ihnen nicht unbedingt anzulasten. Das kann vor allem an den kilometerlangen Staus an der Grenze liegen. Wenn insgesamt nur 48  Stunden Zeit bleibt, dann sind 20 Stunden Fahrt inklusive Stau vielleicht einfach zu viel. Die Münchener Frauen werden es verkraften.

Was aber immer weniger Menschen verkraften, und insbesondere wenn sie sie im Umfeld des Oktoberfestes wohnen oder arbeiten, das sind die Hinterlassenschaften der abendlichen fröhlichen Sause. Ohne ins Detail zu gehen, laut Augenzeugenberichten und Betroffenen ist es ekelerregend und veranlasst nicht wenige Menschen, während der Wiesn-Zeit entweder in Urlaub zu fahren oder zumindest das Gebiet rund um das Oktoberfest weitgehend zu vermeiden. Dass jeder Besucher in Zukunft eine Kotz-Tüte mit sich führen muss, ist allerdings noch nicht im Gespräch. Und wäre wahrscheinlich auch nicht die Lösung. Weil die Handhabung einer solchen doch noch gewisse feinmotorische Anforderungen stellen würde. Die ein anständiger Wiesn-Besucher einfach nicht mehr erfüllen kann.

Mitmenschen

Was für ein Abenteuer. Und man braucht nicht einmal ein Flugzeug zu besteigen. Es genügt völlig, eine Entfernung von 93  Kilometern zu bewältigen. Und schon ist die Welt eine gänzlich andere. Zwar sehen die Menschen durchaus noch so aus wie zuvor. Und noch nicht einmal die Sprache ist eine andere. Doch ein Umstand verändert von hier auf jetzt, von gestern auf heute, alles. Alles gerät aus den Fugen. Kein Internet.

Also abgeschnitten von den Lieben zu Hause respektive in Litauen, Portugal oder sonst wo. Ist schließlich Urlaubszeit. Abgeschnitten allerdings auch von jeder Information. Wer hat denn schließlich noch Reiseführer dabei, Landkarten, Restaurant-Führer. Jetzt weiß ich aber wenigstens, was eine Panikattacke ist. Habe ich mir wirklich nicht so schlimm vorgestellt. Ganz zu schweigen davon, dass ich gleich eine zweite bekam, als ich im Internet nach einem Arzt suchen wollte.

Dass diese Zeilen jetzt trotzdem zu lesen sind, ist nur einem sehr sozial eingestellten Mitmenschen zu verdanken. Der die Not erkannte und mit seinem Mini-Router aushalf. Als die Internet-Verbindung hergestellt war, wusste ich jedenfalls, wie sich Robinson Crusoe gefühlt haben muss, als er das Segelschiff auf den Strand zukommen sah. Und ich habe erkannt, das eine Aspekt hinsichtlich des Internets bisher viel zu sehr vernachlässigt wurde: Der nicht vorhandene Zugang zum Internet befördert den Zugang zu fremden Menschen. Sollte man vielleicht zur gelegentlichen gezielten Maßnahme machen. Wir sind jetzt übrigens heute Abend bei dem netten Mitmenschen zum Essen eingeladen.

Ohne Titel

Es ist schon höchst interessant, wie eng getaktet solche Urlaubstage sind. Genau genommen habe ich zu Hause mehr Freizeit. Aber hier kommt jetzt keine Langeweile auf. Nur mit Mühe kann ich ein paar Minuten freischaufeln, um Blog zu schreiben. Ganz zu schweigen von der Mühe, die es mich kostet, ein Thema zu finden. Die große Politik?

Wird nichtig und klein angesichts der Milliarden von Sandkörnern, die sich in meiner Wäsche am Abend wiederfinden. Noch nicht einmal der Klimawandel beunruhigt einen hier so richtig. Um spätabends am Strand zu liegen und die Sterne und lautstark verliebte Pärchen zu beobachten, dürfte es wirklich nicht weniger warm sein.

Und nachdem es zum Essen Wein gibt, sind auch die sozialen Aspekte in so einem Urlaubsparadies eher nur zweitrangig. Wenn ich jetzt noch wüsste, dass der Flieger auch wirklich zurückfliegt, wäre ich sogar regelrecht zufrieden. Was einmal mehr beweist, dass die Ansprüche von uns 2.0-global Playern nicht mal so groß sind. Etwas zu trinken und zu schauen, schön warm und Internet. Mehr braucht der Mensch doch wirklich nicht. Wenigstens im Urlaub.

Strandurlaub

Hiermit gelobe ich feierlich, dass ich das nie wieder tun werde. Aber es war halt einfach zu verlockend. Sechs Tage Strandurlaub, inklusive Flug, Halbpension und Shuttle von und zum Flughafen. Für etwas mehr als 200 Euro pro Person. So billig kann man doch kaum zu Hause leben. Da muss man doch zugreifen. Dachte ich. Und dann noch das Foto. Ein fast menschenleerer Strand. Und außerdem hatte das Hotel auch noch einen Pool. Der auf dem zweiten Foto zu sehen war, und an dem zwei zugebenermaßen durchaus attraktive junge Damen ein Sonnenbad nahmen.

Also es ist nicht so, dass nichts davon gestimmt hat. Es gibt einen Strand. Es gibt ein Hotel. Den Pool gibt es sogar auch. Aber erstens ist es noch ein bisschen teurer geworden, weil die Fluggesellschaft bei der Preiskalkulation wohl davon ausging, dass man nur eine Unterhose, ein Paar Socken, Hemd und Hose respektive Bluse und Rock mitnimmt. Das Badehandtuch und einiges anderes waren jedenfalls extra zu bezahlen. Und außerdem gab es offensichtlich sehr viele Menschen, die diesem Angebot und wohl auch anderen auch nicht widerstehen konnten.  

Weshalb man am Pool zumindest an diesem Morgen nur sehr sardinenmäßig ein Sonnenbad nehmen konnte. Wohingegen es am Strand, den man durchaus und wie angegeben vom Hotel aus sieht, zumindest wenn man ein Zimmer in den oberen Etagen und nicht wie wir im zweiten Stock hat, eher wie in einer Heringsdose zuging. Auch was stellenweise den Geruch betraf. Aber vielleicht macht es sich einfach bemerkbar, dass nicht mehr so viele Urlauber in die Türkei fahren. Aber mir war die spanische Küche sowieso schon immer lieber. Und so bin ich mal gespannt, was es heute zu Essen gibt. Ich werde berichten.