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Sozialverträglich

Dieses Wort taucht immer auf, wenn es darum geht, die simple Wahrheit zu verbreiten, dass der Klimawandel verdammt viel Geld kostet. Wenn man etwas dagegen tut. Und wenn man nichts dagegen tut. Und wenn man etwas dagegen tut, dass es vor allem uns, die Bürgerinnen und Bürger eines Landes verdammt viel Geld kostet. Wie jetzt zum Beispiel bei dem Vorschlag von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, eine CO²-Steuer für fossile Brennstoffe einzuführen. Also für Kraftstoffe, Erdgas und Heizöl. Auch wenn ich nicht weiß, warum da Braunkohle nicht mit dabei ist, auf jeden Fall will auch sie, dass das selbstverständlich „sozialverträglich“ sein muss, weshalb das so eingenommene Geld nicht der Staat behalten soll, sondern er es gleich wieder an die BürgerInnen zurückgibt.

Auch wenn ich noch nicht so richtig verstehe, was dann der Vorteil dieser Steuer sein soll. Wird deshalb doch wohl kaum jemand auf die Idee kommen, sein Verhalten nachhaltig zu ändern. Das tut der Mensch doch erst, wenn es wirklich weh tut. Aber auf jeden Fall haben nicht nur CDU-/CSU-Politiker gleich die obligatorischen Bedenken an den Tag gelegt, auch der ADAC mahnt, dass Mobilität „weiterhin möglich und bezahlbar sein“ muss, es „nicht zu einem Teuerungswettlauf kommen“ darf. Heißt in der Übersetzung: Lieber weiter wie bisher. Also sozialverträglich. Und jetzt weiß ich, was „sozialverträglich“ bedeutet. Das heißt nichts anderes, als dass dem ADAC die Mitglieder oder der CDU/CSU die Wähler erhalten bleiben.

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Es ist kein Staat, kein Konzern, noch nicht einmal eine Firma, die einfach ihr Produkt promoten will. Es ist ein inzwischen 24-Jähriger einstiger Student der Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Delft, der ein Projekt aus dem Boden gestampft hat, dass zwar vielleicht noch nicht die Lösung aller diesbezüglichen Probleme ist. Aber zumindest mal ein Anfang im Kampf gegen den Plastikmüll in den Weltmeeren.

Boyan Slat, so sein zugegebenermaßen noch nicht sehr geläufiger Name, ist es gelungen tausende zur Mitarbeit zu motivieren und mehrere Millionen Euro einzusammeln, um mit einer Pilotanlage dem „Great Pacific Garbage Patch“, den riesigen Plastikmüll-Inseln im Pazifik zu Leibe zu rücken. Der Probelauf findet ab nächster Woche etwa 500 Kilometer vor der Küste Kaliforniens statt, wo das 600 Meter lange Rohrsystem montiert wurde, das den Müll für Schiffe einsammeln soll, die ihn dann zur Weiterverwertung zu Sammelstellen an Land bringen.

Müßig jetzt noch hinzuzufügen, welche Konsequenzen es für die Tierwelt hat, wenn das Problem mit dem Plastikmüll in den Weltmeeren nicht in Angriff genommen wird. Erwähnt werden muss hingegen auf jeden Fall, dass es bisher keine Regierung für wirklich notwendig erachtet hat, das Problem mit mehr als Parolen und Absichtserklärungen anzugehen. Liegt vielleicht daran, dass Fische und anderes Meeresgetier keine Wähler sind.