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Endzeitstimmung

Was macht man, wenn man gerade nicht das Geld hat für eine kleine Yacht? Oder wenigstens ein Segelboot. Noch nicht einmal für ein E-Bike in Leichtbauweise. Es wird immer schwieriger, für einen geliebten Menschen ein Geschenk zu finden. Wenn man nicht das nötige Kleingeld hat. Denn sie haben einfach schon alles: Smartphone, Alexa, LCD-Großbildschirm, Thermomix, und, und, und. Und sogar die Liebe bekommen sie schon seitenweise über Tinder geliefert.

Könnte man vielleicht wenigstens mit einem Einzelstück punkten, darf es natürlich nicht etwas selbst gebasteltes sein. Dann muss es unbedingt aus einer Manufaktur kommen. Was dann auch schnell unerschwinglich ist. Deshalb bin ich für Gift-Sharing. Klingt gut, und würde bedeuten, dass man sich die Geschenke mit jemandem teilt. Wäre nur noch zu regeln, wer wann was bekommt. Ist aber auch kein allzu großes Problem. Nachdem immer mehr Menschen an Weihnachten Urlaub in Dubai oder sonst wo machen.

Cum with me

Bei den sogenannten Cum-Ex- oder Cum-Cum-Geschäften, bei denen Finanzämter so schwindlig gespielt wurden, dass außer den Banken und Finanzjongleuren niemand mehr wusste, was da eigentlich passiert war, soll europaweit für den Fiskus und damit für SteuerzahlerInnen ein Schaden von 55 Milliarden Euro entstanden sein. Der einzige Nutzen für die Allgemeinheit könnte höchstens darin gelegen haben, dass Männer, die eigentlich zu ihrem Vergnügen Suchbegriffe bei Google eingegeben hatten, etwas über lukrative Finanzgeschäfte erfahren haben.

55 Milliarden sind eine erkleckliche Summe. Damit werden sich 275.000 Menschen eine Yacht mit einer Länge von 10 bis 14 Metern kaufen können. Vorausgesetzt sie waren an den Cum-Ex-Geschäften beteiligt. Es könnten mit dem Geld allerdings auch 190.972 Pflegekräfte eingestellt und 10 Jahre lang beschäftigt werden. Jens Spahn würde jubeln. Mit dem Coup könnte er Kanzler werden. Aber die Erfahrungen haben gezeigt, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass man jetzt gegen Banken und Finanzjongleure vorgehen und sich das Geld zurückholen wird. Dazu ist die Angst vor den Finanzmärkten zu groß. Vielleicht ist jetzt einfach ein guter Zeitpunkt, um Aktien von Unternehmen zu kaufen, die Yachten herstellen.