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Schlaflos in Deutschland

Die vergangene Nacht war besonders übel. Stundenlang habe ich mich hin und her gewälzt. Worin sich die Nervosität widerspiegelt, die mich auch schon an den Tagen gefangen gehalten hat. Es ist die Kanzler-Frage, die mich umtreibt. Politisch korrekter gesagt, die KanzlerInnen-Frage. Und was damit verbunden ist. Überlegt doch jetzt angeblich schon der SPD-Vorsitzende, ob er nicht sein Amt des Wirtschaftsministers und Vizekanzlers aufgeben soll, damit er im anstehenden Wahlkampf ohne Rücksicht auf Verluste und Noch-Kanzlerin und Noch-Koalitionspartnerin Angela Merkel agieren kann. Was natürlich moralisch einwandfrei und politisch korrekt ist. Schließlich ist halt nicht jeder ein bayerischer Ministerpräsident.

Es lässt mich trotzdem nicht schlafen. Vor allem, weil ich an das ganze schöne Geld denke, das verbrannt werden wird. Denn welcher völlig bekiffte Algorithmus hat Herrn Gabriel ausgerechnet, dass die SPD überhaupt einen Kanzlerkandidaten braucht. Mir tut es heute schon um das Geld leid, das für Schulen, Kitas und Krankenhauspersonal so dringend gebraucht würde. Aber wohl dafür ausgegeben werden wird, dass etwas eintritt, was sowieso selbst unter Miteinbeziehung eines Wunders wohl kaum eintreten kann.

Sondern höchstens noch einen ähnlichen Effekt beschleunigen könnte, wie wir ihn soeben bei den Wahlen einer Weltmacht erleben durften. Dass nämlich Menschen noch besser ins Rennen kommen, die Politik für eine Art Daily Soap halten. Während sich das politische Establishment unter Einsatz von größeren Summen gegenseitig zu demontieren versucht und hämisch lachenden Dritten den Weg ebnet. Als hätten wir nicht eine so brisante Situation, die es erfordern würde, mal alle persönlichen Eitelkeiten beiseite zu lassen und eher für Konsens auf der Suche nach möglichen Lösungen zu sorgen.

Als ich in den frühen Morgenstunden doch noch etwas Schlaf fand, habe ich dann leider auch noch angefangen zu träumen. Dass nämlich die etablierten Parteien vereinbart hätten, sich Geld schonend im Wahlkampf auf die sachliche Darstellung ihres politischen Programmes zu beschränken. Und parallel dazu gemeinsam an einem parteiübergreifenden Papier zu arbeiten, in dem die Probleme unserer Zeit benannt und mögliche Lösungen angedacht werden. Als Empfehlung und Arbeitsgrundlage für eine kommende Regierung.

Mit dem Ziel, anstehende große Aufgaben wie zum Beispiel gleiche schulische Ausbildung für die Kinder aller Einkommensgruppen, Neuorientierung des kranken Gesundheitswesens, Verringerung des CO²-Ausstoßes unter Miteinbeziehung der fast schon braunen Kohle, Ausbau und Entwicklung weiterer alternativer Energien, Zurückführen des Individualverkehrs, ein annähernd ausgewogenes Steuer- und Erbrecht, etc. einmal anzugehen, ohne sie für die Erhaltung eigener Pfründe zu missbrauchen. Ich bin natürlich sofort wieder und schweißgebadet aufgewacht. Und beschloss, heute Abend lieber gleich eine Schlaftablette zu nehmen und morgen einen Termin bei meinem Therapeuten zu vereinbaren.

 

 

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Moses kehrt zurück

Irgendwie fühlt man sich ein bisschen an das Alte Testament erinnert. Es werden Gesetze in Stein gemeißelt respektive zeitgemäß über die Medien bekannt gegeben, die besagen: Du sollst nicht in die Nähe des Gipfels kommen. Weshalb das Schengener Abkommen mal kurz ausgesetzt wird und die Grenzen wieder kontrolliert werden. Und geradezu biblisch mutet es auch an, wenn auf einmal Überschwemmungen geweissagt werden, und das auch noch auf einer ganz bestimmten Wiese. Sozusagen das Teilen der Fluten des Roten Meeres mit umgekehrten Vorzeichen. Sowas hätte man zum Beispiel 2013 vor dem Jahrhunderthochwasser gebraucht.

Und so wenig wir uns als gläubige Menschen über all die Wunder erstaunen, von denen in der Bibel berichtet wird, so wenig sollten wir uns über alles wundern, was im Zusammenhang mit diesem G7-Gipfel noch alles passieren wird. Ich vermute ja, dass man in den nächsten Tagen feststellen wird, dass sich der Tagungsort Schloss Elmau im Epizentrum eines Erdbebengebietes befindet und deshalb im Umkreis von 123 Kilometern alle Menschen die Region verlassen müssen, weil sonst Gefahr für Leib und Leben besteht. Verkündet wird das dann hoffentlich vom Himmel herab. Denn ein bisschen Stil darf schon sein, wenn man sich schon für Gott hält.